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MEDJUGORJE -  MARIEN-ERSCHEINUNGEN, oder ?? 

      Bücher:

Kevin Orlin Johnson "20 Fragen zu Medjugorje. Was Rom wirklich gesagt hat" . Verax-Verlag, Andreas Pitsch, CH-7537 Müstair, Pasquer 82;  Tel: +41-81-858 53 68;  Fax: ...-858 59 01 (kirchliche Stellungnahmen und 29 Punkte, die gegen die Echtheit der Erscheinungen sprechen)

Jones, E. Michael "Der Medjugorje-Betrug. Geschichte und Fakten zu seiner Aufdeckung" 568 Seiten, Verax-Verlag, CH-7537 Müstair, Pasquer 82

Rudo Franken "Eine Reise nach Medjugorje. Bedenken hinsichtlich der Erscheinungen" Van Spijk Venlo - Antwerpen: 2000. 152 Seiten (Ein Priester deckt manche Lügen auf) Pfr. Rudo Franken, De Hove 1, 6585 AN MOOR, Nederlande,  Tel:  24-6961-390

Nicolai, Werner "Don Stefano Gobbi ... ein Werkzeug des Himmels?" Durach: 1992

Slade, Elvira Maria "MARIA. Die unbekannten Seiten der "Mutter Gottes" Wuppertal 2003; ISBN 3-87857-315-4; (dämonische Seiten an "Marienerscheinungen" )

Felizitas Küble "Charismatik und Falschmystik unter der Lupe" Die charismatische Versuchung (aus kath. Sicht). 2007; KOMM-MIT-Verlag, D- 48041 Münster, Postfach 7680, Tel: 0251-61 67 68; Fax: 0251-61 40 20

Wertvolle Homepage von Rick Salbato zum Thema Visionen, Erscheinungen (leider nur auf Englisch):
http://www.unitypublishing.com/   (Garabandal the most dangerous False Apparition in the World)

 

Interdikt über Pater Vlasic August 2008:   http://www.kreuz.net/article.7775.html  

Interdikt über Medjugorje-Guru

Die Glaubenskongregation hat über den ersten Seelenführer der Medjugorje-Seher das Interdikt verhängt. Der Grund ist die Verbreitung dubioser Lehren, Ungehorsam gegen die kirchliche Autorität und Sünden gegen das sechste Gebot.

Die vatikanische Glaubenskongregation hat den Franziskanerpater Tomislav Vlašić (66) mit dem Interdikt belegt.   http://www.kreuz.net/article.7787.html  
Das gab der Bischof von Mostar, Mons. Ratko Perić, Ende August 2008 auf der Webseite seiner Diözese bekannt. Medjugorje gegehört zur Diözese Mostar.

Einem mit dem Interdikt belegten Priester ist die Zelebration der Messe oder anderer Gottesdienste untersagt. Er darf keine Sakramente oder Sakramentalien spenden noch die Sakramente empfangen.

Pater Vlašić ist ein Verfechter von angeblichen Marienerscheinungen in der bosnischen Ortschaft Medjugorje.

Er war zu Beginn der Visionen in den frühen 1980er Jahren geistlicher Leiter der sogenannten Seher von Medjugorje. Im Jahr 1987 gründete er die Gemeinschaft ‘Königin des Friedens, ganz dein – durch Maria zu Jesus’.

     Das Dekret
Schon am 25. Januar 2008  verurteilte die Glaubenskongregation den Franziskaner wegen „Verbreitung dubioser Lehren, Manipulation der Gewissen, vermutetem Mystizismus, Ungehorsam gegen legitime kirchliche Anweisungen und Vergehen gegen das sechste Gebot.“

Das Dekret ist vom Präfekten der Kongregation, William Kardinal Levada, und seinem Sekretär, Erzbischof Angelo Amato, unterzeichnet.

The CONGREGATION FOR THE DOCTRINE OF THE FAITH with its letter prot. 144/1985-27164 of 30 May 2008, has authorized me as the local Bishop of the Diocese of Mostar-Duvno to inform the diocesan community of the canonical status of Fr. Tomislav Vlašić. 

Vatican On Father Tomislav Vlasic. By Bishop Ratko Perić 2008-08-31 
http://www.unitypublishing.com/Apparitions/VaticanOnVlasic.htm  
 

Privatoffenbarungen und die Ereignisse von Medjugorje
    von Thomas Lintner

Hinsichtlich Details und Quellen kann ich auf  mein Buch
„Der Stellenwert von Privatoffenbarungen am Beispiel der ,Gospa’ von Medjugorje“
, Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-126-X, verweisen.

Erscheinungen und ihre Gefahren

Schon die Hl. Schrift berichtet von "Erscheinungen". Vor allem die Erscheinungen heiliger Engel bezeugen sowohl das Alten wie das Neue Testament. In den Evangelien und der Apostelgeschichte wird auch von Erscheinungen unseres Herrn berichtet. Auch andere Visionen bzw. Privatoffenbarungen (die Begriffe sind nicht unbedingt gegensätzliche) werden in der Hl. Schrift überliefert. Dazu gehört etwa das "Gesicht", das der hl. Petrus auf dem Dach des Hauses von Simon dem Gerber in Joppe hatte und das die Heidenmission eröffnete (Apg 10), oder die Vision des Ananias, die diesem die Taufe des Saulus (des nachmaligen Paulus) befahl (Apg 9,10).
 
Derselbe Apostel Paulus bekennt in seinem zweiten Brief an die Korinther, selbst viele "Gesichte" und "Offenbarungen des Herrn" empfangen zu haben, sogar ein "Übermaß" solcher Offenbarungen (2 Kor 12,7). Im selben Korintherbrief warnt der hl. Paulus jedoch vor "falschen Aposteln" und fügt über den Teufel  hinzu: "Es tarnt sich ja selbst der Satan als ein Engel des Lichtes" (2 Kor 11,14). Darum will Paulus sich  nicht seiner vielen Gesichte und Offenbarungen rühmen, sondern vielmehr seiner "Schwächen". Eben dadurch, so sagt er, unterscheidet er sich auch von jenen "falschen Aposteln", die sich so viel auf ihre "Gesichte und Offenbarungen" zugute halten.

Aus dem Zeugnis der Hl. Schrift lässt sich zum Thema folgendes ableiten: Es gibt echte Erscheinungen; es gibt aber auch falsche Erscheinungen, vor denen zu warnen ist; die Gläubigen sollen daher Vorsicht walten lassen und den Erscheinungen, auch wenn sie echt sind, nicht den Vorrang einräumen vor dem Glauben, jener Gnade Gottes, die sich gerade in unserer "Schwachheit" auswirkt, nicht zu "sehen", aber doch zu glauben. Die Hl. Kirche, die großen Mystiker und die Theologen, die diese Bezeichnung verdienen, warnen besonders vor drei Gefahren, die bei sog. "Erscheinungsgläubigkeit" drohen:
1. Täuschung durch Irrlehren;
2. Auflösung des wahren Glaubens;
3. Herabsetzung des Übernatürlichen, der Wunder, und der katholischen Religion überhaupt.
Als vierte Gefahr ist die Verwirrung hinzufügen, die durch allzu viele Erscheinungen gestiftet wird.

Zur 1. Gefahr: Es ist immer die erste Frage, die zur Unterscheidung wahrer und falscher Mystik zu stellen ist: Stimmt alles mit der Glaubenslehre überein oder nicht? Halten wir uns immer das Wort des hl. Paulus vor Augen: "Doch wenn selbst wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündeten, als wir euch verkündet haben, so sei er verflucht!" (Gal 1,8). Die Offenbarung war mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Sog. „Privatoffenbarungen“ fügen dem nichts Neues hinzu, sondern dienen, sofern sie echt sind, lediglich der weiteren Entfaltung und dem tieferen Eindringen in das abgeschlossene Offenbarungsgut.

Zur 2. Gefahr: Die göttliche Tugend des Glaubens besteht darin, all das sicher für wahr halten, was uns Christus geoffenbart hat und durch die Apostel und deren Nachfolger, das kirchliche Lehramt, zu glauben vorlegt. Dabei handelt es sich um übernatürliche Gegenstände, die der unmittelbaren Einsicht der Christen entzogen sind. Der hl. Apostel Paulus definiert den Glauben so: "Glaube ist die feste Zuversicht auf das, was wir erhoffen, die Überzeugung von dem, was wir nicht sehen" (Hebr 11,1). Darum müssen wir ja gerade glauben, weil wir nicht sehen.

Wenn Gläubige nun auf Erscheinungen, egal ob wahr oder falsch, allzu viel Gewicht legen, so birgt das in sich immer die Gefahr, an das zu "glauben", was sie sehen, und nicht mehr an das, was sie nicht sehen. Sie glauben dann nicht mehr aufgrund des Zeugnisses Gottes, sondern aufgrund ihrer eigenen Einsicht: "Ist es doch die Muttergottes selbst, die da zu mir spricht...." Diese „Erscheinungsgläubigen“ glauben dann nicht mehr daran, was das Lehramt der Kirche verbindlich vorlegt, sondern an das, was die "Erscheinungen" vorlegen. Es kann so weit kommen, dass Christen einer "Erscheinung" mehr glauben und gehorchen als den rechtmäßigen Autoritäten der Kirche (Papst, Bischöfe, Priester...). Spätestens dann ist deren Glaube in höchster Gefahr.
 
Darum sagt unser Herr: "Selig, die nicht sehen und doch glauben!" (Joh 20,29), und die großen Lehrer der Mystik wie die hl. Theresia von Avila und der hl. Johannes vom Kreuz gehen sogar so weit zu empfehlen, gegen Erscheinungen aller Art auf jeden Fall abweisend zu reagieren, selbst wenn sie echt sind. Nur so, sagen sie, entgeht man der Gefahr der Verwässerung und dringt zum reinen, wahren Glauben durch, der die höchste Stufe der Mystik ist und völlig ohne Visionen und Ekstasen auskommt.

zur 3. Gefahr: Viele der Erscheinungen stellen nicht selten eine Karikatur der echten Erscheinungen dar, die auf diese Weise der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Hinzukommen die Folgen, wenn falsche Erscheinungen aufgedeckt werden. Dies könnte dazu führen, dass viele, die an die Erscheinung geglaubt haben, sich nicht nur von dieser, sondern vom ganzen Glauben enttäuscht abwenden. Und viele andere, die nicht daran geglaubt haben, werden sagen: "Seht ihr, es ist alles nur Betrug und Schwindel! Es gibt keine Wunder, keine echten Offenbarungen."

Hinzuweisen ist schließlich noch auf die Verwirrung, die durch all die vielen "Erscheinungen" und "Privatoffenbarungen" heute gestiftet wird. Die eine lehrt dies, die andere das. Die eine sagt, dass dieses Gebet oder diese Übung unbedingt verrichtet werden müsse, die andere jenes. Die eine mahnt, um jeden Preis dieses Kreuz, diese Medaille, dieses Skapulier zu benutzen, die andere will zu jener Statue, jenem Kreuz, jenem Bild verpflichten. Einmal heißt es, an diesem Tag soll gefastet werden, ein andermal an jenem. Nach einer Privatoffenbarung soll dieses Opfer gebracht werden, bald jene Abtötung geübt werden... Wie soll man den Überblick bewahren, woran soll man sich halten?

Regeln zur Unterscheidung der Geister

Der Jesuiten-Theologe August Poulain gibt in seinem Handbuch der Mystik "Die Fülle der Gnaden", Bd. 2 (Freiburg im Breisgau 1910) eine Reihe von Kennzeichen an, mit deren Hilfe man wahre von falschen Offenbarungen und Visionen unterscheiden kann. Er teilt diese in zwei Gruppen: 7 Fragen über die Person des Sehers und 9 Fragen über die Erscheinung und ihre Umstände.

I. Fragen über die Person

1. Welches sind ihre natürlichen Anlagen und Mängel?
Wie viel lässt sich schon aus der Natur der Person erklären, z.B. ihrer starken Einbildungskraft oder gar einer seelischen Störung?

2. Welche Bildung genoß sie, was las sie?
Der Autor erwähnt hier als Beispiel Maria von Agreda, in deren Visionen nachweislich vieles aus apokryphen Schriften und von ihrem Seelenführer einfloß.

3. Ist sie tugendhaft? Vorher, nachher? Insbesondere recht demütig?
Poulain führt hierzu aus: "Wenn die Person vor den Offenbarungen lasterhaft war, und zumal wenn sie einen Ärgernis erregenden Lebenswandel führte,... Doch lehrt andrerseits die Erfahrung, dass Gott sich bisweilen recht einfacher Personen von mittelmäßiger Tugend bedient, um einen Wallfahrtsort zu gründen oder ein Werk der Frömmigkeit einzuführen. So muss für gewisse Einzeloffenbarungen eine gewöhnliche Frömmigkeit als ausreichend bezeichnet werden. Nach der Offenbarung aber muss die Tugend rasch wachsen. Das ist ein Punkt von großer Bedeutung".

4. Welche Gnaden hat sie empfangen?
Poulain: "Ausnahmen abgerechnet, werden nämlich diese außerordentlichen Gunstbezeigungen nur den im Gebetsleben weit fortgeschrittenen Personen erwiesen"

5. Hatte sie schon Privatoffenbarungen, trafen die Voraussagen genau ein?
Poulain: "Erfüllen die Vorhersagungen sich nicht und findet sich kein ernster Grund anzunehmen, dass sie nur bedingt waren, so darf man daraus schließen, dass sie nicht von Gott kamen. Falsche Propheten lassen sich aber nicht leicht durch Erfolglosigkeit entmutigen. Sie finden vielmehr immer gute Gründe, sich zu rechtfertigen, oder sie behaupten, das Eintreffen sei nur verschoben. Nach Bedürfnis lassen sie ihre Aussagen sich auch durch einige neue Weissagungen bestätigen"
 
6. Bestand sie Prüfungen?
"Krankheiten, Widerspruch, Erfolglosigkeit bei Unternehmungen oder Verzögerungen? Das Leben der Heiligen ist voll solcher Prüfungen. Es scheint fast ausgeschlossen, dass außerordentliche Gnaden ohne diese Zugabe verliehen werden"

7. "Hat die Person die drei Vorsichtsmaßregeln gebraucht, welche unentbehrlich sind, um vor Täuschungen bewahrt zu werden, nämlich: a) fürchtet sie sich vor Täuschung? b) spricht sie sich offen aus beim Seelenführer? c) wünscht sie Privatoffenbarungen nicht?"
Werden diese drei Vorsichtsmaßregeln nicht beachtet, so besteht die größte Gefahr der Täuschung; nicht zuletzt durch den Bösen Feind, der nur auf so eine Gelegenheit wartet, um die Seelen irrezuführen.

II. Fragen über die Privatoffenbarung und deren Umstände

8. Ist der Text authentisch?
Also: Wie viel ist dabei rein menschliches Beiwerk?

9. Stimmt alles mit der Glaubenslehre überein?
Poulain: "Was den Glauben betrifft, so genügt es, dass ein Punkt klar dem Glauben widerspreche, [...] um sagen zu können, der Prophet wurde nicht von Gott inspiriert. Irrtumslosigkeit allein läßt aber noch keinen Schluß auf die Echtheit zu. Der Menschengeist braucht ja nicht gleich zu irren, und auch der böse Feind kann gerade die Wahrheit als Mittel benutzen, sich Vertrauen zu erwerben"

10. Enthalten die Erscheinungen nichts Unschickliches?
"Bei allen göttlichen Erscheinungen herrscht Schicklichkeit in jeder Handlung, in allen Bewegungen und Worten. Gerade das Gegenteil zeigt sich oft bei falschen Erscheinungen. Man sollte es kaum für möglich halten, wie tief manche Personen gekommen sind, und in welch niedriger Form sie den vertrauten Umgang mit dem Heilande auffaßten"

11. Bringen die Belehrungen Nutzen für das Seelenheil?
Poulain: "Gott gibt sich nicht dazu her, einfach nur die Neugierde zu befriedigen. Offenbarungen sind wie Wunder; sie geschehen nicht ohne sehr wichtigen Grund. [...] Daraus geht schon hervor, was man von jenen Propheten zu halten hat, die behaupten, im Namen Gottes zu sprechen, aber nach Wunsch Auskunft geben über Geburten und Heiraten, Prozesse, Krankheiten, Ausgang politischer Verwicklungen usw. [...] Ebenso sind Offenbarungen verdächtig, wenn sie gar zu alltäglich sind, sich in allen geistlichen Büchern finden"

12. Zeigt sich in den Umständen (Gesten, Haltung, Worte, Zeit, Ort...) nichts Unpassendes?
Unpassend wären z.B. eine triviale Sprache heiliger Personen, Überschwänglichkeiten, sinnlose Albernheiten, Groteskes und Bizarres. Luther soll bei seinem "Turmerlebnis" eine "Offenbarung vom Hl. Geist" "auf dem Lokus" empfangen haben - wahrlich ein unpassender Ort!

13. Bringen sie Frieden oder Aufregung?
Dies Merkmal entspricht der ignatianischen Regel zur Unterscheidung der Geister, wonach der gute Geist in einer frommen Seele Frieden hervorruft, der böse Geist aber Aufregung und Verwirrung. Poulain betont hierzu jedoch, diese Frage gebe nur eine Wahrscheinlichkeit, denn "in der praktischen Beurteilung wird man leicht finden, dass die Person über ihre Stimmung sich selbst täuscht"

14. Wozu regt die Privatoffenbarung an?
Wenn sie zu einem Werk anregt, ist dies in sich gut, nützlich, zeitgemäß...?

15. Bestanden die Privatoffenbarungen die Probe der Zeit?
Haben sie sich allen Angriffen gegenüber bewährt?

16. Wurde eine Andacht eingeführt, wie bewährte sie sich?
"Dieses Merkmal findet sich in hohem Grade beim Skapulier vom Berge Karmel, bei der Herz-Jesu-Andacht und bei anderen echten, von Gott stammenden Einrichtungen", wie z.B. den Herz-Mariä-Sühne-Samstagen.

Zur abschließenden praktischen Bewertung führt Poulain aus, dass oftmals schon ein Merkmal allein genügt, "um sicher darzutun, dass die Wirkung vom bösen Geiste ist. Nicht so beim Nachweise, dass eine Offenbarung von Gott kommt. Kein Merkmal führt allein zur Sicherheit". Deshalb gilt hier der Grundsatz: "Sind bei der Beurteilung einer Erscheinung oder einer Reihe derselben alle in Betracht kommenden Bedingungen günstig, so kann man die Erscheinung als sehr wahrscheinlich, ja als (moralisch) sicher erklären".


Normen der Glaubenskongregation und Zuständigkeit des Ortsbischofs

Am 24. Februar 1978 erließ (von Publikation kann man eigentlich nicht sprechen, weil nicht allgemein zugänglich und zu wenig verbreitet) die Glaubenskongregation, unterschrieben von S. Em. Cardinal Franjo Seper,  „Normen bezüglich der Beurteilung von Privatoffenbarungen“, die offenbar nicht einmal den facheinschlägig tätigen Theologen und Autoren wie Joseph Schumacher, Anton Ziegenaus und Ramon de Luca bekannt sein dürften, da sie sich nirgends darauf beziehen. Ich habe nur zwei Belegstellen gefunden, eine im Buch von Hw. Rudo Franken „Eine Reise nach Medjugorje“, die andere im Bericht „Über Medjugorje“, erstellt für die französische Bischofskonferenz von S.E. Msgr. Henri Brincard, Bischof von Puy-en-Veley.
 
Nach diesen Normen obliegt primär es dem Ortsbischof, Privatoffenbarungen zu untersuchen und einzugreifen, die nationale Bischofskonferenz kann dann eingeschaltet werden, wenn der Ortsbischof nach Erfüllung der ihn betreffenden Verpflichtungen an diese zum Studium des ganzen Phänomens rekurriert oder wenn das Phänomen gleichermaßen die Region oder Nation betrifft, nach vorheriger Zustimmung des Ortsbischofs. Der Heilige Stuhl kann entweder aufgrund des Ersuchens des Ortsbischofs oder aufgrund des Ersuchens einer qualifizierten Gruppe von Gläubigen die Angelegenheit an sich ziehen, dies wegen der unmittelbaren universalen Rechtsprechung des souveränen Pontifex. Ähnliches gilt auch für die Glaubenskongregation.
 
The Catholic Herald, eine britische Zeitung, meldete am 17. Jänner 2003, dass die Glaubenskongregation dabei sei, auf den neuesten Stand gebrachten Kriterien als Hilfe für Katholiken zur Unterscheidung von wahren und falschen Behauptungen von Visionen, Botschaften, Stigmata, weinenden Statuen und eucharistischen Wundern zu publizieren. Begründet wurde dies mit der weltweiten explosionsartigen Zunahme so genannter Privatoffenbarungen und der daraus resultierenden Gefahr für die Einheit der Kirche. Spiritdaily.com, eine katholische Internetseite, übernahm diesen Bericht unter der Schlagzeile, dass der Vatikan dabei sei, einen offiziellen Leitfaden zur Unterscheidung angeblicher Erscheinungen zu erlassen und berichtete, dass dieses Dokument zu Jahresbeginn im vatikanischen Jahrbuch Attivita della Santa Sede angekündigt worden sei. Diese „Kriterien“ wurden indessen bis heute nicht erlassen, ein Hinweis darauf, dass es grundlegende Divergenzen bei den Entscheidungsträgern gibt.
 
Zwischen 1905 und 1995 sei von 295 Erscheinungen berichtet worden, von denen aber nur 11 anerkannt worden seien. In vielen Fällen seien falsche Seher bei finanziellen Transaktionen erwischt und „Zeichen vom Himmel“ seien als menschliche Tricks entlarvt worden. Diesen berichteten Erscheinungen seien hunderte andere Behauptungen, besonders in den Vereinigten Staaten gefolgt, wo, einzigartig unter den großen Nationen, keine einzige voll kirchlich anerkannt worden sei. Manchmal sei eine lange und beunruhigende Spannung zwischen den Gläubigen, welche an diese „Erscheinungen“ glauben und dem Ortsbischof, der unwillig ist, diese offiziell anzuerkennen. Diese andauernde Spannung sei eine Gefahr für die Einheit der Ortskirche.
 
Bei Berücksichtigung der höchsten genannten Zahl für Marienerscheinungen mit mehr als 900 für die nahezu zweitausend Jahre seit der apostolischen Zeit sowie der genannten „explosionsartigen Zunahme“ von Privatoffenbarungen ist davon auszugehen, dass es weltweit bis heute mindestens 2000 Erscheinungen aller Art gegeben hat und die Tendenz in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Auch im Jahre 2004 wurde wieder über mehrere neue Privatoffenbarungen bzw. Erscheinungen auf mehreren Kontinenten berichtet, wobei es gleichzeitig auch welche gegeben haben wird, über die nicht in einer Weise berichtet wurde, dass die Informationen zugänglich gewesen wären.

Anwendung der genannten Kriterien auf die Ereignisse von Medjugorje

Zur Person der Seher
 Am Mittwoch, dem 24. Juni 1981, gingen Ivanka Ivankovic (geb. 21. 6. 1966) und Mirjana Dragicevic (geb. 18. 3. 1965) in der Nähe ihres Dorfes Bijakovici, welches zur Pfarre Medjugorje gehört, zum Hügel Podbrdo (der zur Hügelkette Crnica gehört) um dort zu rauchen und spazieren zu gehen. Mirjana war im Dorf aufgrund ihrer Kleidung und ihres Verhaltens als „Pankerica“ bekannt, womit die Dorfbewohner ein Mädchen meinten, welches unmoralisch lebt. Bis heute hat sie einen etwas extravaganten Mode- und Bekleidungsstil beibehalten. Auf diese beiden Mädchen richtet sich die Hauptaufmerksamkeit zu Beginn der „Erscheinungen“, da beide vor den anderen vier „Sehern“ die „Erscheinung gesehen haben.
 
Bei der Rückkehr zu ihrem Dorf sah Ivanka zum Hügel hin und erblickte nach ihrer Aussage die strahlende und glänzende Gestalt der „Madonna“. Sie sagte zu Mirjana: „Da, schau! Die Gospa!“. Doch Mirjana tat dies mit einer Handbewegung ab, als ob Ivanka scherzen würde und sagte: „Du mit Deiner Gospa! Glaubst Du wirklich, dass uns die Gospa erscheinen könnte?“ Diese Äußerung Mirjanas ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die beiden bereits vor der angeblichen „Erscheinung“ über die Möglichkeit einer solchen gesprochen hatten. Außerdem ist die Äußerung auch ein Hinweis, für wie glaubwürdig sich die „Seher“ selbst halten. Tatsächlich hatte Mirjana kurz davor ebenso wie auch Jakov Colo (ein „Seher“ vom zweiten „Erscheinungstag“) das Buch „Lourdes: Himmlische Erscheinungen und wunderbare Heilungen“ von P. Bozo Vuco OFM gelesen, über welches sie wohl auch mit Ivanka,  gesprochen haben wird. Das Buch hatte Mirjana von Zdravka Ivankovic erhalten.
 
Auf dem Rückweg zum Dorf trafen sie Milka Pavlovic (damals 13 Jahre alt, Schwester von Marija Pavlovic, einer „Seherin“ vom zweiten „Erscheinungstag“), die den Auftrag hatte, die Schafe heimzutreiben (wobei die Geschichte mit den Schafen allerdings überhaupt unsicher ist, nämlich insoferne, ob sie nicht nur geraucht hätten). Milka sagte zu Ivanka und Mirjana: „Helft mir, die Schafe  nach Hause zu treiben.“ Sie gingen daher wieder zurück zu dem Hügel und sahen auf dem Weg dorthin wieder die „schöne Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm“. Kurz darauf gesellten sich Vicka Ivankovic (geb. 3. 9. 1964), Ivan Dragicevic (geb. 25. 5. 1965) und Ivan Ivankovic (damals 20 Jahre alt) zu ihnen und konnten angeblich ebenfalls die schöne Frau mit dem Kleinkind sehen.
 
Obwohl die „Frau“ Zeichen machte, näher zu kommen, kamen die Jugendlichen ihr nicht näher, ja, sie liefen sogar erschrocken davon, wobei diese Angst, die von der „Erscheinung“ offenkundig nicht genommen werden konnte (nach den Schilderungen hat sie es nicht einmal versucht) sowie die Flucht in der Erscheinungsgeschichte etwas völlig atypisches ist. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die „Seher“ darüber erschrocken waren, dass ihr „Erscheinungsspiel“ tatsächlich Wirkung zeigte.
 
Am nächsten Tag kam Milka Pavlovic nicht mit, weil sie zu Hause helfen mußte. Bei echten Erscheinungen (so bei Guadalupe in Mexico, Lourdes und Fatima) hat die Gottesmutter durchaus geduldig gewartet, bis ein oder mehrere Seher wieder zum Erscheinungsort kommen konnten (insbesondere auch bei elterlichen oder behördlichen Verboten bzw. Behinderungen), sie wechselte ihren Erscheinungsort nicht. Ivan Ivankovic kam nicht mit, weil er „es“ für eine Kinderei hielt. Die letztere Äußerung ist ein besonders starker Hinweis darauf, dass die Ereignisse mit einem „Spiel“ (etwa: können wir auch eine „Erscheinung“ in Szene setzen und die frommen Pfarrangehörigen an der Nase herumführen?) begonnen haben. Beide schieden damit aus dem Kreis der „Seher“ aus. Auch Ivan Dragicevic kam nicht mit, wobei sein Beweggrund nicht bekannt ist, blieb aber in der Folge ein „Seher“.
 
Vom Vortag dabei waren wieder Ivanka Ivankovic, Mirjana Dragicevic und Vicka Ivankovic, neu hinzu kamen an diesem Tag Marija Pavlovic (geb. 1. 4. 1965) und Jakov Colo (geb. 6. 3. 1971), die auch zu „Sehern“ wurden und zehn Dorfbewohner, die allerdings nicht zu „Sehern“ wurden. Diese „Auswechslung der Seher“ ist in der Geschichte der Erscheinungen ohne Beispiel und ein besonders starker Hinweis darauf, dass die „Erscheinungen“ nicht echt sind. Diese Auswechslung würde voraussetzen, dass sich die Gottesmutter – die als unter göttlichem Auftrag und Beistand anzusehen ist – sich bei der Auswahl der „Seher“ geirrt hätte, eine völlig unmögliche Konstruktion.
 
Ein Beleg dafür, dass dies auch von den Medjugorje-Verantwortlichen so gesehen wird, ist darin zu erkennen, dass der „Jahrestag der Erscheinungen“ jährlich nicht am 24. Juni, sondern am 25. Juni gefeiert wird, wobei es  auch hiefür eine „übernatürliche“ Erklärung gibt: In einer „Botschaft“ des Jahres 1982 (vermutlich am 25. 6. 1982) bezeichnete die „Gospa“ gegenüber Mirjana den 25. Juni als „Fest der Königin des Friedens“. Bei keinem der „Seher“ ist eine besondere Tugendhaftigkeit, Demut und  Frömmigkeit überliefert, auch hat sich seit dem Beginn der „Erscheinungen“ keiner der „Seher“ diesbezüglich verbessert. Bei keinem gab es eine Furcht vor Täuschung (eher ist vom Gegenteil auszugehen), sie dürften auch keinen Seelenführer zu diesem frühen Zeitpunkt der „Erscheinungen“ gehabt haben.
 
Ein Wunsch nach Privatoffenbarungen ist – wie oben ausgeführt – wahrscheinlich. Sie reisen so wie Stars in der Welt herum und leben während dieser Reisen von den Spendengeldern der Medjugorje-Pilger bzw. –anhänger. Es ist davon auszugehen, dass ihnen auch sonst Gelder aus den Spendeneinnahmen der Medjugorje-Pilger zufließen, da sie sonst – vor der Beherbergung von Pilgern – gar nicht ihre dem gehobenen Standard entsprechenden Häuser hätten errichten können (ihre Familien kann man – jedenfalls ursprünglich – nicht als gut situiert bezeichnen). Fünf der sechs „Seher“ besitzen – Stand 2002 - eigene Hotels.
 
Die „Gospa“ erschien am zweiten „Erscheinungstag“, dem 25. Juni 1981 (wie auch in der Folge in der Regel), ohne Kind. Die „Seher“ weinten vor Erregung oder aus Angst. Sie beteten Vaterunser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater, wobei aber die „Gospa“ nicht die Hände faltete, was sie auch in der Folge nur selten tat (außer manchmal beim Ehre sei dem Vater). Sie sprach mit ihnen und beantwortete die Frage von Ivanka nach deren zwei Monate zuvor verstorbenen Mutter mit: „Es geht ihr gut. Mach dir keine Sorgen! Sie ist bei mir.“
 
Am dritten „Erscheinungstag“, am Freitag, dem 26. Juni 1981, begleiteten ungefähr tausend Menschen die fünf „Seher“ vom Vortag, bei denen auch wieder Ivan Dragicevic dabei war. Nach dem dreimaligen Lichtblitz, der von vielen Anwesenden gesehen werden konnte, erschien die „Gospa“ weiter oben am Hügel. Auf Anraten älterer Frauen aus dem Dorf hatten die Jugendlichen an diesem Tag Weihwasser mitgenommen. Nachdem sie zuerst das Glaubensbekenntnis gebetet hatten, bespritzte Vicka damit die „Erscheinung“ und sprach: „Wenn Du die ,Gospa’ bist, dann bleib bei uns; wenn nicht, geh weg von uns!“ Über die Reaktion der „Erscheinung“ gibt es zwei Versionen, nach der ersten lächelte die „Gospa“ nur, sagte aber nichts dazu, nach der zweiten verschwand die „Gospa“, drei der „Seher“ wurden ohnmächtig bzw. haben sich zwei der „Seher“ in deren Abwesenheit krank gefühlt, die letztere Version stammt von der „Seherin“ Vicka. Die zweite Version würde für eine daemonische „Erscheinung“ sprechen.
 
Was die Frage nicht eingetroffener Privatoffenbarungen (Prophezeiungen, Botschaften) betrifft, so gibt es diesbezüglich zahlreiche, welche nicht eingetroffen sind. Am 30. Juni 1981 sagte die „Seherin“ Mirjana, dass die „Erscheinungen“ noch drei Tage dauern würden, sie gingen jedoch auch nach dem 3. Juli 1981 weiter. Bereits am zweiten „Erscheinungstag“ sagte die „Gospa“ ein Zeichen zur Bestätigung der Echtheit der „Erscheinungen“ zu, die „Seher“ wiederholten ihren Wunsch u. a. am vierten und siebenten „Erscheinungstag“ (27. und 30. Juni 1981) sowie am 12. und 26. Oktober 1981. Als das Ausbleiben des Zeichens offenkundig Kritik hervorrief, wurden von den „Sehern“ folgende Erklärungen hiezu abgegeben: „Vielleicht will sie uns kein Zeichen geben“ (Mirjana), „das Zeichen wird am Ende der ,Erscheinungen’ gegeben werden“ (Ivan), „das Zeichen kommt, wenn ihr euch bekehrt“ (nochmals Ivan, offenbar nie?).
 
Am 9. Mai 1982 unterschrieb Ivan die Aussage, wonach das „Zeichen“ im sechsten Monat und ein „großes Heiligtum der Gestalt der Madonna darstellen werde. Im Juni 1982 war indessen von diesem „Zeichen“ keine Spur und auch seither nicht. Zur „gegebenen Zeit“ sollte Mirjana ihre 10 Geheimnisse (diese sind allen „Sehern“ angekündigt, drei von ihnen haben zehn erfahren, die anderen neun) einem Priester mitteilen (Stand 1983), welcher von der „Gospa“ ausdrücklich als Adressat derselben bestätigt  wurde, aber in der Folge in die Schweiz übersiedelte, ohne jedoch vorher etwas von den Geheimnissen zu erfahren. Eines der angekündigten Geheimnisse, ein „schreckliches“ wurde schon vor dessen Bekanntgabe (welche bis heute nicht erfolgte) durch Gebet und Fasten der Gläubigen beseitigt, ist somit ebenfalls nicht eingetroffen.
 
Die Einvernahmen der „Seher“ durch Ärzte und Polizei (so am vierten und sechsten „Erscheinungstag“, am 27. und 29. Juni 1981) kann man kaum als bestandene „Prüfungen“ bezeichnen. Die „Seher“ Ivan, Vicka und Marija verspürten eine geistliche Berufung (welche auch von der „Gospa“ bestätigt worden war), verloren aber diese – wiederum mit Einverständnis der „Gospa“ – und heirateten schließlich so wie die drei anderen „Seher“. Wobei aber der Ort Medjugorje sonst überdurchschnittlich viele geistliche Berufungen aufweist.
 
Am vierten „Erscheinungstag“ (dem 27. Juni 1981) erschien die „Gospa“ nach der eigentlichen „Erscheinung“ erneut Marija Pavlovic, welche abseits gekommen war. Die „Gospa“ war nunmehr allerdings traurig gestimmt und hatte ein großes schwarzes Kreuz hinter sich, wobei sie „Friede, Friede, Friede!“ sprach und unter Tränen betonte: „Zwischen Gott und den Menschen soll wieder Friede sein! Friede soll auch unter den Menschen sein!“ Marija war über dieses Erlebnis tief erschüttert und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Als die anderen „Seher“ vorbeikamen, halfen sie ihr und stützten sie bis nach Hause. Erst dort kam sie wieder zu Kräften. Die Reaktion dieser späteren „Hauptseherin“ ist – in Hinblick auf die Banalität der Geschichte – äußerst seltsam. Üblicherweise werden Seher durch die Gottesmutter bei Erscheinungen seelisch aufgerichtet, sogar dann, wenn die Erscheinung traurigere Inhalte hat wie Höllenvisionen udgl. aufweist.
 
Am gleichen Tage, dem 27. Juni 1981, fühlten sich die „Seher“ bereits so unter Druck, dass sie ihren Vertrauten Marinko Ivankovic zu Rate zogen, der ihnen riet, Fragen und Antworten aufzuschreiben und im übrigen den Leuten zu sagen, dass die „Gospa“ nicht mehr erscheinen werde. Diese Vorschläge sprechen ganz klar gegen eine Echtheit der „Erscheinung“. Die „Seher“ beherzigten den zweiten Vorschlag nur unzureichend (noch drei Tage „Erscheinungen“ am 30. Juni 1981) und ergriffen am siebenten „Erscheinungstag“ (ebenfalls am 30. Juni 1981) schließlich die Flucht. Zur gewöhnlichen Zeit der „Erscheinungen“ waren fünf von ihnen nicht da (Ivan dürfte sich ebenfalls versteckt haben) und hielten sich im Dorf Cerno, sechs km von Medjugorje entfernt, auf, wo sie angeblich ihre „Erscheinung“ hatten.
 
Aus dieser Geschichte, die durch Tonbandaufnahmen erwiesen ist, wurde schließlich eine Entführung durch weibliche Staatsangestellte (eine von der Geheimpolizei), in der Version des damaligen Pfarrers von Medjugorje, P. Jozo Zofko OFM wurde daraus sogar eine Verfolgung der „Seher“ durch Polizisten mit Gummiknüppeln. Auf Betreiben des genannten P. Zofko wurden die „Erscheinungen“ von dem Hügel Podbrdo in die Pfarrkirche von Medjugorje verlegt. Auch dieser Ortswechsel ist in der Geschichte der Erscheinungen ohne Beispiel. Ganz im Gegenteil hat die Gottesmutter bei den Erscheinungen von Guadalupe, Lourdes und Fatima gezeigt, dass sie auch bei tatsächlicher Verhinderung der „Seher“ keinen Ortswechsel durchführt.
 
Zu den Umständen der Privatoffenbarung
Von Anfang an waren  in den Aussagen der „Seher“ (Primärquellen) als auch in deren Widergabe (Sekundärquellen) viele Widersprüche enthalten, vor allem in den ersten Tagen -  aber zum Teil bis heute - bestehen die „Botschaften“ vorrangig aus Banalitäten, z. B. von dem Gehorsam gegenüber der Oma der Ivanka und dass die Franziskaner „fest glauben sollten“. Ab dem 1. Juli 1981, als die „Erscheinungen“ auf Betreiben des damaligen Pfarrers von Medjugorje, P. Jozo Zofko, in die Pfarrkirche von Medjugorje verlegt wurden, kam dann allmählich „Ordnung“ in die „Botschaften der Gospa“, wobei sich Hinweise häuften, dass die Franziskanerpatres von Medjugorje am Entwurf, mindestens aber an der „Endredaktion“ der „Botschaften“ beteiligt sind.
 
Seit diesem Zeitpunkt erfolgte die Mitteilung der „Botschaften“ nur noch durch die Pfarre von Medjugorje bzw. einzelne dort tätige Franziskanerpatres, niemals mehr jedoch durch die „Seher“ direkt. Die Authentizität sämtlicher verlautbarter „Botschaften“ ist zu bezweifeln, menschliches Beiwerk darin auch stark spürbar. Dazu kommt noch die Häufigkeit der Botschaften. Zum Zeitpunkt des 24. Jahrestages am 24. Juni 2005 (ein Ende ist ja bis dato nicht absehbar) werden es bei den drei noch „voll aktiven Sehern“ (die drei anderen haben „Jahreserscheinungen“ sowie solche zu „bestimmten Anlässen“) mit täglichen „Erscheinungen“ (24 Jahre x 365 + 6 Schalttage) 8766 davon sein und zwar immer zur gleichen Zeit (jedoch keine Umstellung von Sommer- auf Winterzeit) unabhängig wo und in welcher Situation die „Seher“ sich befinden (auch im Flugzeug, in der Bahn usw.).
 
Bischof Ratko Peric, der zuständige Ortsbischof von Mostar-Duvno, kommt bei seinem Vortrag im Päpstlichen Institut St. Patrick Maynooth bei Dublin am 17. Februar 2004 sogar auf 33.320 „Erscheinungen“ (zum damaligen Zeitpunkt), weil er die „Erscheinungen“ aller „Seher“ zusammenrechnet, was deswegen zulässig und richtig ist, weil diese ja nicht am gleichen Ort stattfinden und auch nicht den gleichen Inhalt haben. Zum Vergleich: Lourdes hatte 18 einzelne Erscheinungen, Fatima 6 (dazu kommen noch die drei vorangegangenen Erscheinungen des Engels von Portugal und die späteren an Sr. Lucia), Guadalupe 4 (insgesamt waren es eigentlich 6) und La Salette eine einzige Erscheinung. Von den anerkannten Erscheinungen weisen diejenigen von Beauraing (1932/33) mit 33 einzelnen Erscheinungen die absolut höchste Zahl auf. Medjugorje schlägt die zuletzt genannten Erscheinungen um mehr als den Faktor 1000! Auch dies ist ein Beweis gegen die Echtheit dieser „Erscheinungen“, denn Gott pflegt sich nicht zu wiederholen noch Wunder ohne Notwendigkeit zu vermehren.
 
Mit 1. März 1984 wurden die – zu veröffentlichenden – täglichen „Botschaften“ (welche an die „Seherin“ Marija gerichtet sind) auf  „Donnerstagsbotschaften umgestellt“, am 25. März 1987 erfolgte sodann die „Umstellung auf Monatsbotschaften“ (gerichtet an die Pfarre Medjugorje und alle, die die „Botschaften“ annehmen wollen). Auch diese – bürokratisch anmutenden – Maßnahmen sprechen selbstverständlich gegen eine Echtheit der „Erscheinungen“.
 
Zu den mit der Glaubenslehre nicht übereinstimmenden „Botschaften“ zählt die Die „Geschichte vom blutigen Taschentuch“ vom 4. September 1981: An diesem Tag stellten die „Seher“ der „Gospa“ die Frage, ob folgende Geschichte, welche ihnen selbst erzählt worden war, wahr wäre:
 
Ein Taxifahrer begegnete einem völlig mit Blut bedeckten Mann. Dieser gab ihm ein blutiges Taschentuch und sagte: „Wirf dies in den Fluß!“ Er ging hin und begegnete danach einer Frau in Trauerkleidung. Sie hielt ihn auf und sagte, dass er ihr das Taschentuch übergeben solle. Er gab ihr das seine, aber sie erwiderte: „Nicht dieses, sondern jenes blutige!“ Er gab es ihr und sie sprach: „Hättest du es in den Fluss hinein geworfen, so wäre das sofort das Ende der Welt gewesen!“
 
Die „Gospa“ antwortete hiezu: „Das ist wahr. Jener mit Blut bedeckte Mann war mein Sohn Jesus und die Frau in Trauerkleidung war ich, die Muttergottes.“ Das bedeutet, dass die Gottesmutter die Welt vor ihrem göttlichen Sohn retten muß, dies alles wegen eines Taschentuches, welches in einen Fluß geworfen werden soll (!). In den offiziellen Sammlungen von „Botschaften der Gospa“ ist diese nicht enthalten, obwohl sie nicht bestritten wird.
 
Eine weitere falsche „Botschaft“ beinhaltet die Aussage, dass die verschiedenen Religionen „gleich“ bzw. „ähnlich“ sein (1. Oktober 1981); weiters die Aussage (vom 25. Juli 1982), dass Laien den Kranken „charismatische Salbungen mit Öl“ spenden könnten (die Spendung des Sakraments der letzten Ölung ist den Priestern vorbehalten) und ihnen die Hände auflegen sollten (das letztere ist als religiöse Handlung nur beim sakramentalen Vollzug, z.B. bei der Taufe, Firmung und Priesterweihe zulässig). Theologisch falsch ist auch die Aufforderung der „Gospa“ (vom 21. Juni 1983) an den Ortsbischof, sich zu den „Ereignissen von Medjugorje zu bekehren“. Die Kirche verlangt derartiges auch von ihren Gläubigen bei anerkannten Erscheinungen nicht, noch könnte sie dies, da es sich nicht um einen Bestandteil der verbindlichen Offenbarung handelt.
 
Ebenfalls unschicklich im Sinne des Prüfschemas von August Poulain ist der Umstand, dass die angebliche „Gottesmutter“ bei Berührung durch Personen Flecken auf ihrem Kleid bekommt, dies wegen der Sünden der Betreffenden. Einerseits sind solche „Berührungen“ schon sehr merkwürdig, andererseits ist es theologisch nicht nachvollziehbar, wie Personen, die glorreiche Gottesmutter, die Königin der Engel und Heiligen, beschmutzen könnten oder auch nur ihr Kleid. Bei Berührungen durch die „Seher“, von welchen sie sich angeblich auch umarmen und küssen läßt, sind derartige Flecken übrigens nicht überliefert.
 
Unschicklich und unpassend ist es selbstverständlich auch, wenn der Teufel im Auftrag der Gottesmutter in der Pfarrkirche von Medjugorje erscheint, so aber angeblich am 14. April 1982: Mirjana wartete auf die „Gospa“ und sah das Licht, das jedes Mal die „Erscheinung“ ankündigte. Aus dem Licht kam aber der Teufel hervor, bekleidet mit den Gewändern der „Gospa“ und mit ihren Gesichtszügen (!). Er hatte ein schreckliches schwarzes Gesicht und blickte sie mit feurigen Augen an... Er bot ihr alle Freuden der Welt an, aber sie wies ihn ab. Die Erscheinung des als Jungfrau Maria verkleideten Teufels war so bestürzend für Mirjana, dass sie das Bewußtsein verlor. Eine Weile später kam die „Gospa“ und sagte zu ihr: „Entschuldige, aber du musstest ihn sehen, um zu wissen, dass es ihn gibt und dass du in der Welt Versuchungen ausgesetzt sein wirst. Diese „Erscheinung“ muß in der Seitenkapelle (eigentlich ein Teil der Sakristei) der Pfarrkirche St. Jakob in Medjugorje stattgefunden haben, da sich seit 15. Jänner 1982 die „Seher“ zur Zeit der „Erscheinung“ dort versammelten.
 
Ebenso unschicklich und unpassend ist es natürlich auch, wenn die „Seherin“ Vicka behauptete, sie hätte Angst gehabt, dass die „Gottesmutter“ ihr Kind fallen lasse. Dies, nachdem der Franzose Jean-Louis Martin im Jänner 1985 bei einer „Erscheinung“ so getan hatte, als wollte er ihr mit zwei Fingern in die Augen fahren. Damit wollte er überprüfen, ob die „Seher“ tatsächlich – wie behauptet – während einer „Erscheinung“ in Ekstase wären. Vicka hatte daraufhin erschrocken reagiert, war instinktiv zurückgewichen und hatte den Raum verlassen (die Begebenheit wurde auf Video festgehalten und im kanadischen Fernsehen gezeigt). Die Erklärung Vickas hiefür nach Beratung durch einen Franziskanerpater: Siehe oben. Wobei eindeutig war, dass Vicka nach hinten zurückgewichen und sich nicht nach vorne bewegt hatte.
 
Aufgrund der Alltäglichkeit der „Botschaften“ kann ein besonderer Nutzen für das Seelenheil nicht festgestellt werden. Besonders zu Beginn der „Erscheinungen“ wurde der Neugier vieler Gläubiger nachgekommen und entsprechende Auskunft durch die „Gospa“ erteilt. Dass diese „Erscheinungen“ keinen Frieden bringen, zeigt sich nicht nur an dem Krieg im damaligen Jugoslawien, welcher 10 Jahre nach dem „Erscheinungsbeginn“ ausbrach, sondern auch in dem Unfrieden, welchen die „Erscheinungen“ von Medjugorje in viele Familien, Gebetskreise, Pfarren und Gemeinschaften gebracht haben. Die Anhänger von Medjugorje vertragen es nämlich in keiner Weise, wenn man die von ihnen hochgeschätzten „Erscheinungen“ in Zweifel zieht. Auch ist bei vielen Darstellungen in Medjugorje-offiziellen Publikationen die Wahrheit auf der Strecke geblieben.
 
Als Werke dieser „Privatoffenbarung“ sind verschiedene Gebetesgemeinschaften und Apostolate anzusehen, die aber sämtliche so eng mit den „Erscheinungen“ verbunden sind, dass ihre Katholizität darunter leidet. Auch sind sie regelmäßig und ohne zureichende Begründung ungehorsam gegenüber dem Ortsbischof, insoferne sie sich ohne dessen Einwilligung in Medjugorje niedergelassen und teilweise dort große Häuser errichtet haben. Eindeutig ist, wie oben gezeigt wurde, dass diese „Privatoffenbarung“ die Probe der Zeit nicht bestanden hat.
 
Zu den Andachten im weiteren Sinne ist besonders auffällig das zweimal wöchentlich (mittwochs und freitags) vorgesehene Fasten bei Wasser und Brot. Zahlreiche Gläubige sind an dieser Anforderung gescheitert, es gibt Berichte über gesundheitliche Beeinträchtigungen, ja sogar ein Todesfall (Totgeburt) ist überliefert, weil eine Schwangere ebenfalls dieses scharfe Fasten mitmachte. Ein derartiges Fasten hat die Kirche niemals von ihren Gläubigen verlangt und ist es auch nicht vernünftig. Auch das von der „Gospa“ verlangte tägliche Gebet des gesamten Psalter (der drei traditionellen Rosenkränze) stellt sich vielfach als Überforderung der Gläubigen heraus.
 
Zu den als Echtheitsbeweis oft genannten positiven Früchten sollen noch zwei Bemerkungen angebracht werden, die eine allgemein über Privatoffenbarungen, die andere konkret zu Medjugorje. Nach den Normen der Glaubenskongregation vom 24. 2. 1978 muß in erster Linie das Ereignis entsprechend den positiven und negativen Kriterien beurteilt werden. Erst wenn diese Prüfung günstig ausfällt, ist es einigermaßen sicher, öffentliche Erklärungen zu Kult und Verehrung zu erlauben, während die Untersuchung der Ereignisse mit besonderer Sorgfalt weitergeführt wird. Das läuft darauf hinaus, zu sagen: Derzeit spricht nichts dagegen. Die Prüfung der Ereignisse muß daher der Prüfung der Früchte vorangehen. Wenn diese Regel nicht eingehalten wird, können beim Urteil Irrtümer unterlaufen.
 
Bischof Ratko Peric erklärt dazu in Bezug auf Medjugorje folgendes: „Die Früchte, die so oft erwähnt werden, beweisen nicht, dass sie von übernatürlichen Erscheinungen oder Privatoffenbarungen Unserer Frau herrühren. Aber unter der Annahme, dass sie wirklich christlich sind, sind sie als Ergebnis des normalen Werkes der göttlichen Gnade, durch den Glauben an Gott, durch die Fürsprache der Jungfrau und Gottesmutter Maria und durch die Sakramente der Katholischen Kirche anzusehen. Und das sagt noch nichts über die negativen Früchte.“

Schlußfolgerungen

Entsprechend den meisten Echtheitskriterien nach August Poulain können die „Erscheinungen“ der angeblichen „Gottesmutter“ („Gospa“) von Medjugorje nicht als echt angesehen werden, auch wenn die Fehlerursache derzeit nicht geklärt werden kann. Selbst eine Kombination von menschlichen Fehlern und daemonischer Einwirkung kann nicht ausgeschlossen werden. Bei den bischöflichen Untersuchungen (einschließlich der Kommission der damaligen jugoslawischen Bischofskonferenz) zwischen 1982 und 1991 konnte nichts Übernatürliches festgestellt werden.
 
Besonders scharf haben sich die beiden Ortsbischöfe in zeitlicher Abfolge, Pavao Zanic (dieser war anfänglich positiv zu den „Erscheinungen“ eingestellt) und Ratko Peric, gegen die Echtheit der Erscheinungen ausgesprochen. Im übrigen wurde es – offenbar mit kirchenpolitischem Hintergrund – seitens der Glaubenskongregation verabsäumt, ebenso klare Worte gegen diese „Erscheinungen“ zu finden, auch wenn es einzelne einschlägige Äußerungen dieser Kongregation zu Anfragen einzelner Bischöfe gibt.
 
Richtig wäre es allerdings,  die Gläubigen zu ermahnen, nicht unvorsichtig Wallfahrten zu „Erscheinungsorten“ zu machen, die nicht von der Kirche anerkannt wurden. Jesus Christus, Unser Herr, hat die Sakramente eingesetzt, um uns zu heiligen. Selbst wenn es wirkliche Erscheinungen gibt, können sie nicht mehr als sekundär sein. Sie können nur die Sakramente bestätigen; sie können die Sakramente nicht ersetzen. Man kann die Sakramente nicht durch Wallfahrten ersetzen. Man kann die Gnade des Sakraments durch echte Wallfahrten bekräftigen, aber man kann sie nicht ersetzen.

 

IVAN DUGANDŽIĆ

Nochmals über die Ereignisse von Medjugorje  [1]

 Medjugorje im Kreuzfeuer der Meinungen

Es gibt kaum ein anderes Thema, das heutzutage in der Kirche so heiß diskutiert wird, wie Medjugorje. Schon bei der Frage, was man unter Medjugorje versteht, gehen die Meinungen stark auseinander. Während die Einen in dem, was jetzt in Medjugorje geschieht, ein überwältigendes Zeugnis der Anwesenheit Gottes sehen, ziehen die Anderen die Anfänge von diesem Phänomen in Zweifel. Während die Einen starke Glaubensimpulse hervorheben, die von Medjugorje in die ganze Welt ausgehen, fragen die Anderen immer noch mißtrauisch nach der Echtheit der Erscheinungen und Botschaften.

 

Die Ersten sprechen von «großer Gebetsschule», «größtem Beichtstuhl» und «wichtigstem Ort der Neuevangelisierung» der Welt, die Zweiten spekulieren immer noch mit dem Betrug der Seher und der Franziskaner. Obwohl die Ereignisse von Medjugorje von der offiziellen Kirche bis jetzt mit keiner Geste den Gläubigen empfohlen wurden, zieht dieser kleine Ort in der Herzegowina alljährlich Millionen Menschen aus der ganzen Welt an. Es gibt unzählige Zeugnisse von tiefen Glaubenserfahrungen und echten Bekehrungen, aber auch von wunderbaren Heilungen. Viele sprechen von einer starken geistigen Kraft, die Medjugorje auf die Pilger ausstrahlt, die sogar diejenige von Lourdes oder Fatima übertrifft.

 

Deswegen verdienen die Ereignisse von Medjugorje nicht nur unsere Aufmerksamkeit sondern auch eine sachliche und faire Auseinandersetzung mit diesem heiklen Thema. Während die Einen sich wundern, dass die offizielle Kirche noch nicht in irgendeiner Weise Medjugorje anerkannt hat, stehen die Anderen, wie gesagt, immer noch diesen Ereignissen skeptisch gegenüber. Belehrt durch ihre zweitausendjährige Erfahrung mit ähnlichen Phänomenen, läßt sich die Kirche lieber  Zeit, als voreilig ein Urteil zu sprechen. Sie wacht  sorgfältig darüber, dass in der Pfarrkirche von Medjugorje gemäß allgemeiner Glaubenslehre der Kirche das Wort Gottes verkündet, Sakramente in rechter Weise gespendet, Gebete und geistige Übungen im Sinne der Kirche verrichtet werden, indem sie zugleich das Phänomen der Erscheinungen selbst auf seine Echtheit hin prüft.

 

 Position von T. Lintner: Auseinandersetzung oder Verteufelung?

 Eine solch abwartende Haltung der offiziellen Kirche gibt eigentlich jedem einzelnen Christen, besonders dem Theologen, eine willkommene Gelegenheit, sich seine eigene Meinung über Medjugorje zu bilden. Und tatsächlich ist inzwischen eine kaum überschaubare Flut von Literatur entstanden. Es gibt unzählige kritisch oder weniger kritisch geschriebene Bücher und Artikel mit dem Thema Medjugorje. In ihnen melden sich nicht nur die Befürworter, sondern auch Skeptiker und offene Kritiker zu Wort. Wenn das im Geiste gegenseitiger Toleranz geschieht und wenn dabei sachlich argumentiert wird, trägt das zu einem immer tieferen Verständnis des Phänomens der Erscheinungen bei und bringt uns immer ein Stück näher einer ausgewogenen Antwort auf die Frage der Echtheit und der Bedeutung der Ereignisse von Medjugorje.

 

Das kann man leider vom Artikel «Privatoffenbarungen und die Ereignisse von Medjugorje» von Thomas Lintner in der Februarnummer der Zeitschrift «Theologisches» nicht sagen. Eher zählt er zu jener Art von Abhandlungen, in denen es von vornherein nicht um die Klärung von Sachfragen, Beseitigung von Schwierigkeiten und Zweifeln, sondern um den rücksichtslosen Angriff auf Medjugorje geht. Schon mit seinem ersten Untertitel «Erscheinungen und ihre Gefahren» (S. 31) verrät der Artikel, dass er negativ intoniert. .....usw. 

 

Replik zu P. Ivan Dugandzic OFM

von Thomas Lintner

Unter dem Titel „Nochmals über (die) Ereignisse von Medjugorje“ hat P. Ivan Dugandzic eine Replik zu meinem Artikel „Privatoffenbarungen und die Ereignisse von Medjugorje“ verfaßt. Ich nütze die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Ich bin P. Dugandzic schon insoferne dankbar, als er durch das viele, was er an meinem Artikel nicht kritisiert, hinsichtlich vieler Fakten bestätigt, dass es sich tatsächlich um ernstzunehmende Probleme für die Anerkennung einer Echtheit der „Erscheinungen“ von Medjugorje handelt. 

P. Dugandzic wirft mir mangelhafte Kenntnisse in der Theologie vor, dies im wesentlichen mit der Begründung, dass ich nicht die Lehre von P. Karl Rahner SJ meinen Ausführungen zu Grunde gelegt habe. Zunächst einmal ist zu hinterfragen, inwiefern eine theologische Ausbildung überhaupt gefordert werden muss und andererseits, welchen Nutzen diese im Gegenstand bringt. Zahlreich sind ja die großen Heiligen, welche keine Theologen waren und hatten viele Kirchenväter (Ambrosius war bei seiner Ernennung zum Bischof noch nicht einmal getauft), Päpste und Kirchenschriftsteller (insb. die des ersten christlichen Jahrtausends) keine theologische Ausbildung im heutigen Sinne, da die heutige Form der Ausbildung die Existenz von Priesterseminaren, Universitäten und katholischen Hochschulen voraussetzt. 

In concreto bin ich gelernter Jurist, was zu einer Darstellung nach logischen Gesichtspunkten und einer Abwägung von pro und contra bei konkreten Fragestellungen von Nutzen sein mag. Überdies ist zu hinterfragen, was ein an heutigen theologischen Fakultäten und Hochschulen ausgebildete Theologe überhaupt zur Frage von Privatoffenbarungen und deren Prüfung in Hinblick auf  die Echtheit gelernt hat? Ich behaupte, dass eine der Hauptursachen für die Entwicklung der Ereignisse von Medjugorje darin gelegen ist, dass viele Priesteramtsanwärter (insbesondere auch der Franziskaner) im damaligen Jugoslawien ihre theologische Ausbildung notgedrungen nicht im eigenen Land, sondern im westlichen Ausland absolvierten (daher auch ihre guten Sprachenkenntnisse, die schließlich auch zur Verbreitung der angeblichen „Botschaften“ von Nutzen waren) und damit – ohne sich darüber im klaren zu sein – vom Regen in die Traufe gerieten, nämlich vom Kommunismus in den (besser getarnten) Modernismus.  

Da sie aber von zu Hause eine gewisse Frömmigkeit mitgebracht hatten und Priester bleiben wollten, blieben sie Suchende, fanden aber nicht zur Tradition, sondern zur Charismatik, einer speziellen Form des religiösen Subjektivismus. Deswegen waren sie auch besonders bereit, angeblich überirdische Phänomene, die sie sich täglich herbeiwünschten, ja beinahe herbeizwingen wollten, als echt anzuerkennen und auftauchende Zweifel zu ignorieren oder zu verdrängen (so insbesondere auch P. Jozo Zofko OFM, zur Zeit der ersten „Erscheinungen“ Pfarrer von Medjugorje). 

Vielleicht glaubt P. Dugandzic wirklich, dass P. Karl Rahner SJ ein vorbildlicher Theologe war, den man zur Lösung praktischer Probleme heranziehen sollte; ich indessen bin vom Gegenteil überzeugt und zahlreiche Veröffentlichungen bis in die jüngste Zeit bestärken mich in dieser Annahme. Ich bin außerdem davon überzeugt, dass P. Karl Rahner SJ und seine Schriften nur aus kirchenpolitischen Gründen noch nicht von der Glaubenskongregation verurteilt wurden. (Beachte das Buch von David Berger "K. R. Kritische Annäherungen") Gewiss ist es auch nicht korrekt, P. Karl Rahner SJ und Kardinal Dr. Leo Scheffczyk in einem Atemzug zu nennen – da liegen „Welten“ dazwischen. Es gibt jedenfalls keinen Anlass, von den traditionellen Prüfkriterien für Privatoffenbarungen, welche auch in den Normen der Glaubenskongregation vom 24. Februar 1978 bezüglich der Beurteilung von Privatoffenbarungen ihren Niederschlag finden, abzuweichen. Da Privatoffenbarungen sowohl hinsichtlich der Erkenntnis ihrer Echtheit als auch dem Verständnis ihres Inhaltes vielfach große Schwierigkeiten bieten, ergibt sich, dass die Hl. Kirche – jedenfalls bis in die Gegenwart – Berichte über Privatoffenbarungen mit weiser Vorsicht und Zurückhaltung geprüft hat[1].
 

Große Mystiker und Heilige wie Theresa v. Avila, Johannes v. Kreuz und Ignatius v. Loyola haben beständig vor den Gefahren falscher „Erscheinungen“ gewarnt (ich weiß nicht, ob P. Dugandzic sie als „Theologen“ anerkennt). Insoweit P. Dugandzic kritisiert, dass ich für den allgemeinen Teil meines Artikels ein Werk des Jesuiten August Poulain aus dem Jahre 1910 herangezogen habe, ist darauf hinzuweisen, dass bis heute das Standardwerk überhaupt zur Beurteilung von Privatoffenbarungen „De beatitificatione et canonizatione servorum Dei“ von Prosper Lambertini (regierte als Papst Benedikt XIV. von 1740-1758) aus den Jahren 1734-1738 ist.

 Doch nun zu den konkreten Vorhaltungen von P. Dugandzic. Zunächst einmal muss ich klarstellen, dass ich mit meinen allgemeinen Darstellungen zu den Privatoffenbarungen und deren Prüfung noch keine Aussage zu Medjugorje tätigen wollte, ich halte einfach die Ausführungen von August Poulain für kurz und aussagekräftig, für mein Buch „Der Stellenwert von Privatoffenbarungen am Beispiel der  ,Gospa’ von Medjugorje“ [2] habe ich sein Prüfschema gar nicht herangezogen. Auch stütze ich mich praktisch kaum auf Äusserungen S. Ex. Diözesanbischof Ratko Peric, obwohl dessen Haltung als zuständiger Ortsbischof von Mostar-Duvno durchaus bedeutsam ist. 

P. Dugandzic kritisiert, dass nach den Kriterien von August Poulain in einer „moralisierenden Art und Weise“ das Leben der Seher, „ihre Tugendhaftigkeit und ihr Wachsen im geistlichen Leben unter die Lupe genommen“ würden; offen bleibt, welche Kriterien er hinsichtlich der Person der Seher für angemessen hält oder ob deren Person für die Beurteilung der Echtheit von Erscheinungen gar nicht herangezogen werden soll? Sodann kritisiert der Autor, dass die „damalige Fundamentaltheologie“ einzig die Frage interessiert habe, ob die Inhalte einer solchen „mystischen Erfahrung“ mit der allgemeinen Lehre der Kirche übereinstimmten und ob sie sich positiv auf die „betreffende Person“ auswirkten; man habe nicht weiter gefragt, ob das einen „theologischen Wert für das Leben der Kirche im Allgemeinen“ habe und somit auch die anderen Gläubigen einbeziehe. Es bedarf freilich seitens des Autors einer gewissen Dialektik, hier eine unterschiedliche Wertung für möglich zu halten. Denn welchen Nutzen sollte eine Privatoffenbarung haben, die nicht mit der Lehre der Kirche übereinstimmt; welche Früchte, wenn sie sich schon auf den oder die Seher negativ auswirkt?

 

P. Dugandzic bezeichnet meine Äußerungen zu den ersten „Visionen“ der „Seher“ als grotesk, bezweifelt, ob ich jemals die Evangelienberichte gelesen hätte und erwähnt insbesondere das Beispiel der Frauen am leeren Grabe Jesu, die dem Engel des Herren begegnen und darüber von Furcht ergriffen sind. Hier ist aber auf die wesentlichen Unterschiede zu verweisen, dass die Frauen die Botschaft des Engels von der Auferstehung Jesu vernahmen und nicht nur von Furcht, sondern auch von Freude ergriffen waren, als sie vom Grab wegliefen. Gleiches gilt für den Bericht der Begegnung des Auferstandenen mit den Aposteln in Lk 24,37ff: Die Apostel werden durch Christus beruhigt, hören seine Botschaft und können schließlich in staunender Freude zusehen, wie er einen Fisch ißt. Nichts dergleichen in der Begegnung der „Medjugorje-Seher“ mit der angeblichen „Muttergottes“. Die fehlende Kontaktaufnahme zwischen den „Sehern“ und der „Erscheinung“ sowie jegliches Fehlen einer Botschaft ist ein wesentlicher Unterschied zwischen der ersten „Erscheinung“ von Medjugorje und den alten Offenbarungsberichten sowie auch den anerkannten Privatoffenbarungen.

P. Dugandzic behauptet, ich würde versuchen, die Beschreibung der „Seherin“ Marija Pavlovic über eine „Erscheinung der Gottesmutter“ lächerlich zu machen. Tatsächlich ist es aber auch wirklich seltsam, wenn die „Erscheinung“ der „Gottesmutter“ vor einem Kreuz mit einer Friedensbotschaft dazu führt, dass sich diese aus Erschütterung nicht mehr auf den Beinen halten kann. Bei keiner anerkannten Erscheinung der Gottesmutter findet sich ähnliches. Dass die „Botschaften der Gospa“ von Medjugorje eine gewisse Banalität aufweisen, kann nicht ernstlich bestritten werden. In der einschlägigen Theologie[3] gilt der Grundsatz, dass häufig vorkommende Offenbarungen derselben Person (z.B. der Gottesmutter Maria) über dieselben Wahrheiten als wahrscheinlich falsch einzuschätzen sind, weil Gott nicht dasselbe zu wiederholen, noch Wunder ohne Notwendigkeit zu vermehren pflegt. Das Außerordentliche des Geschehens einer Privatoffenbarung ist bei derartig häufigen „Erscheinungen“ und „Botschaften“[4] nicht genügend begründet. 

Es ist zwar richtig, dass die Aussagen von Sehern über die ihnen gegebenen Botschaften keine Protokolle sind, das bedeutet aber keineswegs, dass sie im Sinne einer Echtheit Widersprüche in sich, zur Lehre und zum Glauben Christi und der Kirche aufweisen dürfen. Allfällige Irrtümer der Apostel und Jünger über die Erscheinungen des Auferstanden werden unverzüglich aufgeklärt, derartiges ergibt sich aber nicht bei den „Botschaften“ von Medjugorje. 

Höchst interessant sind die Ausführungen P. Dugandzic’ über die Entstehung der „Botschaften“. Er schreibt: Und so spricht er (Anm.: Thomas Lintner) von Hinweisen, „dass die Franziskanerpatres von Medjugorje am Entwurf, mindestens aber an der  ,Endredaktion’ der ,Botschaften’ beteiligt sind. Er stellt sich einen Seher wie ein modernes Hörgerät vor, dessen Aufgabe darin bestünde, eine Meldung zu registrieren. Indessen bedient sich Gott eines lebendigen Subjekts, der alles auf seine eigene Weise erlebt und genauso auf eigene Weise weitersagt. So entsteht eine Botschaft, für die der Seher mit seiner eigenen Person bürgt und Zeugnis ablegt."

 Hier wäre von einem Befürworter der Echtheit der „Erscheinungen“ von Medjugorje eigentlich ein entschiedenerer Widerspruch zu erwarten gewesen. Denn P. Dugandzic dementiert damit in keiner Weise, dass die Medjugorje-Franziskaner an der Verfassung der Botschaften beteiligt sind und ist offenbar nur noch die Frage zu klären, zu welchem Zeitpunkt der „franziskanische Filter“ bei den „Medjugorje-Botschaften“ eingeschaltet wird, vor den Botschaften, danach oder beides? Selbstverständlich ist ein objektiver Gehalt einer „Botschaft“ zu fordern, nicht irgendwelche Emanationen aus der Phantasie eines Sehers.

 Auch kommt es auf den eigentlichen Inhalt einer Botschaft an, ob also z.B. ein großes Zeichen bis Juni 1982 kommen wird, wie es der „Seher“ Ivan schriftlich behauptet hat, oder tatsächlich ein solches Zeichen bis heute nicht gekommen ist. Nicht so entscheidend ist, ob eine Botschaft von zwei oder einem Engel gegeben wird, wenn sie inhaltlich übereinstimmen, nämlich dass Christus auferstanden ist. Im übrigen brauchen wir uns über die Authentizität der Hl. Schrift keine Gedanken zu machen, weil sie uns durch die Hl. Kirche übergeben wird. Der Hl. Augustinus sagt, dass er nicht einmal an das Evangelium glauben würde, wenn es ihm nicht von der Kirche vorgelegt würde. Die Kirche hat die Echtheit der „Erscheinungen“ von Medjugorje allerdings bis heute nicht anerkannt. 

Weder ist es zutreffend, dass ich „gehässig“ schreibe, wie P. Dugandzic schreibt, noch, dass ich eine „tiefe Abneigung gegen das Phänomen“ der Privatoffenbarungen hege. Ich habe mich mit einigen anerkannten Privatoffenbarungen, insbesondere Guadalupe, La Salette, Lourdes und Fatima intensiv beschäftigt, was auch P. Dugandzic zu empfehlen ist, damit er die Unterschiede zwischen echten und falschen Privatoffenbarungen leichter erkennen kann. Gerade der Vergleich mit anerkannten Privatoffenbarungen macht mich so sicher, dass die „Privatoffenbarungen“ von Medjugorje nicht echt sind.

Denn die Herabwürdigung der echten Privatoffenbarungen und die Herbeiführung der Unglaubwürdigkeit der Botschaft Christi und der Kirche sind der eigentliche Effekt falscher „Privatoffenbarungen“. Über die angeblichen „Früchte“ von Medjugorje habe ich mich in meinem Buch (S. 109 ff.) ausgiebig geäußert, sodass ich mich hier nicht mehr weiter dazu äußern muss. Ausdrücke wie „große Gebetsschule“, „größter Beichtstuhl“ und „wichtigster Ort der Neuevangelisierung“, die P. Dugandzic verwendet, sind jedenfalls nichts anderes als nicht bewiesene Propagandavokabeln der Pro-Medjugorje-Apologetik.

 Als Katholik gehe ich davon aus, dass das Evangelium die „große Gebetsschule“ und Rom der „wichtigste Ort der Neuevangelisierung“ (wobei der Begriff zu hinterfragen wäre) ist. Was den „größten Beichtstuhl“ betrifft, so ist auch diese Aussage in Hinblick auf Medjugorje problematisch, denn hier gilt es, einen Dimensionsvergleich zu machen. Wie ich auf Basis der von der Pfarre Medjugorje bekannt gegebenen Zahl gespendeter Hostien – bis dato unwidersprochen errechnet habe[5], ist für die ersten zwanzig Jahre der „Erscheinungen“ von 3,6 Millionen Pilgern in Medjugorje auszugehen, was einem jährlichen Durchschnitt von 180.000 entspricht.

Im Vergleich dazu gibt es in Guadalupe, Mexiko, jährlich 20 – 25 Millionen Pilger und in Lourdes jährlich 6 – 7 Millionen Pilger, im ersteren Falle ist das das hundertzehn- bis hundertvierzigfache der Zahlen von Medjugorje, im zweiten Falle ca. das sechsunddreißigfache von Medjugorje. Es kann mitnichten angenommen werden, dass die Pilger in Guadalupe und Lourdes nicht beichten würden. Steht also der „größte Beichtstuhl“, auch „Beichtstuhl der Welt“ genannt, in Guadalupe in Mexiko? Was soll überhaupt ein solcher Superlativ in Zusammenhang mit dem Empfang des hl. Bußsakraments? Insgesamt sind also die Äußerungen des P. Dugandzic nicht dazu geeignet, meine Darstellung zu erschüttern. 


[1] Josef Müller in Lexikon für Theologie und Kirche VIII, 1. Auflage, Freiburg 1936, S. 480f.

[2] Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-126-X

[3] siehe die Fundstellen auf  S. 23  und in Fußnote 39 meines Buches lt. FN 2

[4] Bischof Ratko Peric, Ortsbischof von Mostar-Duvno, kam in seinem Vortrag im Päpstlichen Institut St. Patrick in Maynooth bei Dublin am 17. Februar 2004 bereits auf 33.320 „Erscheinungen“ aller „Medjugorje-Seher“ zusammen genommen.

[5] siehe mein Buch, FN 2, S. 87 und die dort stehende FN 213; erstmals habe ich die Zahlen im Juli 2002 im Rahmen eines Artikels in der Kirchlichen Umschau veröffentlicht

Rudo Franken "Eine Reise nach Medjugorje. Bedenken hinsichtlich der Erscheinungen" Van Spijk Venlo - Antwerpen: 2000. 152 Seiten (Ein Priester deckt manche Lügen auf)

   2008-11-20

 

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