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Motu Proprio 07.07.07

 

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Rahner SJ - Ein Oberhäretiker

Auszug aus dem sehr empfehlenswerten Buch:
Georg May "300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie" 1115 Seiten, Mai 2017. www.sarto.de/ Seite 815 bis 831:

Karl Rahner SJ (1904-1984) Mitglied des Jesuitenordens wurde zum Dr. theol. promoviert in Innsbruck (1936). Ab 1948 Professor für Dogmatik in Innsbruck. 1964 übernahm er in München den Lehrstuhl, den Romano Guardini innegehabt hatte. 1967 bis 1974 war er Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte in Münster. Rahner war Konzilsberater der Kardinäle König und Döpfner. Während des Konzils präparierte er durch Vorträge zahlreiche Konzilsväter für seine Vorstellungen und erlangte einen maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf des Zweiten Vatikanischen Konzils (Oktober 1962 bis 8. Dezember 1965 ) Er wendet sich von einer theozentrischen Betrachtungsweise hin zu vollem Anthropozentrismus. Ein Paradigmenwechsel.

Rahner war wirksam beteiligt an der Synode der deutschen Bistümer (1971-1975). Von den meisten deutschen Bischöfen wurde er fast wie ein Orakel behandelt (und entsprechend konsultiert).
Der gelehrte Jesuit Ludwig Volk zeigte in einem ganzseitigen Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“2195 den inneren Zusammenbruch des Jesuitenordens auf. Hier wurde eine Fülle von Tatsachen durch den anerkannten Historiker Volk ausgebreitet, die unwiderlegbar war. Er schilderte die Auflösung der Disziplin, die Erosion der Frömmigkeit, die Führungsschwäche im Orden. Volk sprach von „Entregulierung“ und „Entspiritualisierung“. Er fragte, ob die „Gesellschaft Jesu“ „auf der Bahn des begeisterten Selbstmordes weiter abwärts gleiten will“. Volk stellte auch die Frage, ob die „Gesellschaft Jesu“ seiner Tage noch die Gründung des Ignatius von Loyola oder bereits eine Nachfolgeorganisation sei. Doch Karl Rahner trat gegen ihn an und verharmloste die Situation2196. Seine Erwiderung bleibt, wie Wilhelm Schamoni richtig schreibt, „in Emotionen und Allgemeinheiten“ stecken. Sie zeigt, dass er nicht nur die Wirklichkeit aus den Augen verloren hatte, sondern dass ihm auch die Maßstäbe abhandengekommen waren. Der inneren Auflösung seines Ordens stemmte er sich nicht erkennbar entgegen. Rahner selbst war nicht das Muster eines Ordensmannes. Es liegen Tatsachen vor, die zeigen, welche Freiheiten er sich herausnahm. Er muss sich fragen lassen, wieweit er an den Verhältnissen, die Volk aufgedeckt hatte, mitschuldig war. Ähnlich blind war er für den sich ständig verschlechternden Zustand der Kirche. Ihr innerer Zusammenbruch scheint ihm entgangen zu sein.  Rahner hatte den Kontakt zur Seelsorge, zum Kirchenvolk und zur Wirklichkeit verloren. So erklärt sich sein unbefangenes Jonglieren mit den heiligsten Wahrheiten des Glaubens.

Der Fall Rahner gibt Anlass, den Blick auf das Zweite Vatikanische Konzil zu richten. Rahner und andere Theologen seiner Couleur haben diese Versammlung nachweislich in stärkstem Maße beeinflusst und geprägt. Die Konzilsväter waren in der Mehrzahl lediglich die Transmissionsriemen für ihre Vorstellungen.
Ich glaube nicht, dass Rahner und Kasper, Küng und Congar für sich in Anspruch genommen haben, vom Geist der Reform durchdrungen zu sein wie Petrus Canisius oder Carlo Borromeo. In diesem Mangel liegt das Verhängnis des Zweiten Vatikanischen Konzils beschlossen. Die Männer, die sich selbst nicht reformiert hatten, waren außerstande, eine Reform der Kirche durchzuführen. Niemals in der Geschichte der Kirche sind Reformen (die diesen Namen verdienen) von Personen zustande gebracht worden, die nicht in Gebet und Buße, in Umkehr und Selbstverleugnung, im Anschluss an Bibel und Tradition sich selbst reformiert hatten. Die Zahl der Rahner-Verehrer ist sehr groß. Er ist nach Flilberath „der einflussreichste katholische Theologe des 20. Jahrhunderts2197. …Sein Selbstbewusstsein war enorm, seine Urteile über Andersdenkende waren scharf. In „Abqualifizierungen“ war er nicht zimperlich2201. Die Auswirkungen seiner Theologie sind bedenklich.

Rahner war ein enorm fleißiger Autor. Sein Schrifttum ist immens2202. Er hat über 4000 Veröffentlichungen aufzuweisen. Er bearbeitete nicht nur die weiten Gebiete der Dogmatik und der Dogmengeschichte, sondern griff auch auf die Felder der Phi­losophie, der Fundamentaltheologie, der Pastoraltheologie sowie der aszetischen und mystischen Theologie über….
Aber die Gesamtkonzeption seiner Theologie halte ich für verfehlt. Die Auswirkungen seiner Tätigkeit sind fatal. Er hat seinen beträchtlichen Anteil an der Selbstzerstörung der Kirche.
Er redet stets so lange und intensiv über einen Gegenstand des Glaubens, bis er das bisherige Verständnis überwunden und ihn in sein transzendentales Prokrustesbett eingesargt hat. Annelie Funke kennzeichnet seine geistigen Bemühungen als „ein Denken, das permanent danach drängt, feste Positionen in Widerspruchspositionen hineinzubringen, wo sie zu schweben beginnen, in eine Relation zueinander geraten, die ihr Wesentliches in Frage stellt und letztlich auflöst ….

Rahner wollte Philosoph sein. Lehmann reiht ihn unter die katholischen Philosophen ein. Er habe gegen die neuscholastische Schulphilosophie das ursprüngliche Gedankengut des Hl. Thomas von Aquin wieder zur Geltung gebracht2206. Diese Ansicht wird von Kennern seiner philosophischen Veröffentlichungen entschieden bestritten. In einer frühen Arbeit hat er, wie nachgewiesen wurde, den heiligen Thomas buchstäblich auf den Kopf gestellt. Wie bei jeder irreführenden Theologie sind es auch bei Rahner Irrtümer in der Philosophie, die auf die Theologie durchschlagen. Es ist die Transzendentalphilosophie, welche die Glaubensgeheimnisse zu Konstituenzien des Menschen macht2208.

Die Gnadenlehre ist in gewisser Hinsicht das Hauptthema der Anthropologie, ja der Theologie Rahners2210. Karl Lehmann bezeichnet richtig den „Problemkreis der Erfahrung der Gnade“ als „die eigentliche inhaltliche Mitte“ seines Theologisierens. Daher verstehe er Gnade … als „Gott in seiner Selbstmitteilung“, in Bezug auf den Menschen als „eine Bestimmung des geistigen Subjekts, das durch die Gnade in die Unmittelbarkeit zu Gott selbst gelangt“2211. Von diesem Ansatz aus komme er dazu, das Verhältnis von Welt- und Heilsgeschichte neu zu bestimmen (Heilsgeschichte und Weltgeschichte, Offenbarungsgeschichte und Menschheitsgeschichte sind koexistent), eine Theologie der Religionen zu entwerfen und das Heil der Nichtchristen zu artikulieren2212. … Diese Vorstellung scheint zu besagen, dass der Mensch zum Menschen erst durch die Gnade wird, was ebenso falsch ist wie die Behauptung, Gott werde ein Konstitutivum des Menschen2216. Gnade ist „ein unentrinnbares Existential des ganzen Wesens des Menschen, auch dann noch, wenn er sich diesem im freien Nein verschließt“2217. Er behauptet die Existenz wirklicher Gnaden- und Gotteserfahrung transzendental in „ungegenständlicher Bewußtheit“2218.
Dem Begriff des übernatürlichen Existentials haften nicht zu verkennende Widersprüche an….
Den Akt der Rechtfertigung beschreibt Rahner falsch, wenn er schon vor der Rechtfertigung eine Selbstmitteilung Gottes, also Begnadung, annimmt, die doch in Wahrheit erst bei der Rechtfertigung selbst erfolgt.

Mit dem Dogma des dreieinigen Gottes hat Rahner seine Schwierigkeiten. Die Trinität sei „das letzte Geheimnis unserer eigenen Wirklichkeit“ und werde in dieser Wirklichkeit „erfahren“. Vater, Sohn und Geist werden heilsökonomisch betrachtet und als „Gegebenheitsweisen“ verstanden, in denen das Heil zu uns kommt. Die ökonomische, die heilsgeschichtliche Trinität ist die immanente. Die göttlichen Per­sonen sind „Gegebenheitsweisen des einen und selben Gottes für uns“. Immanent seien drei distinkte Subsistenzweisen anzunehmen. Ein personales Leben in Aus­tausch und Begegnung von Ich und Du in Gott fällt aus. „Es gibt innertrinitarisch nicht ein gegenseitiges Du.“ Gott und Mensch realisieren sich gegenseitig. „Gott verwirklicht sich durch sein Tun an uns, wie - umgekehrt - das menschliche Tun Gott in der Welt realisiert“.
Rahners Gottes- und Trinitätslehre hat beträchtliche Kritik erfahren. Heinz-Jürgen Vogels stellt fest: „Eine präexistente, also immanent trinitarische Aussage Gottes, einen präexistenten Sohn, gibt es in dieser Konzeption nicht“.
Alma von Stockhausen gewinnt den Anschein, dass aus den göttlichen Personen „Momente bzw. Funktionen im Prozess der Selbstherstellung des göttlichen Geistes im Gang durch die Welt werden“ und dass die Einheit der drei göttlichen Personen vertauscht wird mit „Phasenabschnitten im Weltwerdungsakt Gottes“. … Rahner lehrte die Identität von ökonomischer und immanenter Trinität, wobei die immanente Trinität der ökonomischen Trinität vorausliegt. Er lehrte weiter die Äquivalenz der Begriffe „Person“ und „Subsistenzweise“. Mit dieser These wird er dem Wesen des dreieinigen Gottes nicht gerecht. Er scheint die innertrinitarische Trinität zugunsten der ökonomischen preiszugeben. Der Theologe Karl Rahner spricht, wie bereits erwähnt, von den drei göttlichen Personen als drei verschiedenen „Gegebenheitsweisen“. Wer den Personbegriff aus der Dreieinigkeit entfernt, löst die Dreieinigkeit auf. Die Trinitätslehre Rahners deckt sich nicht mit der kirchlichen Lehre vom dreieinigen Gott, von den drei Personen in Gott.

Schöpfung ist ein Teilmoment an der „Weltwerdung Gottes“, eine Phase des Vorganges der „Selbstentäußerung Gottes in das Andere“. Gott teilt sich nach ihm als das innerste Formprinzip dem Geschöpf mit. Er wird „inneres konstitutives Prinzip“ des Verursachten. Schöpfung ist für ihn „Geschichte der Bewusst-werdung Gottes am Anderen“. Das Geschöpf ist nicht ein von Gott verschiedenes Seiendes, sondern „die Andersheit Gottes, in der Form der Selbstaussprache bzw. Selbstreflexion, Gott nicht unmittelbar bei sich, vielmehr als Weltwerdung“.

Rahner ist ein Anhänger der Evolutionstheorie2242. Er schreibt jedem Seienden die Fähigkeit zu, sich selbst in eine höhere Seinsform zu überschreiten2243. Ihm waren die meisten biologischen Tatsachen unbekannt oder er hat sie beiseitegeschoben. Nach ihm kann Materie Geist hervorbringen. Die Materie hat sich auf das Leben und den Menschen hin entwickelt. Die Überschreitung der Arten und Gattungen ist für ihn kein Problem (wie bei Teilhard de Chardin). Die Entstehung der Seele durch Gottes schöpferische Tätigkeit scheint Rahner zu leugnen, wenn er von der „Selbstüberbietung“ der Eltern mittels der „ermöglichenden Kraft Gottes, die ihrem Wirken innerlich ist“, spricht. Leo Scheffczyk hält ihm vor, dass er den Unterschied zwischen Materie und Geist „nahezu“ aufhebt.

Rahners Theologie ist unfähig, die Einzigartigkeit des Gottmenschen Jesus Christus festzuhalten. Seine Christologie ist reine Spekulation ohne Bodenhaftung, d. h. ohne biblische Grundlage. Frans Simons zweifelt daran, dass Rahner „noch an der wahren Gottheit Christi festhält“. Alma von Stockhausen pflichtet ihm bei. „Die zweite Person Gottes, die die menschliche Natur unvermischt und ungetrennt mit sich personal vereinigt, gibt es für Rahner nicht“.
Auch die Menschwerdung des Logos aus der Jungfrau Maria erfährt bei Rahner nicht ihr Recht. Christus als Gottmensch ist grundsätzlich eine Möglichkeit eines jeden Menschen. Der Tod Jesu ist nach ihm „Teilhabe an der durch den Tod sich realisierenden Entwicklungsgeschichte dieser Welt als Weltwerdung Gottes“.

Scheffczyk schreibt Rahners Mariologie richtig „eine anthropologische Engführung, einen überanstrengten nivellierenden Bezug zum Menschen“ zu und rügt seine „erkennbaren Sinnverschiebungen im Mariendogma“, die in die Nähe der „Reduktion“ führen.
Welches Verständnis seine gewundene Sprache und seine transzendental-theologische Sicht gelegentlich heraufbeschworen haben, dafür sei ein Beispiel aus seiner Eucharistielehre angeführt: „Die Heilige Kommunion ist für Rahner also nichts anderes als die Repräsentation des Alltags. Wir vergegenwärtigen uns den Alltag. Die Heilige Kommunion aber empfangen wir symbolisch, damit wir den Alltag bestehen“.
Seine Schrift „Die vielen Messen und das eine Opfer hatte im Klerus verheerende Auswirkungen in Bezug auf die Wertschätzung der täglichen Zelebration.

Er wusste vieles besser als das Lehramt der Kirche, und die deutschen Bischöfe hörten auf ihn. Er initiierte maßgeblich die irrige und verhängnisvolle „Königsteiner Erklärung“. Selbstverständlich war er unter den Kritikern der Enzyklika „Humanae Vitae“. Rahner hat viel in die Kirche hineingerufen und ist häufig von Kirchenmännern um ein Wort angegangen worden. Man wird nicht sagen können, dass seine Interventionen zur Kräftigung und Befriedung in der Kirche beigetragen haben. Was er mit der einen Hand gab, das nahm er mit der anderen. Ich kann nicht finden, dass Rahners transzendental-theologische Konzeption dem Glaubensverständnis und der Glaubensnot des „heutigen“ Menschen einen Dienst erwiesen, dass sie dazu beigetragen hat, den Leib Christi aufzuerbauen und zu erhalten.

Rahner war engagierter Ökumeniker, der die Wirklichkeit aus dem Auge verloren hatte. In der Quaestio disputata „Einigung der Kirchen - reale Möglichkeit“ hat er sich (mit Heinrich Fries) gründlich vergaloppiert. Seinem Nimbus hat es nicht geschadet. Rahner hat sich wiederholt mit der Seelsorge in der Kirche befasst. Er hat selbst gestanden, dass er hierbei vom grünen Tisch aus redet.
Es fehlte ihm die seelsorgliche Erfahrung.

Rahner hat die Transzendentaltheologie entwickelt und in seinen Veröffentlichungen zur Durchführung gebracht. Der Hauptgegner der transzendentalen Theologie war die Neuscholastik, die „in den starken Armen der Transzendentaltheologie schließlich ermattet zusammenbrach“.
… Der Mensch besitzt eine übernatürliche Verfasstheit, ein übernatürliches Existential, ja eine transzendentale Geoffenbartheit Gottes. Der Mensch ist ein Wesen, das immer schon bei Gott ist, ob es Gott annimmt oder ablehnt. Die tatsächliche, äußere Offenbarung bringt dem Menschen nichts anderes als die Bewusstmachung und Entfaltung dieser Geoffenbartheit. Aber selbst dies ist nicht notwendig. Die Bewusstmachung des im Menschen Angelegten kann auch auf andere Weise, z. B. durch die Erfahrung der Liebe, erfolgen.

Jeder Mensch ist als das Ereignis der übernatürlichen Selbstmitteilung Gottes zu verstehen. Die Offenbarung ist nach Rahner ebenso universal wie die menschliche Transzendenz. Die (übernatürliche) Offenbarung ergreift jeden Menschen und wirkt in ihm durch den (expliziten oder impliziten) Glauben das Heil. Für diesen Glauben genügt die gehorsame Annahme der transzendentalen Verwiesenheit des Menschen auf Gott oder gar nur die Bejahung des positiven Sinnes seiner Existenz. „Transzendental“ bedeutet bei ihm, dass, vor aller Erfahrung und Erziehung, das Göttliche von Gott in einer Offenbarung dem Menschen ins Innere hineingelegt worden ist. Diese Grundbefindlichkeit ist die Voraussetzung der geschichtlichen Offenbarung, die lediglich das entfaltet, was von Gott in dem Menschen angelegt worden ist.

 Jeder Mensch ist das Ergebnis einer übernatürlichen Selbstmitteilung Gottes. Es gibt eine implizite transzendentale Offenbarung Gottes und dementsprechend einen impliziten Glauben des Menschen. Wenn der in Unkenntnis des Christentums lebende Mensch den positiven Sinn seiner Existenz bejaht, dann macht die Gnade diese Entscheidung zur impliziten Annahme der Nähe Gottes zum Menschen und sohin des Heils. Von daher kommt Rahner zu der Behauptung, jeder Mensch sei ein anonymer Christ. In der Kirche wird nur ausdrücklich, was auch außerhalb ihrer gegeben ist. Die Kirche ist lediglich die geschichtlich und gesellschaftlich verfasste Sichtbarkeit dessen, was verborgen auch außerhalb derselben vorhanden ist. Rahner hat wiederholt den von ihm erfundenen anonymen Christen bestimmt. So schreibt er: Der anonyme Christ ist „der Heide nach Beginn der christlichen Mission, der im Stand der Gnade Christi durch Glaube, Hoffnung und Liebe lebt, aber von der Bezogenheit seiner Existenz im gnadenhaften Heil auf Jesus Christus ausdrücklich nichts weiß“.

Einwand: Es ist eine irrige Annahme, „allenthalben in der Menschheit“ gebe es implizites Christentum, das nur darauf wartet, explizit gemacht zu werden. Leute, die den christlichen Glauben nicht kennen und möglicherweise im Stand der heiligmachenden Gnade sind, können nicht als Christen, auch nicht als „anonyme Christen“ bezeichnet werden. Die Nichtchristen werden es sich verbitten, als „anonyme Christen“ vereinnahmt zu werden, ja, dies vielleicht sogar als beleidigend ansehen. Mit dem anonymen Christentum wird dem christlichen Glauben der Ernst genommen, werden die Inhalte des Glaubens relativiert. Nach Hans Urs von Balthasar führt die These vom anonymen Christen letztlich zum Atheismus.
Johannes Bökmann hat Rahner vorgehalten, er „vergleichgültigte den faktischen Glaubensakt, entleere den Entscheidungscharakter, blockiere Unbedingtheitsanspruch, Missionswille und widerständige Auseinandersetzung“.

Rahner weitet den Begriff der Offenbarung unzulässig aus. Gottes „Offenbarung“ ist überall am Werk, ergreift jeden Menschen und wirkt in ihm das Heil. Der Mensch ergreift es durch den „Glauben“, der für Rahner die Annahme der transzendentalen Verwiesenheit des Menschen auf Gott ist. So wird der Eindruck erweckt, die Gnade gehe in der Natur auf. Wer sein Dasein annimmt, begegnet nach Rahner Gott. Wenn Gott „inneres konstitutives Prinzip des Verursachten“ ist, dann braucht der Mensch nur sich selbst zu erfassen, um bei Gott zu sein. Wer sein Dasein annimmt, der sagt Ja zu Christus.
Dagegen wendet sich Kardinal Siri: „Wenn für mich, mein Wesen anzunehmen, schon allein gleichbedeutend ist mit der Annahme Christi, dann hat der Akt des Glaubens keinen Sinn mehr“. Es gelingt Rahner nicht, „das qualitativ Neue und Unableitbare des Christentums“ dazustellen. Die Notwendigkeit des Gehorsams gegen das recht gebildete Gewissen und des Glaubensaktes fällt bei ihm aus.

Johann Baptist Metz äußert den Ideologieverdacht. Mit seinem universalen Heilsoptimismus scheint Rahner einerseits den in der Kirche verbreiteten Defätismus und anderseits die in der Welt alltägliche Gottvergessenheit bedienen zu wollen. Sein Heilsoptimismus hat das ganze Evangelium gegen sich.
        In die Irre geht Rahner auch bei der Darstellung der nichtchristlichen Religionen.
Dass Gott die Menschen „durch“ ihre eigene (falsche) Religion rettet, ist eine unhaltbare Behauptung. Er bezeichnet die Religionen ungeachtet ihrer Mängel und Verkehrtheiten als „legitim“; sie seien „in Gottes Heilsplan positiv einkalkuliert“. Wie die Verirrungen der Religionen „legitim“ sein können, vermag Rahner nicht zu erklären.

In der Theorie Rahners fehlt vor allem die dem Christentum wesentliche personale Entscheidung für den in der Verkündigung begegnenden persönlichen Christus. Eine derartige Entscheidung ist im religiösen Erleben des Nichtchristen nicht eingeschlossen. Es ist bekannt, welche Folgerungen aus der Rahnerschen Theorie gezogen wurden: Die Missionierung sei überflüssig oder jedenfalls nicht drängend, es komme nicht darauf an, welche Religion man für sich wähle. Denn alle Religionen seien hinreichende und wirksame Wege zum Heil.   (Der ganze Beitrag von Georg May "300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie" www.sarto.de/ Seite 815 bis 831 (ohne die vielen Fußnoten!) ist zu finden auf:
www.theologisches.info/rahner_karl_ein_haeretiker.pdf 

 

David Berger "Karl Rahner. Kritische Annäherungen"
Reihe: QUAESTIONES NON DISPUTATAE, Band VIII, 512 Seiten, Siegburg: 2004.

ISBN 3-87710-280-8. 

   http://www.verlagfranzschmitt.de/       mail: verlagschmitt@aol.com   
 
(Artikel von 18 verschiedene Autoren über Karl Rahner und seine Lehren - seine Abhängigkeit von Hegel, Heidegger, Teilhard de Chardin, Allerlösung - sein schädlicher Einfluss auf die Theologie der Kirche seit dem II. Vatikanum. Manche verteidigen seinen Anthropozentrismus mit: "Man müsse ihn nur richtig verstehen")

  

 

 

 

 

 

 

 

 

                              Inhalt des Buches:

david berger

Karl Rahner: Kirchenlehrer des 20. Jahrhunderts?.............................Seite.......15

thomas ruster

Die Einheit der Unterscheidung und das unterscheidend Christliche -
Überlegungen zu dem Mystiker, der der Christ der Zukunft sein soll.....      ..... 43

alfred locker

Karl Rahner - Sprachvertuschte Zerstörung der Theologie........................ 61

georg may

Karl Rahners „Schriften zur Theologie"................................................................. 77

heinz-jürgen vogels

Karl Rahners „Grundkurs des Glaubens"............................................................ 101
alma von stockhausen

„Die christliche evolutive Weltkonzeption" - Anmerkungen zu Rahners
Aufhebung von Metaphysik und Theologie in die „Weltwerdung Gottes".... 109

jorgen vijgen

Karl Rahner und Thomas von Aquin - Einige philosophische Bemerkungen zur Sache.... 135

walter hoeres

Der veruntreute Thomas - Rahners Fehlstart in Freiburg................................................... 151

leo elders

Karl Rahner und die nicht-christlichen Religionen................................................................ 161

christian ferraro

Die Veränderlichkeit Gottes als metaphysische Möglichkeit der Menschwerdung... 171

bernhard lakebrink

Rahners idealistisches Zerrbild vom Dreifaltigen Gott...................................................... 191

johannes stöhr

Wortspiele oder Gedankentiefe? Zu einem umstrittenen „Axiom" der Dreifaltigkeitslehre... 227

markus christoph

Karl Rahners Anthropologie und Gnadenlehre: Zwei Seiten einer Medaille?.................... 267

leo card. scheffczyk

Mariologie und Anthropologie. Zur Marienlehre Karl Rahners............................................. 299

tadeusz Guz

Religionsphilosophische Einblicke in die kosmologische Ekklesiologie Karl Rahners... 315

hans kindlimann

Eine moderne „Ablassthese". Anmerkungen zum Umgang
Karl Rahners mit dem Thema Ablass...................................................... 345

annelie funke

Karl Rahner und die Kultur des Christentums....................................... 363

wolfgang B. lindemann

Karl Rahner und die Evolutionstheorie................................................. 369

heinz-lothar barth

Rahners Theorie vom „anonymen Christentum", „Gaudium et spes" 22
des II. Vatikanums und die Lehre Papst Johannes Pauls II.............................. 383

josef overath

Frühe Kritiker Karl Rahners nach dem Vaticanum II......................................... 451

david berger

Karl Rahner - Das Ende eines Mythos und seine Apologeten.................... 479

* * * * Quellenverzeichnis.............................................................................. 505

Mitarbeiterverzeichnis......................................................................... 507
 

          Weiters sei empfohlen:

May, Georg "300 Jahre gläubige und ungläubige Theologie" 1115 Seiten, Mai 2017. www.sarto.de/

Gaudron, Matthias "" 228 Seiten, 4. Auflage 2017; ISBN-13: 978-3943858877

>Dietrich von Hildebrand „Der verwüstete Weinberg", Lins-Verlag, A-6804 Feldkirchen

Walter Hoeres „Der Aufstand gegen die Ewigkeit." Christiana-Verlag, 1987.

Georg May „Demokratisierung der Kirche", Herold-Verlag, Wien.

Dörner, Reinhard „Kirche - Zeichen des Widerspruchs. Gnosis, Aufklärung, New Age - Hintergründe der gegenwärtigen Kirchenkrise" 1997; ISBN 3-00-003452-8. Initiativkreis, Prozessionsweg 24, D-48712 Gescher

Ratzinger & Marcello Pera "Ohne Wurzeln. Der RELATIVISMUS und die Krise der europäischen Kultur" (ital. Senza Radici, 2004); 2005, St. Ulrich Verlag

Michael Müller (Hrsg.) "Plädoyer für die KIRCHE. Urteile über Vorurteile" mm verlag Aachen

Klaus Berger "Die [liberalen] Bibelfälscher: Wie wir um die Wahrheit betrogen werden" 352 Seiten; Pattloch: 2013; ISBN: 978-3629021854.  »Was einige Theologen heutzutage über Jesus Christus schreiben ist schier unerträglich! «

"Plagegeister. Wie werde ich frei?" von Anton Beda, Wien: 2007
Über die Gefahren von Esoterik, Magie, Okkultismus. Eine Unterscheidung der Geister.

ISBN: 978 3 85406 178 6;
Download 500 KB: www.theologisches.info/plagegeister.pdf 

Françoise "Jesus Christus enthüllt den Seinen das Wesen der Freimaurerei" 89 Seiten; Parvis: 2002; http://www.parvis.ch/de   

Kimball, Paul M. "Kurze Geschichte unserer Frau vom guten Erfolg" (Quito 1634), 93 Seiten; www.dolorosapress.com  2013; ISBN: 978-0-9883723-5-1

Dörner, Reinhard „Kirche - Zeichen des Widerspruchs. Gnosis, Aufklärung, New Age - Hintergründe der gegenwärtigen Kirchenkrise" 1997; ISBN 3-00-003452-8. Initiativkreis, Prozessionsweg 24, D-48712 Gescher

Ratzinger & Marcello Pera "Ohne Wurzeln. Der Relativismus und die Krise der europäischen Kultur" (ital. Senza Radici, 2004); 2005, St. Ulrich Verlag

Jakobius, Paul Josef "Der letzte Kampf zwischen Licht und Finsternis. Ursachen, Hintergründe und Folgen" 383 Seiten, ISBN: 978 3 942 173 025 http://www.mediatrix.at/shop/openstore.htm (Bestell-Nr.: 1091) 

Anton Angerer "Das steht der Welt noch bevor" Die Voraussagen vieler berühmter Seher: Der blinde Jüngling, Irlmaier, Fatima, La Salette, ... (früher in zwei Bänden erschienen "Reinigung der Erde" und "Der dritte Weltkrieg"); 304 Seiten.  ISBN: 978-3854061526. Direkt bestellen bei: Mediatrix-Verlag, Gloriette 5, A-3423 St. Andrä-Wördern (bei Wien), Tel: 02242-38386-..; oder: Mediatrix-Buchhandlung, D-84495 Altötting, Kapuzinergasse 7.  Tel: D-  08671-12015

 

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