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Messfeier, Messopfer in der "Forma extraordinaria": die sog. Tridentinische Messform oder »Alte Messe«

Seit dem II. Vatikanischen Konzil, der Liturgiereform, wird in der kath. Kirche allgemein die Forma ordinaria der Messfeier verweendet, die in dem von Papst Paul VI. 1970 promulgierten Missale Romanum bzw. in dessen deutscher Übersetzung von 1974 beschrieben und festgelegt ist. Einige unierte Kirchen verwenden andere Riten, z. B. die die "Orthodoxen" mit Rom unierten Kirchen. Vor allem seit dem im Juli 2007 von Papst Benedikt XVI. erlassenen Motu proprio Summorum Pontificum ist ein vermehrtes Interesse an der vorhergehenden Fassung des Römischen Missale zu spüren, das Papst Pius V. aufgrund der Beschlüsse des Tridentinischen Konzils 1570 herausgegeben hatte und das durch den genannten päpstlichen Erlass in seiner letzten Fassung (von 1962) die Messfeier in Forma extraordinaria denjenigen Priestern und Gläubigen ermöglicht, deren Herz an dieser älteren Fassung hängt; vorausgesetzt ist dabei ein gewisses Maß an liturgischer Bildung und auch der Zugang zur lateinischen Sprache, was nach Meinung des Papstes nicht gerade häufig anzutreffen ist, und natürlich zugleich die innerliche Anerkennung der nachkonziliaren Messfeier als der Normalform. Hier sollen die Besonderheiten der Forma extraordinaria, der "Tridentinischen Messe" gegenüber der heute normalen Messfeier kurz dargestellt werden.
Quelle: Rupert Berger "Die Feier der Heiligen Messe. Eine Einführung" 218 Seiten, Herder 2009; Epilog ab Seite: 202.

Weit verbreitet ist die Meinung, die durch das Zweite Vatikanische Konzil veranlasste Reform zeige sich vor allem im Gebrauch der Muttersprache und in der Stellung des Priesters, der sich am »Volksaltar« der Gemeinde zuwendet. Doch kann und soll die lateinische Sprache auch in der erneuerten Messfeier gebraucht werden, wo dies Gegebenheiten und Umstände nahelegen. Umgekehrt war das Gebet am Altar mit Wendung zum Volk im früheren Messbuch zwar ungewohnt, aber nicht verboten; am Papstaltar in den Basiliken Roms war es selbstverständlich, dass der Priester am Altar Richtung Osten blickte (auch bei nach Westen ausgerichtetem Kirchenschiff) . Der der Gemeinde zugewandte »Volksaltar« ist auch jetzt nicht geboten; das erneuerte Messbuch sieht lediglich vor, dass der Hauptaltar frei stehen soll, sodass man ihn ohne Schwierigkeiten umschreiten kann und an ihm die Messe der Gemeinde zugewandt feiern kann (AEM 262); erst die letzte Auflage (2002, deutsch 2007) spricht eine Empfehlung dafür aus, wo es möglich ist, einen so genannten Volksaltar zu errichten (GRM 299).

Den Vätern des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde bewusst, dass »jede li­turgische Feier Werk Christi, des Priesters, [ist] und seines Leibes, der die Kirche ist«. Das heißt, dass vom Haupt und den Gliedern (dem pilgernden Gottesvolk) der gesamte öffentliche Kult vollzogen wird; nicht vom Priester allein (Sacrum Concilium: SC 7).

In der tridentinischen Ordnung wird die Messe nicht von den Gliedern des Gottesvolkes gemeinsam, sondern ausschließlich vom Priester gefeiert; für die Gültigkeit und Wirksamkeit war weder die Anwesenheit noch die Mitfeier der Gläubigen, sondern lediglich das Tun des geweihten Amtsträgers erforderlich. Gültig war ausschließlich das Sprechen und Handeln des zelebrierenden Priesters; wenn andere etwas vortrugen oder sangen, etwa der Diakon das Evangelium oder der Chor das Gloria, musste der Priester dieselben Texte still für sich extra noch  lateinisch sprechen. Die versammelte Gemeinde ("der Leib Christi") war im Messbuch Pius' V. überhaupt nicht berücksichtigt; sie sollte in stillem Gebet an der Feier kniend teilnehmen. Auch mit ihrem Kommunionempfang wurde in der Regel nicht gerechnet; die Kommunion wurde den Gläubigen meist außerhalb, vor oder nach der Messfeier, gereicht.

Deutlich ausgesprochen wird diese auf den Priester verengte und Sicht vor allem in den Texten, die aus den seit dem neunten Jahrhundert vielerorts entstandenen und zunächst privaten Gebeten des Zelebranten in den Mess-Ordo übernommen wurden, so vor allem die Gebete zum Niederlegen der Gaben (»diese makellose Opfergabe, die ich, dein unwürdiger Diener, dir darbringe«) oder das Gebet »Placeat« vor dem Segen: »Heiliger, dreieiniger Gott, nimm die Huldigung deines Dieners wohlgefällig an. Lass das Opfer, das ich Unwürdiger vor den Augen deiner Majestät dargebracht habe, dir wohlgefällig sein, und gib, dass es mir und allen, für die ich es darbrachte, durch dein Erbarmen zur Versöhnung gereiche«.

Von dieser Sicht haben die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils entschieden Abschied genommen; die von ihnen veranlasste Reform der Liturgie macht deutlich, dass Träger der Feier der ganze Christus ist: Er, das Haupt, und sein Leib, das heißt, die um ihn versammelte, durch den Dienst des Priesters geordnete Gemeinde. Darum erklärten sie: »Bei den liturgischen Feiern soll jeder, sei es Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das, aber auch all das tun, was ihm... zukommt« (SC 28).

Eine weitere Weisung des Konzils galt der Verkündigung des Gotteswortes: »Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde, soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, so dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden« (SC 51). Das Trienter Messbuch ignoriert dagegen (außer an den Werktagen der Quadragesima) das Alte Testament vollständig und bringt auch aus dem Neuen Testament nur eine knappe Auswahl; so fehlen z. B. die Bergpredigt und die johanneische "Brotrede" von Kafarnaum. Eine Gemeinde, die von der Forma extraordinaria der Messliturgie leben will, wird hier auf schmale Kost gesetzt; immerhin können in Messen, die nach dieser Ordnung mit dem Volk zusammen gefeiert werden, die Lesungen jetzt auch in der Volkssprache verkündet werden (Art. 6 des Motu proprio).

Es ist hier nicht der Ort, die vielen Einzeländerungen aufzuzählen, die die nachkonziliare Reform gebracht hat. Man kann die Messe auch in der außerordentlichen Form in dem Geist feiern, den das Konzil als die heutigen Gege­benheiten angemessene Haltung des Glaubens angesehen hat, als Feier des versammelten Gottesvolkes. Doch haben die Konzilsväter mit Bedacht auch rituelle und textliche Änderungen vorgesehen, die den Menschen von heute den lebendigen Zugang zu der zentralen Feier unseres Glaubens ermöglichen sollen.

Aus verschiedenen Motiven sehnen sich trotzdem Gruppen von Gläubigen nach der früheren Form der römischen Messfeier. Manche vermissen den Raum stillen persönlichen Betens, den die im alten Stil verbreitete »Stillmesse« so reichlich bot; sie wollen, um mit Pius X., dem ersten Liturgiereformer der Neuzeit, zu sprechen, nicht »die Messe beten«, sondern »in der Messe beten«. Ohne Zweifel gibt die tatsächliche Praxis heutiger Messfeier oft nicht den nötigen Raum zum persönlichen Beten, sondern behindert nicht selten mit vielen Worten, persönlichen Ergüssen und unnötigen Erklärungen des Priesters und mancher Wichtigtuer eine persönliche Teil­nahme; doch ohne solche falschen Behinderungen gibt die rechte Feier im neuen Ordo reichlich Raum zur Beteiligung des Einzelnen; sie ermöglicht ihm, sowohl alles zu tun, was ihm als Glied des Gottesvolkes in der versammelten Gemeinde jeweils aufgetragen ist, als auch dieses sein äußeres Tun in seinem Herzen zu bedenken und so in der Kraft Heiligen Geistes dem Vater durch und in Christus gläubig zu begegnen.

Andere vermissen in der Praxis ihrer Pfarr-Gottesdienste den von früher gewohnten Glanz, suchen Farbe und Pracht, Festlichkeit und Freude. Mancherorts ist man tatsächlich zu weit hinausgegangen über die Vereinfachungen, die das Konzil gewollt hat, die Reduktion von Küssen, Reverenzen, die Vereinfachung von Paramenten und Kirchenausstattung; mit Recht sehnen sich hier die Gläubigen nach festlichem Gesang und Kirchenchor, nach würdiger Messkleidung, nach Weihrauch und fromm-frohen Ministrierenden. Dies alles gehört aber doch auch zur Forma ordinaria der Messfeier und ist nicht der außerordentlichen tridentinischen Form vorbehalten; diese kennt nur die selten gefeierte festliche Form des Amtes oder die glanzlose Stillmesse, während in der heutigen ordentlichen Form die gesamte Stufenleiter der Festlichkeit je nach Anlass und Umständen zu Auswahl steht, jedoch leider oft zu wenig genutzt wird. In einer ordnungsgemäßen würdigen Feier der erneuerten Liturgie werden all diese Wünsche der Gemeinden erfüllt und es bräuchte keinen Rückgriff auf frühere Zeiten.

Es ist aber nicht zu verkennen, dass hinter mancher Ablehnung der nachkonziliaren Messfeier in Wahrheit eine Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils steht, eine Ablehnung seiner Öffnung zur Welt hin, zur Glaubens- und Gewissensfreiheit, zur Begegnung mit Juden und mit den anderen Religionen, zur Bereitschaft zu mehr Ökumene. Das Nein zur Liturgieform will hier ein öffentliches Signal dafür setzen, dass das II. Vat. Konzil in Teilen oder gar im Ganzen abgelehnt wird. Dies war die Haltung von Erzbischof Lefebvre, die vor allem in seiner Priesterbruderschaft »St. Pius X« fortlebt. Dieses Schisma, diese Trennung innerhalb der Kirche aufzuheben, ist Papst Benedikt XVI. ein Herzensanliegen gewesen. Im Begleitschreiben an die Bischöfe betont er als Grund für die Herausgabe des Motu proprio: »Es geht um eine innere Versöhnung in der Kirche«; das Verbleiben in der Einheit oder das neue Finden zu ihr soll all denen ermöglicht werden, die wirklich Sehnsucht nach Einheit tragen. Die erweiterte Möglichkeit, Eucharistie in der außer­ordentlichen Form zu feiern, ist eine herzliche Einladung an alle Gruppen, sich um den einen Tisch des Herrn, wenn auch mit je eigenen Formen, in der Einheit der Kirche zu versammeln.

Einheit und innerer Friede der Kirche sind Dienst und Auftrag, die dem Papst mit dem Petrusamt aufgegeben sind; er hat seine Hand ausgestreckt, den Anhängern der früheren Liturgieform die Tür aufgetan. Mit ihm hoffen wir, dass sich verwirklicht, um was wir in jeder Eucharistiefeier im Friedensgebet und Friedensgruß bitten: »Schenke deiner Kirche nach deinem Willen Einheit und Frieden«.
 

    Gedanken eines Katholiken zum Thema Messopfer

Evangelische Christen bestehen darauf, dass das eine Opfer damals auf Kalvaria vollkommen und genug ist. Sie lehnen bewusst ein Amts-Priestertum und die Vergegenwärtigung des Opfers von Kalvaria auf dem Altar unserer Kirchen ab. Nun zieht dieser Geist langsam in die katholische Kirche ein (Keine Opferpriester, keine Opferaltäre):

       Die hl. Eucharistiefeier wird immer häufiger lutherisch ausgelegt und mit Wortgottesdiensten gleichgestellt!
Die Hl. Messe ist nur noch „Belehrung, Mahl und Dank" - nur eine Gedächtnisfeier. Vielleicht Communio (Gemeinschaft), - aber keinesfalls das Opfer Jesu gegenwärtig gesetzt auf einem heutigen Altar! Die Liturgie zielt nicht mehr auf Gott (vertikal), ist nicht mehr ein Stehen vor Gott, sondern sie ist zuerst für die Menschen (horizontal), sie wird in der Guck- und Spaßgesellschaft  nach Erlebniswert und  Unterhaltungswert gemessen. Die verweltlichten Gläubigen wollen ein unterhaltsames abwechslungsreiches Event, ein Theater, eine Show, aber ja keine aufrüttelnde Predigt. Gucken, statt beten und opfern. Unterhaltung ist gefragt - statt Anbetung. Priester und Volk beteten früher gemeinsam in die selbe Richtung, in Richtung aufgehende Sonne, nach Osten, das heißt in Richtung des unsichtbaren Gottes - jetzt ist der Priester zum Volk gewendet, in die Gegenrichtung, er wird zu einem Gemeindevorsteher, zu einem Versammlungs-Leiter und muss (hinter der Theke) ununterbrochen reden.
Der Schwerpunkt liegt nun nicht mehr auf Ehre und Verherrlichung Gottes, auf Transzendenz und Göttlichem, sondern auf Belehrung, Begegnung, Mahl, Unterhaltung.

        Kurzbesprechung des folgenden Buches:

"Das Problem der Liturgiereform. Die Messe des II. Vatikanischen Konzils" Eine theologische und liturgische Studie, 112 Seiten. Direktbestellung bei: Priorat, Stuttgarterstraße 24, D-70469 Stuttgart; oder: Priorat St. Nikolaus von Flüe, CH-4613 Rickenbach;  oder: Kath. Bildungshaus, Schloss, A-3542 Jaidhof 1; Österreich

        Die bisherige Theologie vom Messopfer wurde im neuen Missale 1969 durch eine „Theologie des Pascha-Mysteriums" ersetzt. Von „Genugtuung", dem Zweck der Messe  wird nicht mehr gesprochen, die „Gegenwart Christi" im Sakrament und im Priester wird untergraben und nur mehr von der Gegenwart Christi im Wort und in seinem Volk gesprochen.

         Der liturgische Bruch seit dem Missale von 1969:
Nach Untersuchung des neuen Messritus, wie er in der Institutio generalis, dem Vorwort zum Missale von 1969, dem  NOM (Novus Ordo Missae), dargestellt ist, gelangen die Autoren des Buches zu den folgenden drei Feststellungen:

        1. Im neuen Missale ist die Struktur der Liturgie (Eucharistiefeier) nicht mehr die eines Opfers, sondern die eines Gedächtnismahles. Die Gebete des Kanon haben nun die Gestalt eines Dankgebets, ähnlich wie jenes, das die rituellen jüdischen Mahlzeiten begleitet. Und selbst die Zeremonie der Kommunion wurde in diesem Sinne verändert.

        2. Der neue Ritus betont die Gegenwart Christi in seinem Wort und in seinem Volk auf Kosten der substantiellen Gegenwart Christi in der Eucharistie und seiner Gegenwart per virtutem in seinem Priester. Damit wird die Rolle des Priesters systematisch untergraben: nunmehr ist es das ganze Volk, welches das Opfer darbringt.

        3. Und schließlich ist der Hauptzweck der neuen Messe die Danksagung, daher die Bezeichnung Eucharistiefeier. Von ihrem Zweck, Sühne und Genugtuung zu leisten, wird dagegen nicht mehr gesprochen. Tatsächlich ist in der neuen Messe alles vermindert, was Reue ausdrückt oder Sünde erwähnt. Die Folgen der Sünde werden nicht erwähnt. Ebenso sind die Messgebete mit dem Charakter von „Sühne" oder „Genugtuung", praktisch verschwunden.

        Einseitige Betonung des Pascha-Mysteriums (und Unterdrückung des Erlösungs- und Opfercharakters): Jetzt wird einseitig das „Pascha-Mysterium" betont, das als eine neue Art, die Erlösung zu betrachten, verstanden wird, und ein neues Verständnis von „Mysterientheologie", eine neue Art, an der Erlösung teilzuhaben.

        1. Gemäß der traditionellen Theologie verdient die Sünde des Menschen, die gegen die Ordnung verstößt, eine Strafe, die notwendig ist, um die verletzte Ordnung wiederherzustellen. Zweifellos wird die innere Glorie Gottes durch unsere Sünden nicht gemindert, wohl aber die äußere Glorie. Daher erfordert die göttliche Gerechtigkeit eine Wiedergutmachung, um die Ehre Gottes wiederherzustellen.

        Für die Vertreter der neuen Theologie schaden unsere Sünden nicht Gott, sondern nur dem Menschen. Daher dienen Strafen auch nur dazu, den Menschen zu bessern. Genugtuung dagegen ist nicht notwendig. Demgemäß besteht die Erlösung nicht darin, dass sich Jesus an unserer Stelle als Opfer darbringt, um unsere Strafe auf sich zu nehmen, sondern sie wird als letzte Offenbarung des ewigen Bündnisses Gottes mit der Menschheit gesehen, eines Bündnisses, das nie durch die Sünde gebrochen wurde.

   Schließlich ist der wesentliche Akt der Erlösung nicht mehr der Tod Unseres Herrn, sondern seine Auferstehung, denn sie ist die vollständige Manifestation der erbarmenden Liebe Gottes zu den Menschen. Aus diesem Grund zieht man es heute vor, von „Pascha-Mysterium" zu sprechen statt von Erlösung.

         2. Die Vertreter der neuen Theologie (besonders Odo Casel, Mönch von Maria Laach) haben auch die Theologie der Sakramente verändert. Man will dem Wort "Sakrament" die volle Bedeutung des griechischen Ursprungswortes mysterion geben. Man spricht jetzt von der „Gegenwart des Erlösungsaktes unter dem Schleier der Symbole". Diese Bedeutungsänderung des Wortes Sakrament erlaubt nunmehr, von Jesus als Sakrament des Vaters, von der Kirche als Sakrament Christi und der Versammlung als dem Sakrament der Kirche zu sprechen. Besonders gravierend wird die Anwendung unpräziser Begriffe durch die Vertreter der neuen Theologie, wenn es um die Transsubstantiation geht. Hier werden jetzt zur Erklärung der Gegenwart Christi mehr oder weniger heterodoxe Begriffe wie Transsignifikation und Transfinalisation gebraucht.

        3. Diese neue Mysterientheologie ist der Grund, weshalb man den Gedächtnisaspekt der Messe in den Vordergrund gerückt hat, nicht mehr den Opfercharakter.
Die Hl. Messe ist nur mehr Belehrung, und Dank und Gemeinschaft.

        Wertung der neuen Theologie. Nachdem die Autoren aufgezeigt haben, dass sich hinter der liturgischen Reform der Messe eine neue Theologie, nämlich die des Pascha-Mysteriums, verbirgt, widmen sie den letzten Teil der Studie der Wertung dieser Theologie im Hinblick auf den katholischen Glauben. Sie gelangen zu folgendem Urteil:

     1.  Die stellvertretende Genugtuung (Sühne) wird vom Konzil von Trient ausdrücklich gelehrt: sie zurückzuweisen bedeutet, sich von wesentlichen Charakteristika abwenden.  

     2. Es ist schwer, die neue Theologie mit ihrer Betonung des Gedächtnischarakters mit der Lehre des Konzils von Trient zu vereinbaren. Trient lehrte, dass in der Messe ein wahres und wirkliches sichtbares Opfer dargebracht wird.

     3. Die neue Konzeption vom Sakrament als Mysterium ist gefährlich für den Glauben und eröffnet die Möglichkeit vieler Umdeutungen.

   Abschließend kann man in Anlehnung an die Worte des hl. Paulus im Kolosser-Brief (2,17) sagen:
Die neue Theologie gibt die Realität der substantiellen Gegenwart Christi in der hl. Eucharistie und seine besondere Gegenwart in seinem Priester, der in persona Christi handelt, auf.  Ab jetzt ist es ein Gedächtnis
, welches nicht mehr das beinhaltet, was bisher unter dem Hl. Messopfer verstanden und gefeiert worden ist, nämlich ein Kult vor Gott…  
Vergleiche: Klaus Ritter "Die sogenannte Liturgiereform: eine kritische Auseinandersetzung" Magstadt: Ed. Fraktur, 1994

    Matthias Gaudron (geb. 1965) von den Anhängern Lefebvres sagt: "Die "Neue Messe" ist kein vollgültiger Ausdruck des katholischen Glaubens vom Messopfer. Man kann zeigen, dass die Änderungen, die man 1969 vorgenommen hat, mehr oder weniger alle dazu dienen, den Opfercharakter der Messe zu verdunkeln und die Hl. Messe einer mehr protestantischen Konzeption von der Eucharistie anzunähern. Nach dem Urteil der Kardinäle Ottaviani und Bacci, stellt der Messritus Pauls VI. »sowohl im Ganzen wie in den Einzelheiten ein auffallendes Abrücken von der katholischen Theologie der hl. Messe dar« (Kurze kritische Untersuchung des Neuen Ordo Missae, UVK 4/1969, S. 2). Auch Jean Guitton, ein Freund Pauls VI., sagte 1993 in einer Radiodiskussion: »Paul VI. hat alles in seiner Macht Stehende getan, um die katholische Messe – über das Konzil von Trient hinweg – dem protestantischen Abendmahl anzunähern.«

          L i t e r a t u r:

Kunzler, Dr. Michael "Die <tridentinische> Messe. Aufbruch oder Rückschritt?" Paderborn: 2008. ISBN: 978-3-89710-3986; 126 Seiten (Kunzler ist Ordinarius für Liturgie in Paderborn. Er verteidigt die Liturgiereform. Es zeigt sich die vergebliche Suche der Humanisten und Reformatoren nach der ältesten Form der Messe! Liturgie ist kein Museumsbetrieb)

Kunzler, Michael "Ein Laien-Messbuch. Eine Einführung in das Wertvollste der katholischen Christen: die heilige Messe" Bonifatius Verlag Paderborn: 2011; 272 Seiten; ISBN: 978-3-89710-480-8 (Kunzler, geb. 1951, ist Ordinarius für Liturgiewissenschaft in Paderborn)

Kunzler, Michael "Liturge sein. Entwurf einer Ars celebrandi" Paderborn: 2007, 748 Seiten, Gb. ISBN: 978-3-39710-377-1

Berger, Rupert "Die Feier der Heiligen Messe. Eine Einführung" 218 Seiten, Herder 2009; Epilog ab Seite: 202.

Gerhards, Albert "Ein Ritus - zwei Formen. Die Richtlinie Papst Benedikts XVI. zur Liturgie" (7.7.2007) Herder: 2008; ISBN: 978-3-451-29781-6; (Fünf Professoren für Liturgiewissenschaft und weitere...  nehmen Stellung zu "ordentlicher und außerordentlicher" Form)

Breid, Franz (Hrsg.) "Die heilige Eucharistie. Referate der Theologischen Sommerakademie 2005 des Linzer Priesterkreises" Augsburg: 2005; 296 Seiten, ISBN: 978-3-934225-38-1 Dominus-Verlag.de

Fürst, Alfons "Die Liturgie der alten Kirche: Geschichte und Theologie"  310 Seiten; Aschendorff Verlag: 2008; ISBN: 340206961X; ISBN-13: 978-3402069615  Kirchengeschichte und Liturgie.

Haider, Christoph "Eucharistie" Sankt Ulrich Verlag, Augsburg: 2008; 141 Seiten; ISBN: 978-3867440158;

KKK = Katechismus der Katholischen Kirche (824 Seiten; 2003)  http://theol.uibk.ac.at/leseraum/quelltext/ 

Stephan Maessen „Die Liturgiereform - Schiffbruch der Kirche?" Rex Regum; 112 Seiten, ISBN 3-901851-20-8

Ritter, Klaus "Die sogenannte Liturgiereform: eine kritische Auseinandersetzung" Magstadt: Ed. Fraktur, 1994

Gaudron, Matthias "Die Messe aller Zeiten. Ritus und Theologie des Messopfers" 2006; 275 Seiten

"Das Problem der Liturgiereform. Die Messe des II. Vatikanischen Konzils" (Eine Neue Theologie). Eine theologische und liturgische Studie.

Hahn, Scott "Das Mahl des Lammes. Die MESSE als Himmel auf Erden" St. Ulrich Verlag, 2004; ISBN: 3-929246-94-5

Hahn, Scott "Gottes Bundestreue. Ein Vater, der seine Versprechen hält" Christiana Verlag, 2004; 3-7171-1098-5 

Klaus Gamber "Zum Herrn hin! Fragen um Kirchenbau und Gebet nach Osten" Studia Patristica et Liturgica / Synaxis

Heinz-Lothar Barth "Die Mär vom antiken Kanon des Hippolytos. Untersuchungen zur Liturgiereform" Köln 1999; Editiones UNA VOCE, Geldorpstraße 4, D-50733 Köln; ISBN 3-926377-21-6  

Manfred Jacobs "ASSISI und Die NEUE RELIGION Johannes Pauls II." Anton Schmid, www.verlag-anton-schmid.de

"Die Verfinsterung der Kirche" Freimaurer innerhalb der Kirche ("L'Église éclipsée"),
Durach: 2004; 274 Seiten; 
verlag-anton-schmid.de  

Maurice Pinay "Verschwörung gegen die Kirche" Durach: 2006 Alles zu Ehren des Dreifaltigen Gottes  ISBN: 3-938235-20-9

"Die Zehn Gebote Satans. Der Kampf ... gegen die Freimaurerei und die Menschenrechte" ("Le Décalogue de Satan"), 2004; Zwei Bände; Verlag Anton Schmid, Postfach 22, D-87467 Durach; Tel./Fax:+49 831 21895

Martin Mosebach "Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind" 3., erw. Auflage, Wien: 2002; 3-85418-102-7

Robert Mäder "Zurück zur Messe!" (Zurück zu Altar und Opfer), Reprint 1994, Lins-Verlag, A-6804 Feldkirch

"Katholische Kirche. Wesen - Wirklichkeit - Sendung" Herder: 2011; 586 Seiten. ISBN: 978-3-451-30499-6
Die eine wahre Kirche Jesu ist eine sichtbare, greifbare Glaubensgemeinschaft. Die Ansichten Evangelischer/Evangelikaler Konfessionen werden hier sachlich klar widerlegt.


   Siehe auch  "Liturgiereform daneben gegangen"  und diese Seite als pdf:  www.theologisches.info/messfeier_alte_oder_neue_form.pdf

 

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