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MEDJUGORJE - MARIEN-ERSCHEINUNGEN, oder ??
Bücher:
Kevin Orlin Johnson
"20 Fragen zu Medjugorje. Was Rom wirklich
gesagt hat"
. Verax-Verlag, Andreas Pitsch, CH-7537 Müstair, Pasquer 82; Tel: +41-81-858 53 68; Fax: ...-858 59 01
(kirchliche Stellungnahmen und 29 Punkte, die gegen die
Echtheit der Erscheinungen sprechen)
Jones, E. Michael "Der Medjugorje-Betrug. Geschichte und Fakten zu seiner
Aufdeckung" 568 Seiten, Verax-Verlag, CH-7537 Müstair, Pasquer
82
Rudo
Franken "Eine Reise nach Medjugorje. Bedenken hinsichtlich der
Erscheinungen" Van Spijk Venlo - Antwerpen: 2000. 152 Seiten
(Ein Priester deckt manche Lügen auf) Pfr.
Rudo Franken, De Hove 1, 6585 AN MOOR, Nederlande, Tel:
24-6961-390
Nicolai, Werner "Don Stefano Gobbi ... ein Werkzeug des Himmels?" Durach: 1992
Slade,
Elvira Maria "MARIA. Die unbekannten Seiten der "Mutter
Gottes"
Wuppertal 2003; ISBN 3-87857-315-4; (dämonische Seiten an "Marienerscheinungen"
)
Felizitas Küble "Charismatik und Falschmystik unter der Lupe"
Die charismatische Versuchung (aus kath. Sicht). 2007; KOMM-MIT-Verlag,
D- 48041 Münster, Postfach 7680,
Tel: 0251-61 67 68; Fax: 0251-61 40 20
Wertvolle Homepage von Rick Salbato
zum Thema Visionen, Erscheinungen (leider nur auf Englisch):
http://www.unitypublishing.com/ (Garabandal the
most dangerous False Apparition in the World)
Interdikt über Pater Vlasic August 2008:
http://www.kreuz.net/article.7775.html
Interdikt über
Medjugorje-Guru
Die
Glaubenskongregation hat über den ersten Seelenführer der
Medjugorje-Seher das Interdikt verhängt. Der Grund ist die Verbreitung
dubioser Lehren, Ungehorsam gegen die kirchliche Autorität und Sünden
gegen das sechste Gebot.
Die vatikanische Glaubenskongregation hat den
Franziskanerpater Tomislav Vlašić (66) mit dem Interdikt belegt.
http://www.kreuz.net/article.7787.html
Das gab der Bischof von Mostar, Mons. Ratko Perić, Ende August 2008 auf
der Webseite seiner Diözese bekannt. Medjugorje gegehört zur Diözese
Mostar.
Einem mit dem Interdikt belegten Priester ist die
Zelebration der Messe oder anderer Gottesdienste untersagt. Er darf
keine Sakramente oder Sakramentalien spenden noch die Sakramente
empfangen.
Pater Vlašić ist ein Verfechter von angeblichen
Marienerscheinungen in der bosnischen Ortschaft Medjugorje.
Er war zu Beginn der Visionen in den frühen 1980er Jahren
geistlicher Leiter der sogenannten Seher von Medjugorje. Im Jahr 1987
gründete er die Gemeinschaft ‘Königin des Friedens, ganz dein – durch
Maria zu Jesus’.
Das Dekret
Schon am 25. Januar 2008 verurteilte die Glaubenskongregation den
Franziskaner wegen „Verbreitung dubioser Lehren, Manipulation der
Gewissen, vermutetem Mystizismus, Ungehorsam gegen legitime kirchliche
Anweisungen und Vergehen gegen das sechste Gebot.“
Das Dekret
ist vom Präfekten der Kongregation, William Kardinal Levada, und seinem
Sekretär, Erzbischof Angelo Amato, unterzeichnet.
The
CONGREGATION FOR THE DOCTRINE OF THE FAITH with its letter prot.
144/1985-27164 of 30 May 2008, has authorized me as the local Bishop of
the Diocese of Mostar-Duvno to inform the diocesan community of the
canonical status of Fr. Tomislav Vlašić.
Vatican
On Father Tomislav Vlasic.
By Bishop Ratko Perić
2008-08-31
http://www.unitypublishing.com/Apparitions/VaticanOnVlasic.htm
Privatoffenbarungen und die Ereignisse von
Medjugorje
von
Thomas Lintner
Hinsichtlich Details und Quellen kann ich auf
mein
Buch
„Der Stellenwert von Privatoffenbarungen am Beispiel der ,Gospa’
von Medjugorje“, Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2003, ISBN
3-88309-126-X, verweisen.
Erscheinungen und ihre Gefahren
Schon die Hl. Schrift berichtet von "Erscheinungen". Vor allem die
Erscheinungen heiliger Engel bezeugen sowohl das Alten wie das Neue
Testament. In den Evangelien und der Apostelgeschichte wird auch von
Erscheinungen unseres Herrn berichtet. Auch andere Visionen bzw.
Privatoffenbarungen (die Begriffe sind nicht unbedingt gegensätzliche)
werden in der Hl. Schrift überliefert. Dazu gehört etwa das "Gesicht",
das der hl. Petrus auf dem Dach des Hauses von Simon dem Gerber in
Joppe hatte und das die Heidenmission eröffnete (Apg 10), oder die
Vision des Ananias, die diesem die Taufe des Saulus (des nachmaligen
Paulus) befahl (Apg 9,10).
Derselbe Apostel Paulus bekennt in seinem zweiten Brief an die
Korinther, selbst viele "Gesichte" und "Offenbarungen des Herrn"
empfangen zu haben, sogar ein "Übermaß" solcher Offenbarungen (2 Kor
12,7). Im selben Korintherbrief warnt der hl. Paulus jedoch vor
"falschen Aposteln" und fügt über den Teufel hinzu: "Es tarnt
sich ja selbst der Satan als ein Engel des Lichtes" (2 Kor 11,14).
Darum will Paulus sich nicht seiner vielen Gesichte und
Offenbarungen rühmen, sondern vielmehr seiner "Schwächen". Eben
dadurch, so sagt er, unterscheidet er sich auch von jenen "falschen
Aposteln", die sich so viel auf ihre "Gesichte und Offenbarungen"
zugute halten.
Aus dem Zeugnis der Hl. Schrift lässt sich zum Thema folgendes
ableiten: Es gibt echte Erscheinungen; es gibt aber auch falsche
Erscheinungen, vor denen zu warnen ist; die Gläubigen sollen daher
Vorsicht walten lassen und den Erscheinungen, auch wenn sie echt sind,
nicht den Vorrang einräumen vor dem Glauben, jener Gnade Gottes, die
sich gerade in unserer "Schwachheit" auswirkt, nicht zu "sehen", aber
doch zu glauben. Die Hl. Kirche, die großen Mystiker und die
Theologen, die diese Bezeichnung verdienen, warnen besonders vor drei
Gefahren, die bei sog. "Erscheinungsgläubigkeit" drohen:
1. Täuschung durch Irrlehren;
2. Auflösung des wahren Glaubens;
3. Herabsetzung des Übernatürlichen, der Wunder, und der katholischen
Religion überhaupt.
Als vierte Gefahr ist die Verwirrung hinzufügen, die durch allzu viele
Erscheinungen gestiftet wird.
Zur 1. Gefahr: Es ist immer die erste Frage, die zur
Unterscheidung wahrer und falscher Mystik zu stellen ist: Stimmt alles
mit der Glaubenslehre überein oder nicht? Halten wir uns immer das
Wort des hl. Paulus vor Augen: "Doch wenn selbst wir oder ein Engel
vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündeten, als wir euch
verkündet haben, so sei er verflucht!" (Gal 1,8). Die Offenbarung war
mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Sog.
„Privatoffenbarungen“ fügen dem nichts Neues hinzu, sondern dienen,
sofern sie echt sind, lediglich der weiteren Entfaltung und dem
tieferen Eindringen in das abgeschlossene Offenbarungsgut.
Zur 2. Gefahr: Die göttliche Tugend des Glaubens besteht darin,
all das sicher für wahr halten, was uns Christus geoffenbart hat und
durch die Apostel und deren Nachfolger, das kirchliche Lehramt, zu
glauben vorlegt. Dabei handelt es sich um übernatürliche Gegenstände,
die der unmittelbaren Einsicht der Christen entzogen sind. Der hl.
Apostel Paulus definiert den Glauben so: "Glaube ist die feste
Zuversicht auf das, was wir erhoffen, die Überzeugung von dem, was wir
nicht sehen" (Hebr 11,1). Darum müssen wir ja gerade glauben, weil wir
nicht sehen.
Wenn Gläubige nun auf Erscheinungen, egal ob wahr oder falsch, allzu
viel Gewicht legen, so birgt das in sich immer die Gefahr, an das
zu "glauben", was sie sehen, und nicht mehr an das, was sie nicht
sehen. Sie glauben dann nicht mehr aufgrund des Zeugnisses Gottes,
sondern aufgrund ihrer eigenen Einsicht: "Ist es doch die Muttergottes
selbst, die da zu mir spricht...." Diese „Erscheinungsgläubigen“
glauben dann nicht mehr daran, was das Lehramt der Kirche verbindlich
vorlegt, sondern an das, was die "Erscheinungen" vorlegen. Es kann so
weit kommen, dass Christen einer "Erscheinung" mehr glauben und
gehorchen als den rechtmäßigen Autoritäten der Kirche (Papst,
Bischöfe, Priester...). Spätestens dann ist deren Glaube in höchster
Gefahr.
Darum sagt unser Herr: "Selig, die nicht sehen und doch glauben!" (Joh
20,29), und die großen Lehrer der Mystik wie die hl. Theresia von
Avila und der hl. Johannes vom Kreuz gehen sogar so weit zu empfehlen,
gegen Erscheinungen aller Art auf jeden Fall abweisend zu reagieren,
selbst wenn sie echt sind. Nur so, sagen sie, entgeht man der Gefahr
der Verwässerung und dringt zum reinen, wahren Glauben durch, der die
höchste Stufe der Mystik ist und völlig ohne Visionen und Ekstasen
auskommt.
zur 3. Gefahr: Viele der Erscheinungen stellen nicht selten
eine Karikatur der echten Erscheinungen dar, die auf diese Weise der
Lächerlichkeit preisgegeben werden. Hinzukommen die Folgen, wenn
falsche Erscheinungen aufgedeckt werden. Dies könnte dazu führen, dass
viele, die an die Erscheinung geglaubt haben, sich nicht nur von
dieser, sondern vom ganzen Glauben enttäuscht abwenden. Und viele
andere, die nicht daran geglaubt haben, werden sagen: "Seht ihr, es
ist alles nur Betrug und Schwindel! Es gibt keine Wunder, keine echten
Offenbarungen."
Hinzuweisen ist schließlich noch auf die Verwirrung, die durch all
die vielen "Erscheinungen" und "Privatoffenbarungen" heute
gestiftet wird. Die eine lehrt dies, die andere das. Die eine sagt,
dass dieses Gebet oder diese Übung unbedingt verrichtet werden müsse,
die andere jenes. Die eine mahnt, um jeden Preis dieses Kreuz, diese
Medaille, dieses Skapulier zu benutzen, die andere will zu jener
Statue, jenem Kreuz, jenem Bild verpflichten. Einmal heißt es, an
diesem Tag soll gefastet werden, ein andermal an jenem. Nach einer
Privatoffenbarung soll dieses Opfer gebracht werden, bald jene
Abtötung geübt werden... Wie soll man den Überblick bewahren, woran
soll man sich halten?
Regeln zur Unterscheidung der Geister
Der Jesuiten-Theologe August Poulain gibt in seinem
Handbuch der Mystik "Die Fülle der Gnaden", Bd. 2 (Freiburg im
Breisgau 1910) eine Reihe von Kennzeichen an, mit deren Hilfe man
wahre von falschen Offenbarungen und Visionen unterscheiden kann. Er
teilt diese in zwei Gruppen: 7 Fragen über die Person des Sehers und 9
Fragen über die Erscheinung und ihre Umstände.
I. Fragen über die Person
1. Welches sind ihre natürlichen Anlagen und
Mängel?
Wie viel lässt sich schon aus der Natur der Person erklären, z.B.
ihrer starken Einbildungskraft oder gar einer seelischen Störung?
2. Welche Bildung genoß sie, was las sie?
Der Autor erwähnt hier als Beispiel Maria von Agreda, in deren
Visionen nachweislich vieles aus apokryphen Schriften und von ihrem
Seelenführer einfloß.
3. Ist sie tugendhaft? Vorher, nachher? Insbesondere recht demütig?
Poulain führt hierzu aus: "Wenn die Person vor den Offenbarungen
lasterhaft war, und zumal wenn sie einen Ärgernis erregenden
Lebenswandel führte,... Doch lehrt andrerseits die Erfahrung, dass
Gott sich bisweilen recht einfacher Personen von mittelmäßiger Tugend
bedient, um einen Wallfahrtsort zu gründen oder ein Werk der
Frömmigkeit einzuführen. So muss für gewisse Einzeloffenbarungen eine
gewöhnliche Frömmigkeit als ausreichend bezeichnet werden. Nach der
Offenbarung aber muss die Tugend rasch wachsen. Das ist ein Punkt von
großer Bedeutung".
4. Welche Gnaden hat sie empfangen?
Poulain: "Ausnahmen abgerechnet, werden nämlich diese
außerordentlichen Gunstbezeigungen nur den im Gebetsleben weit
fortgeschrittenen Personen erwiesen"
5. Hatte sie schon Privatoffenbarungen, trafen die Voraussagen
genau ein?
Poulain: "Erfüllen die Vorhersagungen sich nicht und findet sich
kein ernster Grund anzunehmen, dass sie nur bedingt waren, so darf man
daraus schließen, dass sie nicht von Gott kamen. Falsche Propheten
lassen sich aber nicht leicht durch Erfolglosigkeit entmutigen. Sie
finden vielmehr immer gute Gründe, sich zu rechtfertigen, oder sie
behaupten, das Eintreffen sei nur verschoben. Nach Bedürfnis lassen
sie ihre Aussagen sich auch durch einige neue Weissagungen bestätigen"
6. Bestand sie Prüfungen?
"Krankheiten, Widerspruch, Erfolglosigkeit bei Unternehmungen oder
Verzögerungen? Das Leben der Heiligen ist voll solcher Prüfungen. Es
scheint fast ausgeschlossen, dass außerordentliche Gnaden ohne diese
Zugabe verliehen werden"
7. "Hat die Person die drei Vorsichtsmaßregeln gebraucht, welche
unentbehrlich sind, um vor Täuschungen bewahrt zu werden, nämlich: a)
fürchtet sie sich vor Täuschung? b) spricht sie sich offen aus beim
Seelenführer? c) wünscht sie Privatoffenbarungen nicht?"
Werden diese drei Vorsichtsmaßregeln nicht beachtet, so besteht die
größte Gefahr der Täuschung; nicht zuletzt durch den Bösen Feind, der
nur auf so eine Gelegenheit wartet, um die Seelen irrezuführen.
II. Fragen über die Privatoffenbarung und deren Umstände
8. Ist der Text authentisch?
Also: Wie viel ist dabei rein menschliches Beiwerk?
9. Stimmt alles mit der Glaubenslehre überein?
Poulain: "Was den Glauben betrifft, so genügt es, dass ein Punkt klar
dem Glauben widerspreche, [...] um sagen zu können, der Prophet wurde
nicht von Gott inspiriert. Irrtumslosigkeit allein läßt aber noch
keinen Schluß auf die Echtheit zu. Der Menschengeist braucht ja nicht
gleich zu irren, und auch der böse Feind kann gerade die Wahrheit als
Mittel benutzen, sich Vertrauen zu erwerben"
10. Enthalten die Erscheinungen nichts Unschickliches?
"Bei allen göttlichen Erscheinungen herrscht Schicklichkeit in jeder
Handlung, in allen Bewegungen und Worten. Gerade das Gegenteil zeigt
sich oft bei falschen Erscheinungen. Man sollte es kaum für möglich
halten, wie tief manche Personen gekommen sind, und in welch niedriger
Form sie den vertrauten Umgang mit dem Heilande auffaßten"
11. Bringen die Belehrungen Nutzen für das Seelenheil?
Poulain: "Gott gibt sich nicht dazu her, einfach nur die Neugierde zu
befriedigen. Offenbarungen sind wie Wunder; sie geschehen nicht ohne
sehr wichtigen Grund. [...] Daraus geht schon hervor, was man von
jenen Propheten zu halten hat, die behaupten, im Namen Gottes zu
sprechen, aber nach Wunsch Auskunft geben über Geburten und Heiraten,
Prozesse, Krankheiten, Ausgang politischer Verwicklungen usw. [...]
Ebenso sind Offenbarungen verdächtig, wenn sie gar zu alltäglich sind,
sich in allen geistlichen Büchern finden"
12. Zeigt sich in den Umständen (Gesten, Haltung, Worte, Zeit,
Ort...) nichts Unpassendes?
Unpassend wären z.B. eine triviale Sprache heiliger Personen,
Überschwänglichkeiten, sinnlose Albernheiten, Groteskes und Bizarres.
Luther soll bei seinem "Turmerlebnis" eine "Offenbarung vom Hl. Geist"
"auf dem Lokus" empfangen haben - wahrlich ein unpassender Ort!
13. Bringen sie Frieden oder Aufregung?
Dies Merkmal entspricht der ignatianischen Regel zur Unterscheidung
der Geister, wonach der gute Geist in einer frommen Seele Frieden
hervorruft, der böse Geist aber Aufregung und Verwirrung. Poulain
betont hierzu jedoch, diese Frage gebe nur eine Wahrscheinlichkeit,
denn "in der praktischen Beurteilung wird man leicht finden, dass die
Person über ihre Stimmung sich selbst täuscht"
14. Wozu regt die Privatoffenbarung an?
Wenn sie zu einem Werk anregt, ist dies in sich gut, nützlich,
zeitgemäß...?
15. Bestanden die Privatoffenbarungen die Probe der Zeit?
Haben sie sich allen Angriffen gegenüber bewährt?
16. Wurde eine Andacht eingeführt, wie bewährte sie sich?
"Dieses Merkmal findet sich in hohem Grade beim Skapulier vom Berge
Karmel, bei der Herz-Jesu-Andacht und bei anderen echten, von Gott
stammenden Einrichtungen", wie z.B. den Herz-Mariä-Sühne-Samstagen.
Zur abschließenden praktischen Bewertung führt Poulain aus, dass
oftmals schon ein Merkmal allein genügt, "um sicher darzutun, dass die
Wirkung vom bösen Geiste ist. Nicht so beim Nachweise, dass eine
Offenbarung von Gott kommt. Kein Merkmal führt allein zur Sicherheit".
Deshalb gilt hier der Grundsatz: "Sind bei der Beurteilung einer
Erscheinung oder einer Reihe derselben alle in Betracht kommenden
Bedingungen günstig, so kann man die Erscheinung als sehr
wahrscheinlich, ja als (moralisch) sicher erklären".
Normen der Glaubenskongregation und Zuständigkeit des
Ortsbischofs
Am 24. Februar 1978 erließ (von Publikation kann
man eigentlich nicht sprechen, weil nicht allgemein zugänglich und zu
wenig verbreitet) die Glaubenskongregation, unterschrieben von S. Em.
Cardinal Franjo Seper, „Normen bezüglich der Beurteilung von
Privatoffenbarungen“, die offenbar nicht einmal den
facheinschlägig tätigen Theologen und Autoren wie Joseph Schumacher,
Anton Ziegenaus und Ramon de Luca bekannt sein dürften, da sie sich
nirgends darauf beziehen. Ich habe nur zwei Belegstellen gefunden,
eine im Buch von Hw. Rudo Franken „Eine Reise nach Medjugorje“,
die andere im Bericht „Über Medjugorje“, erstellt für die französische
Bischofskonferenz von S.E. Msgr. Henri Brincard, Bischof von
Puy-en-Veley.
Nach diesen Normen obliegt
primär es dem Ortsbischof,
Privatoffenbarungen zu untersuchen und einzugreifen, die nationale
Bischofskonferenz kann dann eingeschaltet werden, wenn der Ortsbischof
nach Erfüllung der ihn betreffenden Verpflichtungen an diese zum
Studium des ganzen Phänomens rekurriert oder wenn das Phänomen
gleichermaßen die Region oder Nation betrifft, nach vorheriger
Zustimmung des Ortsbischofs. Der Heilige Stuhl kann entweder aufgrund
des Ersuchens des Ortsbischofs oder aufgrund des Ersuchens einer
qualifizierten Gruppe von Gläubigen die Angelegenheit an sich ziehen,
dies wegen der unmittelbaren universalen Rechtsprechung des souveränen
Pontifex. Ähnliches gilt auch für die Glaubenskongregation.
The Catholic Herald, eine britische Zeitung, meldete am 17. Jänner
2003, dass die Glaubenskongregation dabei sei, auf den neuesten
Stand gebrachten Kriterien als Hilfe für Katholiken zur Unterscheidung
von wahren und falschen Behauptungen von Visionen, Botschaften,
Stigmata, weinenden Statuen und eucharistischen Wundern zu
publizieren. Begründet wurde dies mit der weltweiten explosionsartigen
Zunahme so genannter Privatoffenbarungen und der daraus resultierenden
Gefahr für die Einheit der Kirche.
Spiritdaily.com, eine
katholische Internetseite, übernahm diesen Bericht unter der
Schlagzeile, dass der Vatikan dabei sei, einen offiziellen Leitfaden
zur Unterscheidung angeblicher Erscheinungen zu erlassen und
berichtete, dass dieses Dokument zu Jahresbeginn im vatikanischen
Jahrbuch Attivita della Santa Sede angekündigt worden sei. Diese
„Kriterien“ wurden indessen bis heute nicht erlassen, ein Hinweis
darauf, dass es grundlegende Divergenzen bei den Entscheidungsträgern
gibt.
Zwischen 1905 und 1995 sei von 295 Erscheinungen berichtet worden,
von denen aber nur 11 anerkannt worden seien. In vielen Fällen
seien falsche Seher bei finanziellen Transaktionen erwischt und
„Zeichen vom Himmel“ seien als menschliche Tricks entlarvt worden.
Diesen berichteten Erscheinungen seien hunderte andere Behauptungen,
besonders in den Vereinigten Staaten gefolgt, wo, einzigartig unter
den großen Nationen, keine einzige voll kirchlich anerkannt worden
sei. Manchmal sei eine lange und beunruhigende Spannung zwischen den
Gläubigen, welche an diese „Erscheinungen“ glauben und dem
Ortsbischof, der unwillig ist, diese offiziell anzuerkennen. Diese
andauernde Spannung sei eine Gefahr für die Einheit der Ortskirche.
Bei Berücksichtigung der höchsten genannten Zahl für
Marienerscheinungen mit mehr als 900 für die nahezu zweitausend Jahre
seit der apostolischen Zeit sowie der genannten „explosionsartigen
Zunahme“ von Privatoffenbarungen ist davon auszugehen, dass es
weltweit bis heute mindestens 2000 Erscheinungen aller Art gegeben hat
und die Tendenz in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Auch im
Jahre 2004 wurde wieder über mehrere neue Privatoffenbarungen bzw.
Erscheinungen auf mehreren Kontinenten berichtet, wobei es
gleichzeitig auch welche gegeben haben wird, über die nicht in einer
Weise berichtet wurde, dass die Informationen zugänglich gewesen
wären.
Anwendung der genannten
Kriterien auf die Ereignisse von Medjugorje
Zur Person der Seher
Am Mittwoch, dem 24. Juni 1981, gingen Ivanka Ivankovic (geb. 21. 6.
1966) und Mirjana Dragicevic (geb. 18. 3. 1965) in der Nähe ihres
Dorfes Bijakovici, welches zur Pfarre Medjugorje gehört, zum Hügel
Podbrdo (der zur Hügelkette Crnica gehört) um dort zu rauchen und
spazieren zu gehen. Mirjana war im Dorf aufgrund ihrer Kleidung und
ihres Verhaltens als „Pankerica“ bekannt, womit die Dorfbewohner ein
Mädchen meinten, welches unmoralisch lebt. Bis heute hat sie einen
etwas extravaganten Mode- und Bekleidungsstil beibehalten. Auf diese
beiden Mädchen richtet sich die Hauptaufmerksamkeit zu Beginn der
„Erscheinungen“, da beide vor den anderen vier „Sehern“ die
„Erscheinung gesehen haben.
Bei der Rückkehr zu ihrem Dorf sah Ivanka zum Hügel hin und erblickte
nach ihrer Aussage die strahlende und glänzende Gestalt der „Madonna“.
Sie sagte zu Mirjana: „Da, schau! Die Gospa!“. Doch Mirjana tat dies
mit einer Handbewegung ab, als ob Ivanka scherzen würde und sagte: „Du
mit Deiner Gospa! Glaubst Du wirklich, dass uns die Gospa erscheinen
könnte?“ Diese Äußerung Mirjanas ist ein deutlicher Hinweis darauf,
dass die beiden bereits vor der angeblichen „Erscheinung“ über die
Möglichkeit einer solchen gesprochen hatten. Außerdem ist die Äußerung
auch ein Hinweis, für wie glaubwürdig sich die „Seher“ selbst halten.
Tatsächlich hatte Mirjana kurz davor ebenso wie auch Jakov Colo (ein
„Seher“ vom zweiten „Erscheinungstag“) das Buch „Lourdes: Himmlische
Erscheinungen und wunderbare Heilungen“ von P. Bozo Vuco OFM gelesen,
über welches sie wohl auch mit Ivanka, gesprochen haben wird. Das
Buch hatte Mirjana von Zdravka Ivankovic erhalten.
Auf dem Rückweg zum Dorf trafen sie Milka Pavlovic (damals 13 Jahre
alt, Schwester von Marija Pavlovic, einer „Seherin“ vom zweiten
„Erscheinungstag“), die den Auftrag hatte, die Schafe heimzutreiben
(wobei die Geschichte mit den Schafen allerdings überhaupt unsicher
ist, nämlich insoferne, ob sie nicht nur geraucht hätten). Milka sagte
zu Ivanka und Mirjana: „Helft mir, die Schafe nach Hause zu treiben.“
Sie gingen daher wieder zurück zu dem Hügel und sahen auf dem Weg
dorthin wieder die „schöne Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm“. Kurz
darauf gesellten sich Vicka Ivankovic (geb. 3. 9. 1964), Ivan
Dragicevic (geb. 25. 5. 1965) und Ivan Ivankovic (damals 20 Jahre alt)
zu ihnen und konnten angeblich ebenfalls die schöne Frau mit dem
Kleinkind sehen.
Obwohl die „Frau“ Zeichen machte, näher zu kommen, kamen die
Jugendlichen ihr nicht näher, ja, sie liefen sogar erschrocken davon,
wobei diese Angst, die von der „Erscheinung“ offenkundig nicht
genommen werden konnte (nach den Schilderungen hat sie es nicht einmal
versucht) sowie die Flucht in der Erscheinungsgeschichte etwas völlig
atypisches ist. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die „Seher“
darüber erschrocken waren, dass ihr „Erscheinungsspiel“ tatsächlich
Wirkung zeigte.
Am nächsten Tag kam Milka Pavlovic nicht mit, weil sie zu Hause helfen
mußte. Bei echten Erscheinungen (so bei Guadalupe in Mexico, Lourdes
und Fatima) hat die Gottesmutter durchaus geduldig gewartet, bis ein
oder mehrere Seher wieder zum Erscheinungsort kommen konnten
(insbesondere auch bei elterlichen oder behördlichen Verboten bzw.
Behinderungen), sie wechselte ihren Erscheinungsort nicht. Ivan
Ivankovic kam nicht mit, weil er „es“ für eine Kinderei hielt. Die
letztere Äußerung ist ein besonders starker Hinweis darauf, dass die
Ereignisse mit einem „Spiel“ (etwa: können wir auch eine „Erscheinung“
in Szene setzen und die frommen Pfarrangehörigen an der Nase
herumführen?) begonnen haben. Beide schieden damit aus dem Kreis der
„Seher“ aus. Auch Ivan Dragicevic kam nicht mit, wobei sein Beweggrund
nicht bekannt ist, blieb aber in der Folge ein „Seher“.
Vom Vortag dabei waren wieder Ivanka Ivankovic, Mirjana Dragicevic und
Vicka Ivankovic, neu hinzu kamen an diesem Tag Marija Pavlovic (geb.
1. 4. 1965) und Jakov Colo (geb. 6. 3. 1971), die auch zu „Sehern“
wurden und zehn Dorfbewohner, die allerdings nicht zu „Sehern“ wurden.
Diese „Auswechslung der Seher“ ist in der Geschichte der Erscheinungen
ohne Beispiel und ein besonders starker Hinweis darauf, dass die
„Erscheinungen“ nicht echt sind. Diese Auswechslung würde
voraussetzen, dass sich die Gottesmutter – die als unter göttlichem
Auftrag und Beistand anzusehen ist – sich bei der Auswahl der „Seher“
geirrt hätte, eine völlig unmögliche Konstruktion.
Ein Beleg dafür, dass dies auch von den Medjugorje-Verantwortlichen so
gesehen wird, ist darin zu erkennen, dass der „Jahrestag der
Erscheinungen“ jährlich nicht am 24. Juni, sondern am 25. Juni
gefeiert wird, wobei es auch hiefür eine „übernatürliche“ Erklärung
gibt: In einer „Botschaft“ des Jahres 1982 (vermutlich am 25. 6. 1982)
bezeichnete die „Gospa“ gegenüber Mirjana den 25. Juni als „Fest der
Königin des Friedens“. Bei keinem der „Seher“ ist eine besondere
Tugendhaftigkeit, Demut und Frömmigkeit überliefert, auch hat sich
seit dem Beginn der „Erscheinungen“ keiner der „Seher“ diesbezüglich
verbessert. Bei keinem gab es eine Furcht vor Täuschung (eher ist vom
Gegenteil auszugehen), sie dürften auch keinen Seelenführer zu diesem
frühen Zeitpunkt der „Erscheinungen“ gehabt haben.
Ein Wunsch nach Privatoffenbarungen ist – wie oben ausgeführt –
wahrscheinlich. Sie reisen so wie Stars in der Welt herum und leben
während dieser Reisen von den Spendengeldern der Medjugorje-Pilger
bzw. –anhänger. Es ist davon auszugehen, dass ihnen auch sonst Gelder
aus den Spendeneinnahmen der Medjugorje-Pilger zufließen, da sie sonst
– vor der Beherbergung von Pilgern – gar nicht ihre dem gehobenen
Standard entsprechenden Häuser hätten errichten können (ihre Familien
kann man – jedenfalls ursprünglich – nicht als gut situiert
bezeichnen). Fünf der sechs „Seher“ besitzen – Stand 2002 - eigene
Hotels.
Die „Gospa“ erschien am zweiten „Erscheinungstag“, dem 25. Juni 1981
(wie auch in der Folge in der Regel), ohne Kind. Die „Seher“ weinten
vor Erregung oder aus Angst. Sie beteten Vaterunser, Ave Maria und
Ehre sei dem Vater, wobei aber die „Gospa“ nicht die Hände faltete,
was sie auch in der Folge nur selten tat (außer manchmal beim Ehre sei
dem Vater). Sie sprach mit ihnen und beantwortete die Frage von Ivanka
nach deren zwei Monate zuvor verstorbenen Mutter mit: „Es geht ihr
gut. Mach dir keine Sorgen! Sie ist bei mir.“
Am dritten „Erscheinungstag“, am Freitag, dem 26. Juni 1981,
begleiteten ungefähr tausend Menschen die fünf „Seher“ vom Vortag, bei
denen auch wieder Ivan Dragicevic dabei war. Nach dem dreimaligen
Lichtblitz, der von vielen Anwesenden gesehen werden konnte, erschien
die „Gospa“ weiter oben am Hügel. Auf Anraten älterer Frauen aus dem
Dorf hatten die Jugendlichen an diesem Tag Weihwasser mitgenommen.
Nachdem sie zuerst das Glaubensbekenntnis gebetet hatten, bespritzte
Vicka damit die „Erscheinung“ und sprach: „Wenn Du die ,Gospa’ bist,
dann bleib bei uns; wenn nicht, geh weg von uns!“ Über die Reaktion
der „Erscheinung“ gibt es zwei Versionen, nach der ersten lächelte die
„Gospa“ nur, sagte aber nichts dazu, nach der zweiten verschwand die „Gospa“,
drei der „Seher“ wurden ohnmächtig bzw. haben sich zwei der „Seher“ in
deren Abwesenheit krank gefühlt, die letztere Version stammt von der
„Seherin“ Vicka. Die zweite Version würde für eine daemonische
„Erscheinung“ sprechen.
Was die Frage nicht eingetroffener Privatoffenbarungen
(Prophezeiungen, Botschaften) betrifft, so gibt es diesbezüglich
zahlreiche, welche nicht eingetroffen sind. Am 30. Juni 1981 sagte die
„Seherin“ Mirjana, dass die „Erscheinungen“ noch drei Tage dauern
würden, sie gingen jedoch auch nach dem 3. Juli 1981 weiter. Bereits
am zweiten „Erscheinungstag“ sagte die „Gospa“ ein Zeichen zur
Bestätigung der Echtheit der „Erscheinungen“ zu, die „Seher“
wiederholten ihren Wunsch u. a. am vierten und siebenten
„Erscheinungstag“ (27. und 30. Juni 1981) sowie am 12. und 26. Oktober
1981. Als das Ausbleiben des Zeichens offenkundig Kritik hervorrief,
wurden von den „Sehern“ folgende Erklärungen hiezu abgegeben:
„Vielleicht will sie uns kein Zeichen geben“ (Mirjana), „das Zeichen
wird am Ende der ,Erscheinungen’ gegeben werden“ (Ivan), „das Zeichen
kommt, wenn ihr euch bekehrt“ (nochmals Ivan, offenbar nie?).
Am 9. Mai 1982 unterschrieb Ivan die Aussage, wonach das „Zeichen“ im
sechsten Monat und ein „großes Heiligtum der Gestalt der Madonna
darstellen werde. Im Juni 1982 war indessen von diesem „Zeichen“ keine
Spur und auch seither nicht. Zur „gegebenen Zeit“ sollte Mirjana ihre
10 Geheimnisse (diese sind allen „Sehern“ angekündigt, drei von ihnen
haben zehn erfahren, die anderen neun) einem Priester mitteilen (Stand
1983), welcher von der „Gospa“ ausdrücklich als Adressat derselben
bestätigt wurde, aber in der Folge in die Schweiz übersiedelte, ohne
jedoch vorher etwas von den Geheimnissen zu erfahren. Eines der
angekündigten Geheimnisse, ein „schreckliches“ wurde schon vor dessen
Bekanntgabe (welche bis heute nicht erfolgte) durch Gebet und Fasten
der Gläubigen beseitigt, ist somit ebenfalls nicht eingetroffen.
Die Einvernahmen der „Seher“ durch Ärzte und Polizei (so am vierten
und sechsten „Erscheinungstag“, am 27. und 29. Juni 1981) kann man
kaum als bestandene „Prüfungen“ bezeichnen. Die „Seher“ Ivan, Vicka
und Marija verspürten eine geistliche Berufung (welche auch von der „Gospa“
bestätigt worden war), verloren aber diese – wiederum mit
Einverständnis der „Gospa“ – und heirateten schließlich so wie die
drei anderen „Seher“. Wobei aber der Ort Medjugorje sonst
überdurchschnittlich viele geistliche Berufungen aufweist.
Am vierten „Erscheinungstag“ (dem 27. Juni 1981) erschien die „Gospa“
nach der eigentlichen „Erscheinung“ erneut Marija Pavlovic, welche
abseits gekommen war. Die „Gospa“ war nunmehr allerdings traurig
gestimmt und hatte ein großes schwarzes Kreuz hinter sich, wobei sie
„Friede, Friede, Friede!“ sprach und unter Tränen betonte: „Zwischen
Gott und den Menschen soll wieder Friede sein! Friede soll auch unter
den Menschen sein!“ Marija war über dieses Erlebnis tief erschüttert
und konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Als die anderen
„Seher“ vorbeikamen, halfen sie ihr und stützten sie bis nach Hause.
Erst dort kam sie wieder zu Kräften. Die Reaktion dieser späteren
„Hauptseherin“ ist – in Hinblick auf die Banalität der Geschichte –
äußerst seltsam. Üblicherweise werden Seher durch die Gottesmutter bei
Erscheinungen seelisch aufgerichtet, sogar dann, wenn die Erscheinung
traurigere Inhalte hat wie Höllenvisionen udgl. aufweist.
Am gleichen Tage, dem 27. Juni 1981, fühlten sich die „Seher“ bereits
so unter Druck, dass sie ihren Vertrauten Marinko Ivankovic zu Rate
zogen, der ihnen riet, Fragen und Antworten aufzuschreiben und im
übrigen den Leuten zu sagen, dass die „Gospa“ nicht mehr erscheinen
werde. Diese Vorschläge sprechen ganz klar gegen eine Echtheit der
„Erscheinung“. Die „Seher“ beherzigten den zweiten Vorschlag nur
unzureichend (noch drei Tage „Erscheinungen“ am 30. Juni 1981) und
ergriffen am siebenten „Erscheinungstag“ (ebenfalls am 30. Juni 1981)
schließlich die Flucht. Zur gewöhnlichen Zeit der „Erscheinungen“
waren fünf von ihnen nicht da (Ivan dürfte sich ebenfalls versteckt
haben) und hielten sich im Dorf Cerno, sechs km von Medjugorje
entfernt, auf, wo sie angeblich ihre „Erscheinung“ hatten.
Aus dieser Geschichte, die durch Tonbandaufnahmen erwiesen ist, wurde
schließlich eine Entführung durch weibliche Staatsangestellte (eine
von der Geheimpolizei), in der Version des damaligen Pfarrers von
Medjugorje, P. Jozo Zofko OFM wurde daraus sogar eine Verfolgung der
„Seher“ durch Polizisten mit Gummiknüppeln. Auf Betreiben des
genannten P. Zofko wurden die „Erscheinungen“ von dem Hügel Podbrdo in
die Pfarrkirche von Medjugorje verlegt. Auch dieser Ortswechsel ist in
der Geschichte der Erscheinungen ohne Beispiel. Ganz im Gegenteil hat
die Gottesmutter bei den Erscheinungen von Guadalupe, Lourdes und
Fatima gezeigt, dass sie auch bei tatsächlicher Verhinderung der
„Seher“ keinen Ortswechsel durchführt.
Zu den Umständen der Privatoffenbarung
Von Anfang an waren in den Aussagen der „Seher“ (Primärquellen) als
auch in deren Widergabe (Sekundärquellen) viele Widersprüche
enthalten, vor allem in den ersten Tagen - aber zum Teil bis heute -
bestehen die „Botschaften“ vorrangig aus Banalitäten, z. B. von dem
Gehorsam gegenüber der Oma der Ivanka und dass die Franziskaner „fest
glauben sollten“. Ab dem 1. Juli 1981, als die „Erscheinungen“ auf
Betreiben des damaligen Pfarrers von Medjugorje, P. Jozo Zofko, in die
Pfarrkirche von Medjugorje verlegt wurden, kam dann allmählich
„Ordnung“ in die „Botschaften der Gospa“, wobei sich Hinweise häuften,
dass die Franziskanerpatres von Medjugorje am Entwurf, mindestens aber
an der „Endredaktion“ der „Botschaften“ beteiligt sind.
Seit diesem Zeitpunkt erfolgte die Mitteilung der „Botschaften“ nur
noch durch die Pfarre von Medjugorje bzw. einzelne dort tätige
Franziskanerpatres, niemals mehr jedoch durch die „Seher“ direkt. Die
Authentizität sämtlicher verlautbarter „Botschaften“ ist zu
bezweifeln, menschliches Beiwerk darin auch stark spürbar. Dazu kommt
noch die Häufigkeit der Botschaften. Zum Zeitpunkt des 24. Jahrestages
am 24. Juni 2005 (ein Ende ist ja bis dato nicht absehbar) werden es
bei den drei noch „voll aktiven Sehern“ (die drei anderen haben „Jahreserscheinungen“
sowie solche zu „bestimmten Anlässen“) mit täglichen „Erscheinungen“
(24 Jahre x 365 + 6 Schalttage) 8766 davon sein und zwar immer zur
gleichen Zeit (jedoch keine Umstellung von Sommer- auf Winterzeit)
unabhängig wo und in welcher Situation die „Seher“ sich befinden (auch
im Flugzeug, in der Bahn usw.).
Bischof Ratko Peric, der zuständige Ortsbischof von Mostar-Duvno,
kommt bei seinem Vortrag im Päpstlichen Institut St. Patrick Maynooth
bei Dublin am 17. Februar 2004 sogar auf 33.320 „Erscheinungen“ (zum
damaligen Zeitpunkt), weil er die „Erscheinungen“ aller „Seher“
zusammenrechnet, was deswegen zulässig und richtig ist, weil diese ja
nicht am gleichen Ort stattfinden und auch nicht den gleichen Inhalt
haben. Zum Vergleich: Lourdes hatte 18 einzelne Erscheinungen, Fatima
6 (dazu kommen noch die drei vorangegangenen Erscheinungen des Engels
von Portugal und die späteren an Sr. Lucia), Guadalupe 4 (insgesamt
waren es eigentlich 6) und La Salette eine einzige Erscheinung. Von
den anerkannten Erscheinungen weisen diejenigen von Beauraing
(1932/33) mit 33 einzelnen Erscheinungen die absolut höchste Zahl auf.
Medjugorje schlägt die zuletzt genannten Erscheinungen um mehr als den
Faktor 1000! Auch dies ist ein Beweis gegen die Echtheit dieser
„Erscheinungen“, denn Gott pflegt sich nicht zu wiederholen noch
Wunder ohne Notwendigkeit zu vermehren.
Mit 1. März 1984 wurden die – zu veröffentlichenden – täglichen
„Botschaften“ (welche an die „Seherin“ Marija gerichtet sind) auf
„Donnerstagsbotschaften umgestellt“, am 25. März 1987 erfolgte sodann
die „Umstellung auf Monatsbotschaften“ (gerichtet an die Pfarre
Medjugorje und alle, die die „Botschaften“ annehmen wollen). Auch
diese – bürokratisch anmutenden – Maßnahmen sprechen
selbstverständlich gegen eine Echtheit der „Erscheinungen“.
Zu den mit der Glaubenslehre nicht übereinstimmenden „Botschaften“
zählt die Die „Geschichte vom blutigen Taschentuch“ vom 4. September
1981: An diesem Tag stellten die „Seher“ der „Gospa“ die Frage, ob
folgende Geschichte, welche ihnen selbst erzählt worden war, wahr
wäre:
Ein Taxifahrer begegnete einem völlig mit Blut bedeckten Mann. Dieser
gab ihm ein blutiges Taschentuch und sagte: „Wirf dies in den Fluß!“
Er ging hin und begegnete danach einer Frau in Trauerkleidung. Sie
hielt ihn auf und sagte, dass er ihr das Taschentuch übergeben solle.
Er gab ihr das seine, aber sie erwiderte: „Nicht dieses, sondern jenes
blutige!“ Er gab es ihr und sie sprach: „Hättest du es in den Fluss
hinein geworfen, so wäre das sofort das Ende der Welt gewesen!“
Die „Gospa“ antwortete hiezu: „Das ist wahr. Jener mit Blut bedeckte
Mann war mein Sohn Jesus und die Frau in Trauerkleidung war ich, die
Muttergottes.“ Das bedeutet, dass die Gottesmutter die Welt vor ihrem
göttlichen Sohn retten muß, dies alles wegen eines Taschentuches,
welches in einen Fluß geworfen werden soll (!). In den offiziellen
Sammlungen von „Botschaften der Gospa“ ist diese nicht enthalten,
obwohl sie nicht bestritten wird.
Eine weitere falsche „Botschaft“ beinhaltet die Aussage, dass die
verschiedenen Religionen „gleich“ bzw. „ähnlich“ sein (1. Oktober
1981); weiters die Aussage (vom 25. Juli 1982), dass Laien den Kranken
„charismatische Salbungen mit Öl“ spenden könnten (die Spendung des
Sakraments der letzten Ölung ist den Priestern vorbehalten) und ihnen
die Hände auflegen sollten (das letztere ist als religiöse Handlung
nur beim sakramentalen Vollzug, z.B. bei der Taufe, Firmung und
Priesterweihe zulässig). Theologisch falsch ist auch die Aufforderung
der „Gospa“ (vom 21. Juni 1983) an den Ortsbischof, sich zu den
„Ereignissen von Medjugorje zu bekehren“. Die Kirche verlangt
derartiges auch von ihren Gläubigen bei anerkannten Erscheinungen
nicht, noch könnte sie dies, da es sich nicht um einen Bestandteil der
verbindlichen Offenbarung handelt.
Ebenfalls unschicklich im Sinne des Prüfschemas von August Poulain ist
der Umstand, dass die angebliche „Gottesmutter“ bei Berührung durch
Personen Flecken auf ihrem Kleid bekommt, dies wegen der Sünden der
Betreffenden. Einerseits sind solche „Berührungen“ schon sehr
merkwürdig, andererseits ist es theologisch nicht nachvollziehbar, wie
Personen, die glorreiche Gottesmutter, die Königin der Engel und
Heiligen, beschmutzen könnten oder auch nur ihr Kleid. Bei Berührungen
durch die „Seher“, von welchen sie sich angeblich auch umarmen und
küssen läßt, sind derartige Flecken übrigens nicht überliefert.
Unschicklich und unpassend ist es selbstverständlich auch, wenn der
Teufel im Auftrag der Gottesmutter in der Pfarrkirche von Medjugorje
erscheint, so aber angeblich am 14. April 1982: Mirjana wartete auf
die „Gospa“ und sah das Licht, das jedes Mal die „Erscheinung“
ankündigte. Aus dem Licht kam aber der Teufel hervor, bekleidet mit
den Gewändern der „Gospa“ und mit ihren Gesichtszügen (!). Er hatte
ein schreckliches schwarzes Gesicht und blickte sie mit feurigen Augen
an... Er bot ihr alle Freuden der Welt an, aber sie wies ihn ab. Die
Erscheinung des als Jungfrau Maria verkleideten Teufels war so
bestürzend für Mirjana, dass sie das Bewußtsein verlor. Eine Weile
später kam die „Gospa“ und sagte zu ihr: „Entschuldige, aber du
musstest ihn sehen, um zu wissen, dass es ihn gibt und dass du in der
Welt Versuchungen ausgesetzt sein wirst. Diese „Erscheinung“ muß in
der Seitenkapelle (eigentlich ein Teil der Sakristei) der Pfarrkirche
St. Jakob in Medjugorje stattgefunden haben, da sich seit 15. Jänner
1982 die „Seher“ zur Zeit der „Erscheinung“ dort versammelten.
Ebenso unschicklich und unpassend ist es natürlich auch, wenn die
„Seherin“ Vicka behauptete, sie hätte Angst gehabt, dass die
„Gottesmutter“ ihr Kind fallen lasse. Dies, nachdem der Franzose
Jean-Louis Martin im Jänner 1985 bei einer „Erscheinung“ so getan
hatte, als wollte er ihr mit zwei Fingern in die Augen fahren. Damit
wollte er überprüfen, ob die „Seher“ tatsächlich – wie behauptet –
während einer „Erscheinung“ in Ekstase wären. Vicka hatte daraufhin
erschrocken reagiert, war instinktiv zurückgewichen und hatte den Raum
verlassen (die Begebenheit wurde auf Video festgehalten und im
kanadischen Fernsehen gezeigt). Die Erklärung Vickas hiefür nach
Beratung durch einen Franziskanerpater: Siehe oben. Wobei eindeutig
war, dass Vicka nach hinten zurückgewichen und sich nicht nach vorne
bewegt hatte.
Aufgrund der Alltäglichkeit der „Botschaften“ kann ein besonderer
Nutzen für das Seelenheil nicht festgestellt werden. Besonders zu
Beginn der „Erscheinungen“ wurde der Neugier vieler Gläubiger
nachgekommen und entsprechende Auskunft durch die „Gospa“ erteilt.
Dass diese „Erscheinungen“ keinen Frieden bringen, zeigt sich nicht
nur an dem Krieg im damaligen Jugoslawien, welcher 10 Jahre nach dem
„Erscheinungsbeginn“ ausbrach, sondern auch in dem Unfrieden, welchen
die „Erscheinungen“ von Medjugorje in viele Familien, Gebetskreise,
Pfarren und Gemeinschaften gebracht haben. Die Anhänger von Medjugorje
vertragen es nämlich in keiner Weise, wenn man die von ihnen
hochgeschätzten „Erscheinungen“ in Zweifel zieht. Auch ist bei vielen
Darstellungen in Medjugorje-offiziellen Publikationen die Wahrheit auf
der Strecke geblieben.
Als Werke dieser „Privatoffenbarung“ sind verschiedene
Gebetesgemeinschaften und Apostolate anzusehen, die aber sämtliche so
eng mit den „Erscheinungen“ verbunden sind, dass ihre Katholizität
darunter leidet. Auch sind sie regelmäßig und ohne zureichende
Begründung ungehorsam gegenüber dem Ortsbischof, insoferne sie sich
ohne dessen Einwilligung in Medjugorje niedergelassen und teilweise
dort große Häuser errichtet haben. Eindeutig ist, wie oben gezeigt
wurde, dass diese „Privatoffenbarung“ die Probe der Zeit nicht
bestanden hat.
Zu den Andachten im weiteren Sinne ist besonders auffällig das zweimal
wöchentlich (mittwochs und freitags) vorgesehene Fasten bei Wasser und
Brot. Zahlreiche Gläubige sind an dieser Anforderung gescheitert, es
gibt Berichte über gesundheitliche Beeinträchtigungen, ja sogar ein
Todesfall (Totgeburt) ist überliefert, weil eine Schwangere ebenfalls
dieses scharfe Fasten mitmachte. Ein derartiges Fasten hat die Kirche
niemals von ihren Gläubigen verlangt und ist es auch nicht vernünftig.
Auch das von der „Gospa“ verlangte tägliche Gebet des gesamten Psalter
(der drei traditionellen Rosenkränze) stellt sich vielfach als
Überforderung der Gläubigen heraus.
Zu den als Echtheitsbeweis oft genannten positiven Früchten sollen
noch zwei Bemerkungen angebracht werden, die eine allgemein über
Privatoffenbarungen, die andere konkret zu Medjugorje. Nach den Normen
der Glaubenskongregation vom 24. 2. 1978 muß in erster Linie das
Ereignis entsprechend den positiven und negativen Kriterien beurteilt
werden. Erst wenn diese Prüfung günstig ausfällt, ist es einigermaßen
sicher, öffentliche Erklärungen zu Kult und Verehrung zu erlauben,
während die Untersuchung der Ereignisse mit besonderer Sorgfalt
weitergeführt wird. Das läuft darauf hinaus, zu sagen: Derzeit spricht
nichts dagegen. Die Prüfung der Ereignisse muß daher der Prüfung der
Früchte vorangehen. Wenn diese Regel nicht eingehalten wird, können
beim Urteil Irrtümer unterlaufen.
Bischof Ratko Peric erklärt dazu in Bezug auf Medjugorje folgendes:
„Die Früchte, die so oft erwähnt werden, beweisen nicht, dass sie von
übernatürlichen Erscheinungen oder Privatoffenbarungen Unserer Frau
herrühren. Aber unter der Annahme, dass sie wirklich christlich sind,
sind sie als Ergebnis des normalen Werkes der göttlichen Gnade, durch
den Glauben an Gott, durch die Fürsprache der Jungfrau und
Gottesmutter Maria und durch die Sakramente der Katholischen Kirche
anzusehen. Und das sagt noch nichts über die negativen Früchte.“
Schlußfolgerungen
Entsprechend den meisten Echtheitskriterien nach
August Poulain können die „Erscheinungen“ der angeblichen
„Gottesmutter“ („Gospa“) von Medjugorje nicht als echt
angesehen werden, auch wenn die Fehlerursache derzeit nicht geklärt
werden kann. Selbst eine Kombination von menschlichen Fehlern und
daemonischer Einwirkung kann nicht ausgeschlossen werden. Bei den
bischöflichen Untersuchungen (einschließlich der Kommission der
damaligen jugoslawischen Bischofskonferenz) zwischen 1982 und 1991
konnte nichts Übernatürliches festgestellt werden.
Besonders scharf haben sich die beiden Ortsbischöfe in
zeitlicher Abfolge, Pavao Zanic (dieser war anfänglich positiv zu den
„Erscheinungen“ eingestellt) und Ratko Peric, gegen die Echtheit
der Erscheinungen ausgesprochen. Im übrigen wurde es – offenbar mit
kirchenpolitischem Hintergrund – seitens der Glaubenskongregation
verabsäumt, ebenso klare Worte gegen diese „Erscheinungen“ zu finden,
auch wenn es einzelne einschlägige Äußerungen dieser Kongregation zu
Anfragen einzelner Bischöfe gibt.
Richtig wäre es allerdings, die Gläubigen zu ermahnen, nicht
unvorsichtig Wallfahrten zu „Erscheinungsorten“ zu machen, die nicht
von der Kirche anerkannt wurden. Jesus Christus, Unser Herr, hat die
Sakramente eingesetzt, um uns zu heiligen. Selbst wenn es wirkliche
Erscheinungen gibt, können sie nicht mehr als sekundär sein. Sie
können nur die Sakramente bestätigen; sie können die Sakramente nicht
ersetzen. Man kann die Sakramente nicht durch Wallfahrten ersetzen.
Man kann die Gnade des Sakraments durch echte Wallfahrten bekräftigen,
aber man kann sie nicht ersetzen.
IVAN DUGANDŽIĆ
Nochmals über die Ereignisse von
Medjugorje
Medjugorje
im Kreuzfeuer der Meinungen
Es gibt kaum ein anderes Thema, das heutzutage in
der Kirche so heiß diskutiert wird, wie Medjugorje. Schon bei der
Frage, was man unter Medjugorje versteht, gehen die Meinungen stark
auseinander. Während die Einen in dem, was jetzt in Medjugorje
geschieht, ein überwältigendes Zeugnis der Anwesenheit Gottes sehen,
ziehen die Anderen die Anfänge von diesem Phänomen in Zweifel. Während
die Einen starke Glaubensimpulse hervorheben, die von Medjugorje in
die ganze Welt ausgehen, fragen die Anderen immer noch mißtrauisch
nach der Echtheit der Erscheinungen und Botschaften.
Die Ersten sprechen von «großer Gebetsschule»,
«größtem Beichtstuhl» und «wichtigstem Ort der Neuevangelisierung» der
Welt, die Zweiten spekulieren immer noch mit dem Betrug der Seher und
der Franziskaner. Obwohl die Ereignisse von Medjugorje von der
offiziellen Kirche bis jetzt mit keiner Geste den Gläubigen empfohlen
wurden, zieht dieser kleine Ort in der Herzegowina alljährlich
Millionen Menschen aus der ganzen Welt an. Es gibt unzählige Zeugnisse
von tiefen Glaubenserfahrungen und echten Bekehrungen, aber auch von
wunderbaren Heilungen. Viele sprechen von einer starken geistigen
Kraft, die Medjugorje auf die Pilger ausstrahlt, die sogar diejenige
von Lourdes oder Fatima übertrifft.
Deswegen verdienen die Ereignisse von Medjugorje
nicht nur unsere Aufmerksamkeit sondern auch eine sachliche und faire
Auseinandersetzung mit diesem heiklen Thema. Während die Einen sich
wundern, dass die offizielle Kirche noch nicht in irgendeiner Weise
Medjugorje anerkannt hat, stehen die Anderen, wie gesagt, immer noch
diesen Ereignissen skeptisch gegenüber. Belehrt durch ihre
zweitausendjährige Erfahrung mit ähnlichen Phänomenen, läßt sich die
Kirche lieber Zeit, als voreilig ein Urteil zu sprechen. Sie wacht
sorgfältig darüber, dass in der Pfarrkirche von Medjugorje gemäß
allgemeiner Glaubenslehre der Kirche das Wort Gottes verkündet,
Sakramente in rechter Weise gespendet, Gebete und geistige Übungen im
Sinne der Kirche verrichtet werden, indem sie zugleich das Phänomen
der Erscheinungen selbst auf seine Echtheit hin prüft.
Position von T. Lintner: Auseinandersetzung
oder Verteufelung?
Eine solch abwartende Haltung der offiziellen
Kirche gibt eigentlich jedem einzelnen Christen, besonders dem
Theologen, eine willkommene Gelegenheit, sich seine eigene Meinung
über Medjugorje zu bilden. Und tatsächlich ist inzwischen eine kaum
überschaubare Flut von Literatur entstanden. Es gibt unzählige
kritisch oder weniger kritisch geschriebene Bücher und Artikel mit dem
Thema Medjugorje. In ihnen melden sich nicht nur die Befürworter,
sondern auch Skeptiker und offene Kritiker zu Wort. Wenn das im Geiste
gegenseitiger Toleranz geschieht und wenn dabei sachlich argumentiert
wird, trägt das zu einem immer tieferen Verständnis des Phänomens der
Erscheinungen bei und bringt uns immer ein Stück näher einer
ausgewogenen Antwort auf die Frage der Echtheit und der Bedeutung der
Ereignisse von Medjugorje.
Das kann man leider vom Artikel
«Privatoffenbarungen und die Ereignisse von Medjugorje» von Thomas
Lintner in der Februarnummer der Zeitschrift «Theologisches» nicht
sagen. Eher zählt er zu jener Art von Abhandlungen, in denen es von
vornherein nicht um die Klärung von Sachfragen, Beseitigung von
Schwierigkeiten und Zweifeln, sondern um den rücksichtslosen Angriff
auf Medjugorje geht. Schon mit seinem ersten Untertitel «Erscheinungen
und ihre Gefahren» (S. 31) verrät der Artikel, dass er negativ
intoniert. .....usw.
Replik zu P. Ivan Dugandzic OFM
von Thomas Lintner
Unter dem Titel „Nochmals über (die) Ereignisse
von Medjugorje“ hat P. Ivan Dugandzic eine Replik zu meinem
Artikel „Privatoffenbarungen und die Ereignisse von Medjugorje“
verfaßt. Ich nütze die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Ich
bin P. Dugandzic schon insoferne dankbar, als er durch das viele,
was er an meinem Artikel nicht kritisiert, hinsichtlich vieler
Fakten bestätigt, dass es sich tatsächlich um ernstzunehmende
Probleme für die Anerkennung einer Echtheit der „Erscheinungen“
von Medjugorje handelt.
P. Dugandzic wirft mir mangelhafte Kenntnisse
in der Theologie vor, dies im wesentlichen mit der Begründung,
dass ich nicht die Lehre von P. Karl Rahner SJ meinen Ausführungen
zu Grunde gelegt habe. Zunächst einmal ist zu hinterfragen,
inwiefern eine theologische Ausbildung überhaupt gefordert werden
muss und andererseits, welchen Nutzen diese im Gegenstand bringt.
Zahlreich sind ja die großen Heiligen, welche keine Theologen
waren und hatten viele Kirchenväter (Ambrosius war bei seiner
Ernennung zum Bischof noch nicht einmal getauft), Päpste und
Kirchenschriftsteller (insb. die des ersten christlichen
Jahrtausends) keine theologische Ausbildung im heutigen Sinne, da
die heutige Form der Ausbildung die Existenz von
Priesterseminaren, Universitäten und katholischen Hochschulen
voraussetzt.
In concreto bin ich gelernter Jurist, was zu
einer Darstellung nach logischen Gesichtspunkten und einer
Abwägung von pro und contra bei konkreten Fragestellungen von
Nutzen sein mag. Überdies ist zu hinterfragen, was ein an heutigen
theologischen Fakultäten und Hochschulen ausgebildete Theologe
überhaupt zur Frage von Privatoffenbarungen und deren Prüfung in
Hinblick auf die Echtheit gelernt hat? Ich behaupte, dass eine
der Hauptursachen für die Entwicklung der Ereignisse von
Medjugorje darin gelegen ist, dass viele Priesteramtsanwärter
(insbesondere auch der Franziskaner) im damaligen Jugoslawien ihre
theologische Ausbildung notgedrungen nicht im eigenen Land,
sondern im westlichen Ausland absolvierten (daher auch ihre guten
Sprachenkenntnisse, die schließlich auch zur Verbreitung der
angeblichen „Botschaften“ von Nutzen waren) und damit – ohne sich
darüber im klaren zu sein – vom Regen in die Traufe gerieten,
nämlich vom Kommunismus in den (besser getarnten) Modernismus.
Da sie aber von zu Hause eine gewisse
Frömmigkeit mitgebracht hatten und Priester bleiben wollten,
blieben sie Suchende, fanden aber nicht zur Tradition, sondern zur
Charismatik, einer speziellen Form des religiösen Subjektivismus.
Deswegen waren sie auch besonders bereit, angeblich überirdische
Phänomene, die sie sich täglich herbeiwünschten, ja beinahe
herbeizwingen wollten, als echt anzuerkennen und auftauchende
Zweifel zu ignorieren oder zu verdrängen (so insbesondere auch P.
Jozo Zofko OFM, zur Zeit der ersten „Erscheinungen“ Pfarrer von
Medjugorje).
Vielleicht glaubt P. Dugandzic wirklich,
dass P. Karl Rahner SJ ein vorbildlicher Theologe war, den man zur
Lösung praktischer Probleme heranziehen sollte; ich indessen bin
vom Gegenteil überzeugt und zahlreiche Veröffentlichungen bis
in die jüngste Zeit bestärken mich in dieser Annahme. Ich bin
außerdem davon überzeugt, dass P. Karl Rahner SJ und seine
Schriften nur aus kirchenpolitischen Gründen noch nicht von der
Glaubenskongregation verurteilt wurden. (Beachte das Buch von
David Berger
"K. R. Kritische Annäherungen") Gewiss ist es auch nicht korrekt,
P. Karl Rahner SJ und Kardinal Dr. Leo Scheffczyk in einem Atemzug
zu nennen – da liegen „Welten“ dazwischen. Es gibt jedenfalls
keinen Anlass, von den traditionellen Prüfkriterien für
Privatoffenbarungen, welche auch in den Normen der
Glaubenskongregation vom 24. Februar 1978 bezüglich der
Beurteilung von Privatoffenbarungen ihren Niederschlag finden,
abzuweichen. Da Privatoffenbarungen sowohl hinsichtlich der
Erkenntnis ihrer Echtheit als auch dem Verständnis ihres Inhaltes
vielfach große Schwierigkeiten bieten, ergibt sich, dass die Hl.
Kirche – jedenfalls bis in die Gegenwart – Berichte über
Privatoffenbarungen mit weiser Vorsicht und Zurückhaltung geprüft
hat[1].
Große Mystiker und Heilige wie Theresa v.
Avila, Johannes v. Kreuz und Ignatius v. Loyola haben beständig
vor den Gefahren falscher „Erscheinungen“ gewarnt (ich weiß
nicht, ob P. Dugandzic sie als „Theologen“ anerkennt). Insoweit P.
Dugandzic kritisiert, dass ich für den allgemeinen Teil meines
Artikels ein Werk des Jesuiten August Poulain aus dem Jahre 1910
herangezogen habe, ist darauf hinzuweisen, dass bis heute das
Standardwerk überhaupt zur Beurteilung von Privatoffenbarungen „De
beatitificatione et canonizatione servorum Dei“ von Prosper
Lambertini (regierte als Papst Benedikt XIV. von 1740-1758) aus
den Jahren 1734-1738 ist.
Doch nun zu den konkreten Vorhaltungen von P.
Dugandzic. Zunächst einmal muss ich klarstellen, dass ich mit
meinen allgemeinen Darstellungen zu den Privatoffenbarungen und
deren Prüfung noch keine Aussage zu Medjugorje tätigen wollte, ich
halte einfach die Ausführungen von August Poulain für kurz und
aussagekräftig, für mein Buch „Der Stellenwert von
Privatoffenbarungen am Beispiel der ,Gospa’ von Medjugorje“ [2]
habe ich sein Prüfschema gar nicht herangezogen. Auch stütze
ich mich praktisch kaum auf Äusserungen S. Ex. Diözesanbischof
Ratko Peric, obwohl dessen Haltung als zuständiger Ortsbischof von
Mostar-Duvno durchaus bedeutsam ist.
P. Dugandzic kritisiert, dass nach den
Kriterien von August Poulain in einer „moralisierenden Art und
Weise“ das Leben der Seher, „ihre Tugendhaftigkeit und ihr Wachsen
im geistlichen Leben unter die Lupe genommen“ würden; offen
bleibt, welche Kriterien er hinsichtlich der Person der Seher für
angemessen hält oder ob deren Person für die Beurteilung der
Echtheit von Erscheinungen gar nicht herangezogen werden soll?
Sodann kritisiert der Autor, dass die „damalige
Fundamentaltheologie“ einzig die Frage interessiert habe, ob die
Inhalte einer solchen „mystischen Erfahrung“ mit der allgemeinen
Lehre der Kirche übereinstimmten und ob sie sich positiv auf die
„betreffende Person“ auswirkten; man habe nicht weiter gefragt, ob
das einen „theologischen Wert für das Leben der Kirche im
Allgemeinen“ habe und somit auch die anderen Gläubigen einbeziehe.
Es bedarf freilich seitens des Autors einer gewissen Dialektik,
hier eine unterschiedliche Wertung für möglich zu halten. Denn
welchen Nutzen sollte eine Privatoffenbarung haben, die nicht mit
der Lehre der Kirche übereinstimmt; welche Früchte, wenn sie sich
schon auf den oder die Seher negativ auswirkt?
P. Dugandzic bezeichnet meine Äußerungen zu den
ersten „Visionen“ der „Seher“ als grotesk, bezweifelt, ob ich
jemals die Evangelienberichte gelesen hätte und erwähnt
insbesondere das Beispiel der Frauen am leeren Grabe Jesu, die dem
Engel des Herren begegnen und darüber von Furcht ergriffen sind.
Hier ist aber auf die wesentlichen Unterschiede zu verweisen, dass
die Frauen die Botschaft des Engels von der Auferstehung Jesu
vernahmen und nicht nur von Furcht, sondern auch von Freude
ergriffen waren, als sie vom Grab wegliefen. Gleiches gilt für den
Bericht der Begegnung des Auferstandenen mit den Aposteln in Lk
24,37ff: Die Apostel werden durch Christus beruhigt, hören seine
Botschaft und können schließlich in staunender Freude zusehen, wie
er einen Fisch ißt. Nichts dergleichen in der Begegnung der „Medjugorje-Seher“
mit der angeblichen „Muttergottes“. Die fehlende Kontaktaufnahme
zwischen den „Sehern“ und der „Erscheinung“ sowie jegliches Fehlen
einer Botschaft ist ein wesentlicher Unterschied zwischen der
ersten „Erscheinung“ von Medjugorje und den alten
Offenbarungsberichten sowie auch den anerkannten
Privatoffenbarungen.
P. Dugandzic behauptet, ich würde versuchen,
die Beschreibung der „Seherin“ Marija Pavlovic über eine
„Erscheinung der Gottesmutter“ lächerlich zu machen. Tatsächlich
ist es aber auch wirklich seltsam, wenn die „Erscheinung“ der
„Gottesmutter“ vor einem Kreuz mit einer Friedensbotschaft dazu
führt, dass sich diese aus Erschütterung nicht mehr auf den Beinen
halten kann. Bei keiner anerkannten Erscheinung der Gottesmutter
findet sich ähnliches. Dass die „Botschaften der Gospa“ von
Medjugorje eine gewisse Banalität aufweisen, kann nicht ernstlich
bestritten werden. In der einschlägigen Theologie[3]
gilt der Grundsatz, dass häufig vorkommende Offenbarungen
derselben Person (z.B. der Gottesmutter Maria) über dieselben
Wahrheiten als wahrscheinlich falsch einzuschätzen sind, weil Gott
nicht dasselbe zu wiederholen, noch Wunder ohne Notwendigkeit zu
vermehren pflegt. Das Außerordentliche des Geschehens einer
Privatoffenbarung ist bei derartig häufigen „Erscheinungen“ und
„Botschaften“[4]
nicht genügend begründet.
Es ist zwar richtig, dass die Aussagen von
Sehern über die ihnen gegebenen Botschaften keine Protokolle sind,
das bedeutet aber keineswegs, dass sie im Sinne einer Echtheit
Widersprüche in sich, zur Lehre und zum Glauben Christi und der
Kirche aufweisen dürfen. Allfällige Irrtümer der Apostel und
Jünger über die Erscheinungen des Auferstanden werden unverzüglich
aufgeklärt, derartiges ergibt sich aber nicht bei den
„Botschaften“ von Medjugorje.
Höchst interessant sind die Ausführungen P.
Dugandzic’ über die Entstehung der „Botschaften“. Er schreibt: Und
so spricht er (Anm.: Thomas Lintner) von Hinweisen, „dass die
Franziskanerpatres von Medjugorje am Entwurf, mindestens aber an
der ,Endredaktion’ der ,Botschaften’ beteiligt sind. Er stellt
sich einen Seher wie ein modernes Hörgerät vor, dessen Aufgabe
darin bestünde, eine Meldung zu registrieren. Indessen bedient
sich Gott eines lebendigen Subjekts, der alles auf seine eigene
Weise erlebt und genauso auf eigene Weise weitersagt. So entsteht
eine Botschaft, für die der Seher mit seiner eigenen Person bürgt
und Zeugnis ablegt."
Hier wäre von einem Befürworter der Echtheit
der „Erscheinungen“ von Medjugorje eigentlich ein entschiedenerer
Widerspruch zu erwarten gewesen. Denn P. Dugandzic dementiert
damit in keiner Weise, dass die Medjugorje-Franziskaner an der
Verfassung der Botschaften beteiligt sind und ist offenbar nur
noch die Frage zu klären, zu welchem Zeitpunkt der „franziskanische
Filter“ bei den „Medjugorje-Botschaften“ eingeschaltet wird, vor
den Botschaften, danach oder beides? Selbstverständlich ist ein
objektiver Gehalt einer „Botschaft“ zu fordern, nicht irgendwelche
Emanationen aus der Phantasie eines Sehers.
Auch kommt es auf den eigentlichen Inhalt einer
Botschaft an, ob also z.B. ein großes Zeichen bis Juni 1982 kommen
wird, wie es der „Seher“ Ivan schriftlich behauptet hat, oder
tatsächlich ein solches Zeichen bis heute nicht gekommen ist.
Nicht so entscheidend ist, ob eine Botschaft von zwei oder einem
Engel gegeben wird, wenn sie inhaltlich übereinstimmen, nämlich
dass Christus auferstanden ist. Im übrigen brauchen wir uns über
die Authentizität der Hl. Schrift keine Gedanken zu machen, weil
sie uns durch die Hl. Kirche übergeben wird. Der Hl. Augustinus
sagt, dass er nicht einmal an das Evangelium glauben würde, wenn
es ihm nicht von der Kirche vorgelegt würde. Die Kirche hat die
Echtheit der „Erscheinungen“ von Medjugorje allerdings bis heute
nicht anerkannt.
Weder
ist es zutreffend, dass ich „gehässig“ schreibe, wie P. Dugandzic
schreibt, noch, dass ich eine „tiefe Abneigung gegen das Phänomen“
der Privatoffenbarungen hege. Ich habe mich mit einigen
anerkannten Privatoffenbarungen, insbesondere Guadalupe, La
Salette, Lourdes und Fatima intensiv beschäftigt, was auch P.
Dugandzic zu empfehlen ist, damit er die Unterschiede zwischen
echten und falschen Privatoffenbarungen leichter erkennen kann.
Gerade der Vergleich mit anerkannten Privatoffenbarungen macht
mich so sicher, dass die „Privatoffenbarungen“ von Medjugorje
nicht echt sind.
Denn die Herabwürdigung der echten
Privatoffenbarungen und die Herbeiführung der Unglaubwürdigkeit
der Botschaft Christi und der Kirche sind der eigentliche Effekt
falscher „Privatoffenbarungen“. Über die angeblichen „Früchte“ von
Medjugorje habe ich mich in meinem Buch (S. 109 ff.) ausgiebig
geäußert, sodass ich mich hier nicht mehr weiter dazu äußern muss.
Ausdrücke wie „große Gebetsschule“, „größter Beichtstuhl“ und
„wichtigster Ort der Neuevangelisierung“, die P. Dugandzic
verwendet, sind jedenfalls nichts anderes als nicht bewiesene
Propagandavokabeln der Pro-Medjugorje-Apologetik.
Als Katholik gehe ich davon aus, dass das
Evangelium die „große Gebetsschule“ und Rom der „wichtigste Ort
der Neuevangelisierung“ (wobei der Begriff zu hinterfragen wäre)
ist. Was den „größten Beichtstuhl“ betrifft, so ist auch diese
Aussage in Hinblick auf Medjugorje problematisch, denn hier gilt
es, einen Dimensionsvergleich zu machen. Wie ich auf Basis der von
der Pfarre Medjugorje bekannt gegebenen Zahl gespendeter Hostien –
bis dato unwidersprochen errechnet habe[5],
ist für die ersten zwanzig Jahre der „Erscheinungen“ von 3,6
Millionen Pilgern in Medjugorje auszugehen, was einem jährlichen
Durchschnitt von 180.000 entspricht.
Im Vergleich dazu gibt es in Guadalupe, Mexiko,
jährlich 20 – 25 Millionen Pilger und in Lourdes jährlich 6 – 7
Millionen Pilger, im ersteren Falle ist das das hundertzehn- bis
hundertvierzigfache der Zahlen von Medjugorje, im zweiten Falle
ca. das sechsunddreißigfache von Medjugorje. Es kann mitnichten
angenommen werden, dass die Pilger in Guadalupe und Lourdes nicht
beichten würden. Steht also der „größte Beichtstuhl“, auch
„Beichtstuhl der Welt“ genannt, in Guadalupe in Mexiko? Was soll
überhaupt ein solcher Superlativ in Zusammenhang mit dem Empfang
des hl. Bußsakraments? Insgesamt sind also die Äußerungen des P.
Dugandzic nicht dazu geeignet, meine Darstellung zu erschüttern.
2008-11-20
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