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     Gedanken eines Katholiken zum Thema Messopfer

Evangelische Christen bestehen darauf, dass das eine Opfer damals auf Kalvaria vollkommen und genug ist. Sie lehnen bewusst ein Amts-Priestertum und die Vergegenwärtigung des Opfers von Kalvaria auf dem Altar unserer Kirchen ab. Nun zieht dieser Geist langsam in die katholische Kirche ein (Keine Opferpriester, keine Opferaltäre):

       Die hl. Eucharistiefeier wird immer häufiger lutherisch ausgelegt und mit Wortgottesdiensten gleichgestellt!
Die Hl. Messe ist nur noch „Belehrung, Mahl und Dank" - nur eine Gedächtnisfeier. Vielleicht "Bundesschluss - Erneuerung des Bundes" und Communio (Gemeinschaft), - aber keinesfalls ein Gegenwärtigwerden des Opfers Jesu auf einem heutigen Altar! Die Liturgie zielt nicht mehr auf Gott (vertikal), sondern sie ist zuerst für die Menschen (horizontal), sie wird in der Guck- und Spaßgesellschaft  nach Erlebniswert und  Unterhaltungswert gemessen. Die verweltlichten Gläubigen wollen ein unterhaltsames abwechslungsreiches Event, ein Theater, eine Show, aber ja keine aufrüttelnde Predigt. Gucken, statt beten und opfern. Unterhaltung ist gefragt - statt Anbetung. Priester und Volk beteten früher gemeinsam in die selbe Richtung, in Richtung aufgehende Sonne, nach Osten, das heißt in Richtung des unsichtbaren Gottes - jetzt ist der Priester Richtung Volk gewendet, er wird zu einem Gemeindevorsteher, zu einem Versammlungs-Leiter und muss (hinter der Theke) ununterbrochen reden. Der Schwerpunkt liegt nun nicht mehr auf Ehre und Verherrlichung Gottes, auf Transzendenz und Göttlichem, sondern auf Belehrung, Begegnung, Mahl, Unterhaltung.

        Kurzbesprechung des folgenden Buches:

"Das Problem der Liturgiereform. Die Messe des II. Vatikanischen Konzils" Eine theologische und liturgische Studie, 112 Seiten. Direktbestellung bei: Priorat, Stuttgarterstraße 24, D-70469 Stuttgart; oder: Priorat St. Nikolaus von Flüe, CH-4613 Rickenbach;  oder: Kath. Bildungshaus, Schloss, A-3542 Jaidhof 1; Österreich

        Die bisherige Theologie vom Messopfer wurde im neuen Missale 1969 durch eine „Theologie des Pascha-Mysteriums" ersetzt. Von „Genugtuung", dem Zweck der Messe  wird nicht mehr gesprochen, die „Gegenwart Christi" im Sakrament und im Priester wird untergraben und nur mehr von der Gegenwart Christi im Wort und in seinem Volk gesprochen.

         Der liturgische Bruch seit dem Missale von 1969:
Nach Untersuchung des neuen Messritus, wie er in der Institutio generalis, dem Vorwort zum Missale von 1969, dem  NOM (Novus Ordo Missae), dargestellt ist, gelangen die Autoren des Buches zu den folgenden drei Feststellungen:

        1. Im neuen Missale ist die Struktur der Liturgie (Eucharistiefeier) nicht mehr die eines Opfers, sondern die eines Gedächtnismahles. Die Gebete des Kanon haben nun die Gestalt eines Dankgebets, ähnlich wie jenes, das die rituellen jüdischen Mahlzeiten begleitet. Und selbst die Zeremonie der Kommunion wurde in diesem Sinne verändert.

        2. Der neue Ritus betont die Gegenwart Christi in seinem Wort und in seinem Volk auf Kosten der substantiellen Gegenwart Christi in der Eucharistie und seiner Gegenwart per virtutem in seinem Priester. Damit wird die Rolle des Priesters systematisch untergraben: nunmehr ist es das ganze Volk, welches das Opfer darbringt.

        3. Und schließlich ist der Hauptzweck der neuen Messe die Danksagung, daher die Bezeichnung Eucharistiefeier. Von ihrem Zweck, Sühne und Genugtuung zu leisten, wird dagegen nicht mehr gesprochen. Tatsächlich ist in der neuen Messe alles vermindert, was Reue ausdrückt oder Sünde erwähnt. Die Folgen der Sünde werden nicht erwähnt. Ebenso sind die Messgebete mit dem Charakter von „Sühne" oder „Genugtuung", praktisch verschwunden.

        Einseitige Betonung des Pascha-Mysteriums (und Unterdrückung des Erlösungs- und Opfercharakters): Jetzt wird einseitig das „Pascha-Mysterium" betont, das als eine neue Art, die Erlösung zu betrachten, verstanden wird, und ein neues Verständnis von „Mysterientheologie", eine neue Art, an der Erlösung teilzuhaben.

        1. Gemäß der traditionellen Theologie verdient die Sünde des Menschen, die gegen die Ordnung verstößt, eine Strafe, die notwendig ist, um die verletzte Ordnung wiederherzustellen. Zweifellos wird die innere Glorie Gottes durch unsere Sünden nicht gemindert, wohl aber die äußere Glorie. Daher erfordert die göttliche Gerechtigkeit eine Wiedergutmachung, um die Ehre Gottes wiederherzustellen.

        Für die Vertreter der neuen Theologie schaden unsere Sünden nicht Gott, sondern nur dem Menschen. Daher dienen Strafen auch nur dazu, den Menschen zu bessern. Genugtuung dagegen ist nicht notwendig. Demgemäß besteht die Erlösung nicht darin, dass sich Jesus an unserer Stelle als Opfer darbringt, um unsere Strafe auf sich zu nehmen, sondern sie wird als letzte Offenbarung des ewigen Bündnisses Gottes mit der Menschheit gesehen, eines Bündnisses, das nie durch die Sünde gebrochen wurde.

   Schließlich ist der wesentliche Akt der Erlösung nicht mehr der Tod Unseres Herrn, sondern seine Auferstehung, denn sie ist die vollständige Manifestation der erbarmenden Liebe Gottes zu den Menschen. Aus diesem Grund zieht man es heute vor, von „Pascha-Mysterium" zu sprechen statt von Erlösung.

         2. Die Vertreter der neuen Theologie (besonders Odo Casel, Mönch von Maria Laach) haben auch die Theologie der Sakramente verändert. Man will dem Wort "Sakrament" die volle Bedeutung des griechischen Ursprungswortes mysterion geben. Man spricht jetzt von der „Gegenwart des Erlösungsaktes unter dem Schleier der Symbole". Diese Bedeutungsänderung des Wortes Sakrament erlaubt nunmehr, von Jesus als Sakrament des Vaters, von der Kirche als Sakrament Christi und der Versammlung als dem Sakrament der Kirche zu sprechen. Besonders gravierend wird die Anwendung unpräziser Begriffe durch die Vertreter der neuen Theologie, wenn es um die Transsubstantiation geht. Hier werden jetzt zur Erklärung der Gegenwart Christi mehr oder weniger heterodoxe Begriffe wie Transsignifikation und Transfinalisation gebraucht.

        3. Diese neue Mysterientheologie ist der Grund, weshalb man den Gedächtnisaspekt der Messe in den Vordergrund gerückt hat, nicht mehr den Opfercharakter. Die Hl. Messe ist nur mehr Belehrung, und Dank und Gemeinschaft.

        Wertung der neuen Theologie. Nachdem die Autoren aufgezeigt haben, dass sich hinter der liturgischen Reform der Messe eine neue Theologie, nämlich die des Pascha-Mysteriums, verbirgt, widmen sie den letzten Teil der Studie der Wertung dieser Theologie im Hinblick auf den katholischen Glauben. Sie gelangen zu folgendem Urteil:

     1.  Die stellvertretende Genugtuung (Sühne) wird vom Konzil von Trient ausdrücklich gelehrt: sie zurückzuweisen bedeutet, sich von wesentlichen Charakteristika abwenden.  

     2. Es ist schwer, die neue Theologie mit ihrer Betonung des Gedächtnischarakters mit der Lehre des Konzils von Trient zu vereinbaren. Trient lehrte, dass in der Messe ein wahres und wirkliches sichtbares Opfer dargebracht wird.

     3. Die neue Konzeption vom Sakrament als Mysterium ist gefährlich für den Glauben und eröffnet die Möglichkeit vieler Umdeutungen.

   Abschließend kann man in Anlehnung an die Worte des hl. Paulus im Kolosser-Brief (2,17) sagen:
Die neue Theologie gibt die Realität der substantiellen Gegenwart Christi in der hl. Eucharistie und seine besondere Gegenwart in seinem Priester, der in persona Christi handelt, auf.  Ab jetzt ist es ein Gedächtnis
, welches nicht mehr das beinhaltet, was bisher unter dem Hl. Messopfer verstanden und gefeiert worden ist, nämlich ein Kult vor Gott…  
Vergleiche: Klaus Ritter "Die sogenannte Liturgiereform: eine kritische Auseinandersetzung" Magstadt: Ed. Fraktur, 1994

    Matthias Gaudron (geb. 1965) von den Anhängern Lefebvres sagt: "Die "Neue Messe" ist kein vollgültiger Ausdruck des katholischen Glaubens vom Messopfer. Man kann zeigen, dass die Änderungen, die man 1969 vorgenommen hat, mehr oder weniger alle dazu dienen, den Opfercharakter der Messe zu verdunkeln und die Hl. Messe einer mehr protestantischen Konzeption von der Eucharistie anzunähern. Nach dem Urteil der Kardinäle Ottaviani und Bacci, stellt der Messritus Pauls VI. »sowohl im Ganzen wie in den Einzelheiten ein auffallendes Abrücken von der katholischen Theologie der hl. Messe dar« (Kurze kritische Untersuchung des Neuen Ordo Missae, UVK 4/1969, S. 2). Auch Jean Guitton, ein Freund Pauls VI., sagte 1993 in einer Radiodiskussion: »Paul VI. hat alles in seiner Macht Stehende getan, um die katholische Messe – über das Konzil von Trient hinweg – dem protestantischen Abendmahl anzunähern.«

 

Kunzler, Dr. Michael "Die <tridentinische> Messe. Aufbruch oder Rückschritt?" Paderborn: 2008. ISBN: 978-3-89710-3986; 126 Seiten (Kunzler ist Ordinarius für Liturgie in Paderborn. Er verteidigt die Liturgiereform und zeigt: Die vergebliche Suche der Humanisten und Reformatoren nach der ältesten Form der Messe! Liturgie ist kein Museumsbetrieb)

Kunzler, Michael "Liturge sein. Entwurf einer Ars celebrandi" Paderborn: 2007, 748 Seiten, Gb. ISBN: 978-3-39710-377-1

Gerhards, Albert "Ein Ritus - zwei Formen. Die Richtlinie Papst Benedikts XVI. zur Liturgie" (7.7.2007) Herder: 2008; ISBN: 978-3-451-29781-6; (Fünf Professoren für Liturgiewissenschaft und weitere...  nehmen Stellung zu "ordentlicher und außerordentlicher" Form)

Stephan Maessen „Die Liturgiereform - Schiffbruch der Kirche?" Rex Regum; 112 Seiten, ISBN 3-901851-20-8

Ritter, Klaus "Die sogenannte Liturgiereform: eine kritische Auseinandersetzung" Magstadt: Ed. Fraktur, 1994

Gaudron, Matthias "Die Messe aller Zeiten. Ritus und Theologie des Messopfers" 2006; 275 Seiten

"Das Problem der Liturgiereform. Die Messe des II. Vatikanischen Konzils" (Eine Neue Theologie). Eine theologische und liturgische Studie.

Hahn, Scott "Das Mahl des Lammes. Die MESSE als Himmel auf Erden" St. Ulrich Verlag, 2004; ISBN: 3-929246-94-5

Hahn, Scott "Gottes Bundestreue. Ein Vater, der seine Versprechen hält" Christiana Verlag, 2004; 3-7171-1098-5 

Klaus Gamber "Zum Herrn hin! Fragen um Kirchenbau und Gebet nach Osten" Studia Patristica et Liturgica / Synaxis

Heinz-Lothar Barth "Die Mär vom antiken Kanon des Hippolytos. Untersuchungen zur Liturgiereform" Köln 1999; Editiones UNA VOCE, Geldorpstraße 4, D-50733 Köln; ISBN 3-926377-21-6  

Manfred Jacobs "ASSISI und Die NEUE RELIGION Johannes Pauls II." Anton Schmid, www.verlag-anton-schmid.de

"Die Verfinsterung der Kirche" Freimaurer innerhalb der Kirche ("L'Église éclipsée"),
Durach: 2004; 274 Seiten; 
verlag-anton-schmid.de  

Maurice Pinay "Verschwörung gegen die Kirche" Durach: 2006 Alles zu Ehren des Dreifaltigen Gottes  ISBN: 3-938235-20-9

"Die Zehn Gebote Satans. Der Kampf ... gegen die Freimaurerei und die Menschenrechte" ("Le Décalogue de Satan"), 2004; Zwei Bände; Verlag Anton Schmid, Postfach 22, D-87467 Durach; Tel./Fax:+49 831 21895

Martin Mosebach "Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind" 3., erw. Auflage, Wien: 2002; 3-85418-102-7

Robert Mäder "Zurück zur Messe!" (Zurück zu Altar und Opfer), Reprint 1994, Lins-Verlag, A-6804 Feldkirch

   Siehe auch  "Liturgiereform daneben gegangen" 

 

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